Effenberg und Fährmann ordnen Schalker Saisonstart ein

Fährmann packt über sein brisantes Enthüllungsbuch aus
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Fährmann packt über sein brisantes Enthüllungsbuch aus

Hinten stabil, vorne harmlos: Schalke zeigt nach dem Bundesliga-Aufstieg zwei Gesichter. Im SPORT1-Doppelpass ordnen Ralf Fährmann und Stefan Effenberg den Saisonstart ein – und warnen davor, die Erwartungen zu hoch zu schrauben.

Woran misst der FC Schalke 04 seine Saisonziele? Das scheint er aktuell selbst nicht so genau zu wissen. Die Euphorie aus der letzten Saison, dem soliden Saisonstart und der kämpferischen Defensivleistung gegen die Bayern liegt noch in der Luft, nur hat sie nach der zweiten Niederlage in Folge ein wenig von ihrer Wucht verloren. Das öffnete Raum für kritische Stimmen – auch aus den eigenen Reihen.

„Man muss gar nicht so selbstkritisch sein, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Die Spielweise stimmt, die Art und Weise stimmen, der Charakter stimmt“, urteilte der ehemalige Schalke-Torhüter Ralf Fährmann im SPORT1 Doppelpass.

Loris Karius zeigt bei Schalke 04 großartige Leistungen
Loris Karius zeigt bei Schalke 04 großartige LeistungenLoris Karius zeigt bei Schalke 04 großartige Leistungen© IMAGO/HMB-Media

„Man muss sich die Frage stellen: Was war das Saisonziel? Das war, in der Liga zu bleiben. Da ist man jetzt voll im Soll“, so der 38-Jährige. Auch TV-Experte Stefan Effenberg blickte positiv in Richtung Schalker Klassenerhalt: „Ich glaube, dass Schalke genau weiß, was sie machen müssen, um die Klasse zu halten.“

Ein Torhüter, der das Konstrukt zusammenhält

Seine Bundesligatauglichkeit hatte der Aufsteiger zu Beginn der Saison eigentlich schon unter Beweis gestellt – zumindest in der Verteidigung. Vor allem das erkämpfte 0:0 gegen die Münchner dürfte nach Bayerns Torspektakeln gegen Union Berlin und RB Leipzig nochmal in einem anderen Licht stehen.

Eine Schalker Personalie ragte in den vergangenen Partien besonders heraus: „Die Defensive steht trotzdem, auch aufgrund eines überragenden Loris Karius. Es macht einen stabilen Eindruck“, so Fährmann. „Das Beeindruckendste ist, dass er in den entscheidenden Situationen ruhig bleibt. Er ist nicht nur so gut, weil er die Erfahrung hat.“

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Und auch Effenberg fand lobende Worte für Karius, der bei der 0:1-Niederlage gegen Mainz fünfmal parierte und Schalke damit vor einer höheren Niederlage bewahrte. Gegen Union Berlin hatte Karius die Gelsenkirchener sogar siebenmal gerettet. „Karius vermittelt den Glauben an die Mannschaft, an die Spieler, an die Fans“, lobte Effenberg.

Das große Offensivproblem?

Nicht erst seit der Niederlage gegen Mainz wurden Stimmen laut, die die Offensivleistung der Gelsenkirchener in die Pflicht nehmen. Nur vier Tore stehen aktuell auf dem Konto der Schalker, 83 Schüsse haben sie bisher auf das gegnerische Tor abgegeben. Eine magere Quote von 4,8 Prozent, die den drittletzten Platz in der Tabelle der Chancenverwertung bedeutet.

„Offensiv haben sie Schwächen“, gab TV-Experte Steffen Effenberg im SPORT1 Doppelpass zu. „Aber da hast du Entwicklungspotenzial. Daran kannst du besser arbeiten, als in der Defensive.“ Wenn nach vorne nicht zu den nötigen Torchancen komme, müsse man „hinten den Laden dichthalten“ können.

Auch Fährmann glaubt daran, dass die Königsblauen ihre Offensivleistung im Laufe der Saison steigern können. Das sei einfacher, als „die Schießbude der Liga“ zu sein.

Eine ungebrochener Support

Auf eine Konstante kann Schalke trotz schwankender Saisonleistungen zuverlässig zurückgreifen: Den überwältigenden Support der Gelsenkirchener Fans. „Die Fans sind ein Pfund. Das kann ein ganz entscheidender Fakt sein, die Klasse zu halten“, so Effenberg.

Für Ex-Schalker Fährmann sei auch Trainer Miron Muslić ein Grund für die Schalke-Begeisterung: „Er macht einen klasse Job. Schalke ist wieder cool geworden.“ Der 44-Jährige schaffte in der Vergangenheit auch kommunikativ immer wieder den Spagat zwischen Aufstiegshoffnungen und dem Status Quo. „Die Fans sind geduldiger geworden“, so Fährmann, der selbst nie unter Muslić gespielt hatte.

Was zieht Schalke aus diesen ersten sechs Spielen der Saison? Egal, was es ist – Steffen Effenberg hat einen ganz konkreten Appell an den Verein: „Was die Schalker niemals machen dürfen: Den Glauben verlieren.“

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