Matthäus macht den Gladbach-Bossen Vorwürfe

Vier Gegentore: "Schwer, das schönzureden"
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Vier Gegentore: "Schwer, das schönzureden"

Borussia Mönchengladbach legt den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hin. Lothar Matthäus leidet mit, Dietmar Hamann spricht von "Selbstmitleid". Die Sorgen bei den Fohlen reißen nicht ab.

Die immer schlimmer werdende Krise von Borussia Mönchengladbach ist auch an Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nicht spurlos vorbeigegangen.

Die 3:4-Niederlage (1:2) gegen Mainz 05 bedeutet den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Mit null Punkten und 16 Gegentoren (eingestellter Bundesliga-Negativrekord) liegen die Fohlen auf dem letzten Platz.

Lothar Matthäus spielte selber fünf Jahre lang für Borussia Mönchengladbach
Lothar Matthäus spielte selber fünf Jahre lang für Borussia MönchengladbachLothar Matthäus spielte selber fünf Jahre lang für Borussia Mönchengladbach© IMAGO/Beautiful Sports

Matthäus: „Das tut mir besonders weh“

„Vieles, was man in der Sommerpause Zeit gehabt hätte zu verändern, läuft nach wie vor falsch – in die falsche Richtung. Deswegen steht man auch zu Recht da, wo man jetzt steht: nämlich mit null Punkten auf Platz 18, und das tut mir besonders weh“, sagte Matthäus am Samstag bei Sky.

Um einiges härter drückte sich TV-Experte Dietmar Hamann aus. „Ich habe das Gefühl, sie verfallen in Selbstmitleid. […] Du brauchst Leute, die Verantwortung übernehmen, und du musst einen gewissen Anspruch haben“, sagte der 53-Jährige.

„Im Moment sind zu viele Spieler dabei, die mit sich selbst beschäftigt sind, und dann sind sie nicht in der Lage, den anderen Spielern zu helfen. Es braucht Spieler, die andere besser machen. Bei den Gladbachern sind diese Spieler im Moment Mangelware“, fuhr Hamann fort.

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Große Defensivsorgen in Gladbach

Gegen Mainz stand Interimstrainer Jan-Moritz Lichte an der Seitenlinie. Er hatte nach der Entlassung von Eugen Polanski übernommen. Doch auch er konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. „Wieder vier Gegentore. Das wollten wir unbedingt verhindern. Es waren eindeutig die Standards, die uns das Genick gebrochen haben“, sagte Lichte bei DAZN.

Experte Tobias Schweinsteiger bereitete insbesondere die neuerlich schwache Abwehrleistung große Sorgen: „Am Ende ist Verteidigen dann doch auch irgendwo eine Qualitätsfrage und eine Eigenschaftsfrage. Ich weiß nicht, ob dieser Kader diese Eigenschaft hat, das Tor maximal zu verteidigen. Das hat man die letzten drei Jahre schon gesehen, dass Gladbach immer wieder Probleme hinten gehabt hat. Sie haben eigentlich nicht viele Transfers gemacht.“

Ein neuer Cheftrainer soll her

Auch die Suche nach einem neuen Cheftrainer dauert weiter an. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, hatte Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder vor dem Anpfiff gesagt: „Wir haben es auch geschafft, sehr, sehr in Ruhe Gespräche zu führen. Es ist schon so, dass die Öffentlichkeit es zum Glück noch nicht rausbekommen hat, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.“

Bei DAZN schloss Schröder eine Verpflichtung des gehandelten Horst Steffen aus: „Ist für uns kein Thema.“

Matthäus hofft derweil, dass der Verein einen Trainer findet, „der einfach die Borussia drei Plätze höher bringt – auf den 15. Tabellenplatz. Das muss jetzt eigentlich das Saisonziel sein für die Borussia, die ja nicht nur punktemäßig schlecht gestartet ist, sondern auch was die Leistung betrifft.“

Zwischen 1979 und 1984 spielte Matthäus selbst für Mönchengladbach, ehe er zum FC Bayern wechselte. Für die Fohlen absolvierte er 200 Spiele und erzielte dabei 51 Tore.

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