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Leichtathletik: Ansah startet nach Doping-Wirbel bei den Finals

Ein Start mit Nebengeräuschen

Owen Ansah, der den deutschen 100-m-Rekord in 9,98 Sekunden hält, verweigerte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe. Bei den Leichtathletik-Meisterschaften am Samstag und Sonntag ist er dabei, doch nicht ohne Nebengeräusche.
Ansah will sich auf den Start in Bochum fokussieren
Ansah will sich auf den Start in Bochum fokussieren
© picture-alliance/Gladys Chai von der Laage/SID/Gladys Chai von der Laage
Owen Ansah, der den deutschen 100-m-Rekord in 9,98 Sekunden hält, verweigerte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe. Bei den Leichtathletik-Meisterschaften am Samstag und Sonntag ist er dabei, doch nicht ohne Nebengeräusche.

Deutschlands Rekordsprinter Owen Ansah startet trotz der Querelen um seinen nicht abgegebenen Dopingtest bei den Leichtathletik-Meisterschaften am Samstag und Sonntag in Bochum-Wattenscheid. Sein Mandant „konzentriert“ sich auf die bevorstehende DM, teilte Ansahs Anwalt Rainer Tarek Cherkeh in einer Stellungnahme mit.

„Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Verfahrens und der gebotenen sorgfältigen Aufarbeitung des Sachverhalts werden gegenüber den Medien aktuell keine weiteren Stellungnahmen abgegeben“, erklärte der Sportrechtler aus Hannover weiter. Ansah (25) werde sich jedoch „umfassend“ gegenüber der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) äußern, so Cherkeh.

Ansah, der im Juni den deutschen 100-m-Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, verweigerte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe. Die NADA leitete darauf ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen ein. Ansah ist vorläufig nicht gesperrt, da kein positiver Test von ihm vorliegt.

Leichtathletik: Ansah droht eine Sperre

Er sei vor der Abreise zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur überrascht worden, der „außerhalb meines Zeitfensters“ geklingelt und „um die Abgabe einer Dopingprobe“ gebeten habe, hatte Ansah in der Vorwoche erklärt.

„Ich war spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben“, sagte der Sprinter: „Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen. (…) Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt.“ Ansah reiste ab, lief am Folgetag in Monaco, wurde dort auch getestet.

Die NADA führte gegenüber der Süddeutschen Zeitung aus, „dass (…) die Aufklärung des Athleten über die Konsequenzen einer Verweigerung nach den Vorgaben des Anti-Doping-Regelwerks erfolgte(n).“

Eine verweigerte Probe wird wie eine positive Probe behandelt. Bedeutet: Bis zu vier Jahre Sperre, wie bei der tschechischen Tennisspielerin Marketa Vondrousova. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA). Ansah bleibt nur, „zwingende Gründe“ nachzuweisen – Wettkampftermine fallen nicht darunter.

NADA und Ansah: Versäumnisse beiderseits?

Der Sportrechtler Paul Lambertz sieht Versäumnisse beiderseits. „Teil des Profitums ist auch das Auseinandersetzen mit Regeln. Die Athleten müssen den NADA-Code kennen“, sagte Lambertz dem NDR. Aber auch der Kontrolleur habe sich anders verhalten, Ansah beispielsweise zur Probeentnahme zum Flughafen begleiten können. 

Dem entgegnete wiederum die NADA am Donnerstag gegenüber dem SID: „Das Anti-Doping-Regelwerk sieht nicht vor, dass das Dopingkontrollpersonal Athletinnen und Athleten zum Flughafen oder zu anderen Orten begleitet.“

Am Wochenende wird Ansah also laufen. Wie es dann aber weitergeht und ob ihn der DLV bedenkenlos bei der EM in Birmingham laufen lassen kann, vor allem in der Staffel? Völlig offen.