JJ Peterka setzt in Boston ein erstes Ausrufezeichen
"Erwarten uns sehr viel": So sieht Sturm deutschen Neuzugang
Bei den Boston Bruins will JJ Peterka zu alter Stärke zurückfinden. Sein Debüt gegen die New York Rangers war ein erstes Ausrufezeichen. Headcoach Marco Sturm formuliert deshalb eine klare Forderung an den 24-Jährigen.
Von München in die beste Eishockey-Liga der Welt – für viele Eishockey-Profis ein großer Traum. Und für ihn wurde er Wirklichkeit: JJ Peterka ist in München aufgewachsen und sammelte dort seine ersten Erfahrungen auf dem Eis. Heute gehört er zu den deutschen Spielern in der NHL.
Seine ersten Schritte in der nordamerikanischen Profiliga machte Peterka bei den Buffalo Sabres. In der zweiten Runde des NHL-Drafts 2020 wurde der heute 24-Jährige ausgewählt und unterschrieb einen auf drei Jahre befristeten Einstiegsvertrag. Zunächst kam er für die Rochester Americans in der American Hockey League (AHL) zum Einsatz. Zum Jahresende 2021 wurde er dann erstmals für die Buffalo Sabres berücksichtigt.
Von München zu den Buffalo Sabres
Seinen ersten großen Meilenstein feierte Peterka am 13. Oktober 2022: Beim 4:1-Sieg gegen die Ottawa Senators erzielte er sein erstes NHL-Tor. In der Saison 2022/23 gelang ihm schließlich der Durchbruch. Peterka etablierte sich als feste Größe in der NHL und macht mit konstanten Leistungen auf sich aufmerksam.
Das blieb auch der Konkurrenz nicht verborgen. Kurz vor seinem Vertragsende in Buffalo wechselte Peterka zu den Utah Mammoth.
Dort wollte man den damals 23 Jahre alten Stürmer mit einem Fünfjahresvertrag über 38,5 Millionen US-Dollar langfristig binden. Der erhoffte nächste Schritt blieb jedoch aus. Zwar erzielte der Münchner 25 Tore für Utah, konnte die Erwartungen des NHL-Franchise jedoch nicht ganz erfüllen. Beim Playoff-Aus in der ersten Runde gegen Las Vegas musste Peterka die Niederlage seines Teams von der Bank aus verfolgen.
Überraschender Wechsel zu den Boston Bruins
Umso überraschender kam sein vorzeitiger Wechselzu den Boston Bruins – auch für Peterka selbst. Das bestätigte der 24-Jährige kürzlich in einem Gespräch mit Eishockey News. „Eine Viertelstunde vorher hat mich mein Agent angerufen und mir gesagt, dass ich jetzt getradet werde“, berichtete Peterka. Hinweise auf einen Wechsel habe es seiner Meinung nach nicht gegeben.
Headcoach Marco Sturm und die Boston Bruins sollen nun zu neuem Selbstvertrauen verhelfen. „Jetzt will ich einfach wieder zu dem Selbstbewusstsein zurückfinden, das ich vor zwei Jahren hatte. Ich will das Eishockey wieder genießen und wieder mit einem Lächeln auf dem Eis stehen“, sagte der Stürmer.
Wie es ist, neu in einer Stadt und neu in einem Team zu sein, weiß auch Coach Sturm. „Ich weiß, wie das ist, wenn man getradet wird. Du kommst in eine neue Stadt, zu einer neuen Mannschaft, dann willst du natürlich gleich, dass alles klappt.“
Marco Sturm: „Wir erwarten uns sehr viel von JJ“
Der Start in Boston in Peterka jedenfalls gelungen. Beim Saisonauftakt gegen die New York Rangers feierten die Bruins einen 3:0-Sieg – nicht zuletzt wegen einer überragenden Leistung des Münchners.
Elias Lindholm spielte den Ball in den Lauf von Peterka, der daraufhin zuerst Gegenspieler Braden Schneider und dann Goalie Igor Olegowitsch Schestjorkin tunnelte und somit souverän die 2:0-Führung ausbaute.
Auch Sturm zeigte sich von diesem gelungenen Auftakt angetan: „Dass er dann auch das Tor schießt und auch die Art und Weise, wie er das Tor geschossen hat, war natürlich die perfekte Einstellung für JJ.“
Der Treffer soll Peterka vor allem neues Selbstvertrauen geben. Auch das Zusammenspiel mit Elias Lindholm und David Pastrnak könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Sturm machte jedenfalls deutlich, welche Erwartungen er an seinen Neuzugang hat: „Wir erwarten uns sehr viel von JJ.“
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Es ist ein erster kleiner Befreiungsschlag nach einer enttäuschenden Saison in Utah, der die Bruins-Fans zurecht hoffen lässt. Die Saison ist noch lang, doch Peterka scheint auf dem Weg zurück zu seiner früheren Stärke und Torgefahr zu sein. Für die Boston Bruins könnte der Münchner damit zu einem wichtigen Faktor werden – auch auf dem Weg zum großen Saisonziel: dem Stanley Cup.