Warum Klopp weiter auf Kimmich setzt
"Hat Xavi die Aufstellung auch bekanntgegeben?"
Joshua Kimmich steht wie kaum ein anderer für die schwierigen Jahre der deutschen Nationalmannschaft. Drei Weltmeisterschaften hat der Kapitän inzwischen gespielt, nie erreichte er dabei das Achtelfinale. Unter Jürgen Klopp beginnt für ihn nun der nächste – und vielleicht entscheidende – Neuanfang.
Joshua Kimmich hat eigentlich schon alles erlebt. Champions-League-Sieg, Meisterschaften, große Trainer, große Spiele. Nur mit der Nationalmannschaft verbindet der inzwischen 31-Jährige vor allem Enttäuschungen. 2018 und 2022 scheiterte Deutschland bereits in der WM-Vorrunde, bei der WM 2026 war im Sechzehntelfinale Schluss. Kimmich war bei allen drei Turnieren dabei. Inzwischen steht er bei 114 Länderspielen – und ohne Titel da. Nun also der nächste Neustart.
Jürgen Klopp hält dabei an seinem Kapitän fest. Mehr noch: Der neue Bundestrainer stellt Kimmich wieder dorthin, wo er sich selbst am wohlsten fühlt – ins zentrale Mittelfeld. Bei der WM hatte er noch fast ausschließlich als Rechtsverteidiger gespielt. Klopp formulierte bei seiner ersten Kadernominierung zugleich einen klaren Anspruch: „Ich erwarte, dass er sein Potenzial bei uns jedes Mal voll einbringt.“ Kimmich wird liefern müssen.
Warum Kimmich für Klopp wichtig ist
Denn längst gibt es auch Zweifel daran, ob ausgerechnet er der richtige Spieler ist, um den DFB-Neuanfang anzuführen. Ex-Nationalspieler Max Kruse wurde zuletzt besonders deutlich: „Für mich ist auch Kimmich kein Leader-Spieler.“ Führung zeige sich nicht allein durch die Kapitänsbinde, argumentierte Kruse.
In der neuen Folge des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ widerspricht Chefreporter Stefan Kumberger dieser Einschätzung – und verweist vor allem auf Kimmichs ungewöhnlichen Erfahrungsschatz.
Als der Mittelfeldspieler 2015 zum FC Bayern kam, war er gerade einmal 20 Jahre alt und hatte zuvor mit RB Leipzig in der 2. Bundesliga gespielt. In München landete er plötzlich in einer Mannschaft voller Weltstars – unter Pep Guardiola. Es folgten Trainer wie Carlo Ancelotti und Jupp Heynckes.
„Es dürfte keinen aktiven Nationalspieler geben, der einen solchen Wissensfundus und so viel Erfahrung gesammelt hat. Deswegen ist er für den Umbruch unter Klopp wichtig“, sagt Kumberger. Auch abseits des Platzes habe Kimmich über Jahre Verantwortung übernommen. Beim FC Bayern stellt er sich regelmäßig nach schwierigen Spielen den Fragen der Öffentlichkeit und äußert sich immer wieder zu Themen, die über den Fußball hinausgehen.
Jetzt muss Kimmich liefern
„Er hat das Kapitänsamt beim DFB nicht geschenkt bekommen“, betont Kumberger. Und trotzdem dürfte die Ära Klopp auch für Kimmich noch einmal zu einer Bewährungsprobe werden. Mit 31 Jahren gehört er nicht mehr zu den Spielern, die einen Neuaufbau irgendwann vollenden sollen. Er soll ihn jetzt anführen.
Die Voraussetzungen dafür könnten besser kaum sein: Kimmich bleibt Kapitän, Klopp setzt auf ihn – und er darf endlich wieder dauerhaft auf seiner bevorzugten Position im zentralen Mittelfeld spielen. Nach drei enttäuschenden Weltmeisterschaften gibt es damit aber auch immer weniger Ausreden.
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den FC Bayern und seine Nationalspieler hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
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