Zverev kratzt an Beckers Marke als Tennis-Nummer-1

von SID
Wut-Auftritt! Hier macht Zverev seinem Ärger Luft
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Wut-Auftritt! Hier macht Zverev seinem Ärger Luft

Es ist offiziell - Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tenniswelt. Der Hamburger kann nun sogar eine deutsche Tennis-Ikone in den Schatten stellen.

Alexander Zverev wachte am Montag mit einem besonderen Gefühl in Paris auf. Der Champion der French Open und US Open, der Olympiasieger von Tokio und jahrelange Topspieler ist nun auch ganz offiziell der aktuell beste Tennisspieler der Welt – so steht es blau auf weiß in der Rangliste der ATP. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) würdigt den Sprung des 29-Jährigen auf den Tennis-Thron 12.839 Tage nach Boris Beckers letztem Tag als Nummer eins mit einer besonderen Aktion.

Mehr als 300 Werbeflächen buchte der DTB im Hamburger Stadtgebiet unter dem Motto „Ab heute spielt Deutschland auf Platz 1“. Vom Rathaus bis zum Rothenbaum, von der Elbphilharmonie bis nach Uhlenhorst, wo Zverev einst das Tennispielen lernte – jeder soll in der Hansestadt den großen Erfolg mitbekommen.

Wer saß am Ende länger auf dem Tennis-Thron? Alexander Zverev mit Boris Becker
Wer saß am Ende länger auf dem Tennis-Thron? Alexander Zverev mit Boris Becker Wer saß am Ende länger auf dem Tennis-Thron? Zverev und sein ehemaliger Trainer Boris Becker © IMAGO/Paul Zimmer

Masters in Paris wird Zverevs erstes Turnier als Nummer 1

„Heute ist ein historischer Tag für das deutsche Tennis. Sascha hat sich diesen Platz an der Spitze der Weltrangliste mit außergewöhnlicher Beharrlichkeit und harter Arbeit verdient“, sagte Präsident Dietloff von Arnim: „Sascha ist momentan der beste Tennisspieler der Welt, und darauf sind wir als DTB unglaublich stolz. Er gehört zu den herausragenden deutschen Einzelsportlern unserer Zeit. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung.“

Zverevs erstes Turnier mit besonderem Status ist das Masters in der französischen Hauptstadt, für das er zunächst ein Freilos besitzt. Sein Auftaktgegner ist der Italiener Lorenzo Musetti, der ihn im Olympia-Viertelfinale 2024 ebenfalls in Paris bezwang – man kann es auch deutlich leichter erwischen. Zverev liegt das Event aber durchaus, er konnte es 2024 schon gewinnen.

Zverev kann auch Boris Becker überholen

Und egal, wie es in Paris läuft, er kann es sich an der Spitze vorerst komfortabel einrichten, obwohl der Vorsprung aktuell noch knapp ist. Zverev kommt seit Montag auf 9550 Punkte, 100 mehr als der bisherige Spitzenreiter Jannik Sinner, der seine Saison verletzungsbedingt längst beendet hat und weitere Zähler verlieren wird.

Bis zum Jahresende kann ihn kein anderer Profi mehr verdrängen und er wird mit großer Sicherheit sogar Becker überholen, der 1991 insgesamt 12 Wochen Weltranglistenerster war.

DEINE MEINUNG

Das ist für Zverev, der sich mit Becker in den vergangenen Jahren nicht immer einig war, offenbar nicht ganz unerheblich. „Eine Woche mehr hätte ich dann als Boris?“, fragte er zuletzt in Wien auf der Pressekonferenz nach dem Sprung auf die Eins: „Sehr gut. Dann hat sich der Sieg ja gelohnt.“

Zuletzt kritisierte Becker, der Zverev längst gratuliert hat, etwa die öffentliche Präsenz der neuen Nummer 1. „Er hat jetzt einen anderen Status. Er ist die Nummer eins der Welt. Da hat man eine andere Bedeutung und eine andere Verantwortung, und man wird anders wahrgenommen“, erklärte der 58-Jährige.

Vom Jäger zum Gejagten

Sportlich sieht er vor allem bei Zverevs Bilanz gegen Topspieler noch Luft nach oben. Die will Zverev sicher in diesem Jahr noch verbessern und weitere Erfolge feiern. Vor allem den Davis Cup Ende November hat er fest im Blick. „Der Davis Cup wäre der Wahnsinn“, sagte Zverev. Schon jetzt aber ist sein Tennisjahr 2026 sensationell.

Und 2027? Wird herausfordernd. Zverev hat vor allem bei den Grand Slams Unmengen an Punkten zu verteidigen. Sinner will gesund wieder angreifen, Carlos Alcaraz ist auf dem Weg zurück zur Topform. Und Ben Shelton hat den früheren Weltranglistenersten und Alcaraz-Coach Juan Carlos Ferrero, der auch schon mit Zverev arbeitete, als Trainer verpflichtet. Zverev, der so lange jagen musste, wird ab sofort gejagt.