Matthäus über Demichelis: „Teilweise schwer zu verstehen“

Demichelis wusste schon 2014: Dieser Bayern-Star kann es
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Demichelis wusste schon 2014: Dieser Bayern-Star kann es

Martín Demichelis gerät mit RB Leipzig beim FC Bayern völlig unter die Räder. Sein anschließendes TV-Interview sorgt für Aufsehen. Experte Lothar Matthäus reagiert verwundert.

Mit heiserer und leicht zittriger Stimme erschien Martín Demichelis nach der 1:6-Klatsche von RB Leipzig beim FC Bayern zum TV-Interview. Der Argentinier wirkte nach dem Debakel gegen seinen Ex-Klub gezeichnet – die Abreibung hatte Spuren hinterlassen.

Beim übertragenden Sender Sky wurde Demichelis von Reporter Max Zielke zunächst gefragt, wie geschockt seine Jungs von dem desaströsen Auftritt gewesen seien. „Was soll ich nach einer so harten Niederlage sagen? In der Kabine hat keiner gelacht“, stellte Demichelis klar.

Martín Demichelis kassierte mit RB Leipzig eine heftig Abreibung in München
Martín Demichelis kassierte mit RB Leipzig eine heftig Abreibung in MünchenMartín Demichelis kassierte mit RB Leipzig eine heftig Abreibung in München© IMAGO/HMB-Media

Der Coach der Bullen gab in der Folge Einblicke in seine Gefühlswelt: „Ich bin als Trainer selbstverständlich enttäuscht und übernehme die Verantwortung für diese Niederlage. Das war nicht unsere Art und Weise. Du kannst in der Allianz Arena verlieren, ganz klar. Das wissen wir. Das weiß jeder. Aber nicht so!“, ärgerte sich der 45-Jährige.

Frust bei Demichelis nach Klatsche gegen den FC Bayern

Seine Mannschaft hatte quasi über die gesamte Spieldauer kaum stattgefunden. In der Nachspielzeit sollte Joker Andrija Maksimovic den fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Ehrentreffer zum 1:6-Endstand erzielen.

„Heute waren wir einfach eine ganz andere Mannschaft, zu passiv gegen den Ball. Mit dem Ball hatten wir nicht genügend Aktivität. Wir müssen dem Gegner einfach gratulieren. Wie gesagt: Hier kannst du verlieren. Aber nicht so wie heute!“, wurde Demichelis noch ein weiteres Mal deutlich. Dabei schüttelte er immer wieder mit dem Kopf.

Für den deutschen Rekordmeister, den Verein, für den der ehemalige Innenverteidiger siebeneinhalb Jahre lang gespielt hatte, fand Demichelis anerkennende Worte: „Die Bayern waren deutlich besser. Viel, viel besser. Wir haben Bayern schon viele Male gesehen und analysiert“, sagte der RB-Coach.

Die Taktik sei definitiv nicht das Problem gewesen. Woran es seiner Meinung nach genau gelegen hat, verriet Demichelis jedoch nicht: „Wir müssen diese harte Niederlage so schnell wie möglich schlucken. Dann müssen wir untereinander noch mal sprechen und einfach nach vorne schauen. Es gibt keinen anderen Weg. Aber das war nicht die Mannschaft, die RB Leipzig repräsentieren soll.“

Der geknickte Trainer zeigte sich aber auch in dieser schwierigen Situation einfühlsam und wandte sich während des TV-Interviews an die mitgereisten Fans: „Zuerst müssen wir uns bei den Fans entschuldigen. Das war nicht die Mannschaft, die wir sein wollen.“

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Demichelis nimmt Klostermann nach Horror-Abend in Schutz

Ganz besonders fiel am Samstagabend Lukas Klostermann ab. Der 22-malige Nationalspieler durfte überraschend von Beginn an ran. Es war sein erster Startelfeinsatz in der Bundesliga seit dem 18. April – der Verteidiger erlebte einen Abend zum Vergessen. In der 59. Minute wurde er schließlich erlöst und vorzeitig ausgewechselt.

Also fragte Zielke bei Demichelis nach, ob es der richtige Ansatz gewesen sei, die Abwehr hinten rechts umzubauen. Denn für gewöhnlich startet auf der rechten Außenverteidigerposition Ridle Baku bei den Leipzigern. Demichelis schien die Frage nicht hundertprozentig verstanden zu haben und entgegnete: „Bitte?“

Zielke fragte daraufhin erneut: „War es die richtige Idee, Lukas Klostermann zu bringen, der nicht viel Rhythmus hat?“

Als Demichelis den Namen Klostermann hörte, schien er plötzlich genau zu wissen, worum es ging, und ergriff sofort das Wort: „Bitte, sag mir keine Namen. Sag keine Namen. Wir könnten nach so einer harten ersten Halbzeit fünf Wechsel machen. Aber bitte sag keine Namen.“

Etliche Male verwies der niedergeschlagene Trainer auf die Mannschaft und nahm Startelf-Neuling Klostermann in Schutz. „Es gibt eine Mannschaft. Die kann man kritisieren – aber nicht einen Namen! Einen Spieler. Wenn ein Spieler von Anfang an spielt, bedeutet das, dass er super hart trainiert hat. Lukas ist ein erfahrener Spieler.“

Luis Díaz und Michael Olise, die Klostermann immer wieder schwindelig gespielt hatten, seien „klasse Spieler. Die haben einfach eine andere Qualität. Wir haben in den letzten paar Tagen versucht, uns gut vorzubereiten – gegen so gute Spieler. Aber wir müssen über die Mannschaft sprechen. Mit und ohne den Ball. Nicht über einen einzelnen Namen, bitte“, sagte Demichelis.

Matthäus: „Sein Deutsch ist teilweise schwer zu verstehen“

Das Interview wurde wenig später am Tisch von Moderator Sebastian Hellmann thematisiert, der sich an Experte Lothar Matthäus wandte und fragte: „Kommt er kommunikativ durch, Martín Demichelis, bei seiner Mannschaft?“

Martín Demichelis kommuniziert mit Ezechiel Banzuzi an der Seitenlinie
Martín Demichelis kommuniziert mit Ezechiel Banzuzi an der SeitenlinieMartín Demichelis kommuniziert mit Ezechiel Banzuzi an der Seitenlinie© IMAGO/kolbert-press

Matthäus meldete zumindest leise Zweifel an der Kommunikation des Argentiniers an. „Man sieht ja … Ich weiß nicht, ob er der englischen Sprache mächtig ist. Aber sein Deutsch ist teilweise schwer zu verstehen“, sagte der Rekordnationalspieler.

Der Experte verwies auf die zahlreichen ausländischen Spieler bei RB, „die nicht so gut deutsch sprechen. Ich weiß nicht, wie in der Kabine kommuniziert wird. Vielleicht noch mit Dolmetscher in einigen Situationen. Ich bin sicher, dass nicht alle Spieler, die bei Leipzig spielen, Deutsch verstehen. Vielleicht auf Englisch. Ich weiß es nicht“, blieb Matthäus ratlos zurück.

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