„Arm“: Klopp verurteilt DFB-Leaks
Klopp erklärt neue Nummer eins - und singt ein Loblied
Jürgen Klopp schwankt zwischen Humor, Gleichgültigkeit und Zorn: Die zahlreichen Leaks zu seinem ersten Deutschland-Kader lassen den Bundestrainer nicht kalt.
Jürgen Klopp hat seinen ersten Kader als Bundestrainer verkündet – ein großer Teil der 44 Namen, die der DFB-Coach in sein Doppel-Aufgebot berief, waren allerdings schon im Vorfeld an die Öffentlichkeit geraten.
Zunächst nahm Klopp die Leaks bei einer Pressekonferenz noch mit Humor, später verurteilte er sie aber scharf.
„Ihr wisst zwar praktisch schon alles“, sagte Klopp zu den anwesenden Journalisten zu Beginn der mit Spannung erwarteten Kader-Verkündung: „Wir haben tatsächlich noch eine Überraschung für euch. Wer den einen Namen errät, den ihr noch nicht kennt, kriegt so ne Kappe“, sagte er mit Verweis auf seine eigene Kopfbedeckung.
Klopp will junge Spieler beschützen
Zwei Namen wurden dann tatsächlich genannt, die in den Medien zuvor nicht aufgetaucht waren. Als Klopp später nochmal auf die Vorab-Berichterstattung zu sprechen kam, zeigte er sich weniger amüsiert.
„Ich habe gestern nochmal mit Felix Keidel gesprochen“, sagte Klopp über den 23 Jahre alten DFB-Neuling, der bei der SV Elversberg unter Vertrag steht. „‚Und, wie waren die letzten 16, 17 Stunden, nachdem das jemand geleakt hat?'“, habe er ihn gefragt.
Ihm selbst sei das „völlig wurscht, ob das frühzeitig rauskommt. Ich habe damit gar kein Problem.“ Aber: „Das ist einfach nur ein bisschen arm, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, dass du Dinge früher raushaust, als man sie eigentlich wissen müsste. Aber ist ja wurscht.“
Er verwies auf die Auswirkungen auf junge Spieler, von denen er einige ins Boot holte. Insgesamt wurden 16 Debütanten aufgeführt.
Klopp mit Botschaft an die Medien
„Ich habe in der ersten Pressekonferenz gesagt, und das ist vielleicht ein bisschen falsch verstanden worden, dass wir alle zusammen da drin sitzen. Und jetzt haben wir da ein paar junge Leute draufgeschrieben und es geht schon auch um euch, wie ihr damit umgeht“, sagte er den Medienvertretern: „Man kann die natürlich herausstellen und sagen, wenn Felix Keidel einen Fehlpass spielt: Ist der schon so weit? Wenn Conté ein Dribbling verliert?“
Es gehe um den richtigen Blickwinkel: „Ich sage euch, die Jungs sind für genau das, was wir jetzt mit ihnen machen, weit genug. Für das, was noch kommt, das werden wir alle sehen.“