Israel-Irland-Spiel wird zum gigantischen Eklat

von SPORT1
Israel-Irland-Spiel wird zum gigantischen Eklat

Der Fußball stand an diesem Abend in Debrecen nicht im Mittelpunkt. Die Bedingungen beim Duell zwischen Israel und Irland waren höchst unschön.

Keine Handshakes, kein Respekt bei der Hymne – und keinerlei freundschaftlicher Umgang: Das aufgeheiztes Nations-League-Duell zwischen Israel und Irland hat zwar sportlich einen klaren Sieger gefunden, fand aber unter höchst unschönen Bedingungen statt. Beim 3:0 (3:0) der Iren im ungarischen Debrecen stand nicht der Fußball im Mittelpunkt.

Die Spieler beider Teams verzichteten auf die sonst üblichen Gesten. Die Iren neigten ihren Kopf beim Abspielen der israelischen Hymne zu Boden, es gab weder Shakehands noch das Übergeben eines Wimpels. Einlaufkinder waren ebenso wenig vor Ort wie irische Fans. Die irischen Spieler trugen schwarze Armbinden – eine Geste, die David Courell, der Geschäftsführer des irischen Fußballverbands, am Samstag als „Würdigung aller im Gaza-Konflikt verlorenen Menschenleben“ bezeichnete. Es gilt als unklar, ob die Armbänder dem UEFA-Regelwerk für Traueranlässe entsprechen.

Israels Außenminister reagiert scharf

Aus Israel, wo die Parlamentswahl kurz bevorsteht, folgten umgehend scharfe Töne: Außenminister Gideon Sa’ar erinnerte bei X an Irlands Neutralität im Zweiten Weltkrieg und Länderspiel gegen das Deutsche Reich im Jahr 1939, vor dem das damalige irische Team den Hitlergruß zeigte – und hielt den Iren vor, nun „auf der Seite des palästinensischen Terrorismus“ zu stehen.

Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die Israels Antwort auf den verheerenden Terrorüberfall der in Gaza regierenden Hamas und ihrer Verbündeten in der Region am schärfsten kritisierten – und deswegen unter anderem auch den diesjährigen Eurovision Song Contest boykottierte.

Iren wollten zunächst nicht antreten

Erst nach einer langen Mannschaftssitzung hatten die Iren zugestimmt, das Spiel zu bestreiten. Torwart Gavin Bazunu wiederum wollte nicht gegen Israel antreten. Der israelischstämmige Finn Aziz, Berichten zufolge ein Gegner des angedachten Boykotts, saß auf der Bank – angeblich erwägt er seinen Rücktritt aus dem Nationalteam.

Trainer Heimir Hallgrímsson, der Israel im Vorfeld einen „Genozid“ vorgeworfen hatte und dafür scharfe Kritik aus Israel geerntet hatte, betonte im RTE-Interview, dass dies „eine der herausforderndsten Wochen für mich als Trainer“ gewesen sei: „Wir befinden uns in Situationen, die wir so noch nicht erlebt haben.“

DEINE MEINUNG

Troy Parrott (13.), Adam Idah (16.) und Jack Moylan (25.) erzielten die Tore für die Iren.

Nur sehr wenige Zuschauer waren im Stadion, die Partie war auch für den deutschen Schiedsrichter Harm Osmers eine große Herausforderung.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)