Trotz Torflaute: Muslic sieht „kleinen Schritt nach vorn“
Der Trainer von Schalke 04 verteidigt nach dem 0:2 gegen Leipzig seine Systemumstellung.
Auf Schalke stand die Null schon wieder auf der falschen Seite, doch Miron Muslic suchte angestrengt nach positiven Ansätzen. „Es war ein kleiner Schritt nach vorn“, meinte der Trainer von Schalke 04 nach dem 0:2 (0:1) gegen RB Leipzig, dem vierten Heimspiel nach der Bundesliga-Rückkehr ohne eigenes Tor, „wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles versucht“.
Der Coach hatte angesichts der Torflaute sogar sein System umgestellt, von Fünfer- auf Viererabwehrkette. Schalke kreierte damit auch mehr Umschaltsituationen, spielte sie aber nicht zu Ende. „Im letzten Drittel kommt nichts mehr“, gab Muslic zu. Entweder verstolperte die königsblaue Offensive den Ball oder brach ab und spielte ihn wieder zurück in die eigene Hälfte. „Wir haben uns nicht belohnt“, stellte er fest.
Die Abkehr von der stabilen Fünferkette, die in den ersten sieben Bundesligaspielen nur sieben Gegentore zugelassen hatte, verteidigte Muslic: „Wir können uns nicht von 0:0 zu 0:0 retten. Wir müssen Akzente nach vorne setzen, um Spiele zu gewinnen.“ Zudem verwies er auf die Aufstiegssaison, in der er ebenfalls diesen Systemwechsel vorgenommen hatte: „Wir haben es auch im Januar gemacht trotz Tabellenführung und Herbstmeisterschaft. Wir müssen wieder den Mut haben, Dinge strukturell zu verändern, um vorne auf zwei Beine zu kommen.“ In den ersten acht Bundesligaspielen hat Schalke erst vier Tore erzielt.
Verärgert war der Coach über die Entstehung des 0:1. Satoshi Tanaka hatte im eigenen Strafraum das Abspiel verschlafen und RB-Stürmer Romulo, der ihm den Ball wegspitzelte, umgetreten. Antonio Nusa verwandelte den Foulelfmeter (37.) und ebnete damit den Weg zum ersten Leipziger Auswärtssieg der Saison. „Ich war sehr erbost, den Ball musst du klären“, sagte Muslic, „das haben wir sehr ungeschickt gemacht, und Leipzig hat es sehr smart ausgenutzt“.