Sportfördergesetz tritt in Kraft

von SID
Sportfördergesetz tritt in Kraft

Ein Ziel der Reform lautet: mehr Medaillen bei Großereignissen.

Das Sportfördergesetz ist am Mittwoch in Kraft getreten, die gesetzliche Grundlage für die geplante Reform der Spitzensportförderung in Deutschland ist geschaffen. „Das Sportfördergesetz ist über die Ziellinie – und für unseren Spitzensport beginnt jetzt eine neue Etappe“, sagte Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt: „Deutschland soll wieder zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt gehören.“

Aufbau der Spitzensportagentur startet

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes beginnt der organisatorische Aufbau der neuen Spitzensportagentur mit Sitz in Leipzig. Sie ist das Herzstück der Reform. Die Agentur soll als unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts zentrale Aufgaben der Spitzensportförderung des Bundes übernehmen. Zunächst ist die Förderung der olympischen Spitzenverbände vorgesehen. Schrittweise sollen weitere Bereiche hinzukommen, darunter die paralympische und nichtolympische Verbandsförderung sowie die gezielte Unterstützung besonders erfolgversprechender Athletinnen und Athleten.

Zu den Aufgaben der Agentur gehören die Bewertung von Leistungspotenzialen, die Entwicklung von Förderkonzepten sowie der Abschluss und die Überprüfung von Zielvereinbarungen mit den Verbänden. Damit sollen Fördermittel gezielter eingesetzt und Entwicklungspotenziale besser ausgeschöpft werden.

Nächste Schritte zur Förder-Reform

„Für unseren Spitzensport beginnt jetzt eine neue Etappe. Bund, Länder und Sport haben lange gemeinsam auf diesen Moment hingearbeitet“, sagte Rauhe: „Jetzt kommt es darauf an, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und die Reform mit Leben zu füllen.“ Die Athletinnen und Athleten benötigten bestmögliche Bedingungen, starke Trainer und eine Förderung, die ihre Entwicklung optimal unterstütze.

Als nächste Schritte stehen die Besetzung des Agenturvorstands und die Einrichtung der Aufsichtsgremien an. Die Agentur soll die vorgesehenen Förderbereiche schrittweise vom Bundeskanzleramt übernehmen. Die ersten Förderentscheidungen im neuen System sind für den Förderzyklus nach den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles geplant.

DEINE MEINUNG

Die Gesetzgebung war begleitet von monatelangen, teilweise hart geführten Debatten über die Ausgestaltung des Entwurfes. Schon die Ampel-Koalition hatte ein ähnliches Gesetz verabschieden wollen, zerbrach aber vor dem parlamentarischen Verfahren. Bis in den Sommer lobbyierten Vertreter aus dem organisierten Sport für mehr Mitsprache in der Spitzensportagentur.