Ehemalige Skisprung-Hoffnung Schmid spricht über mentale Probleme
Dass eine Karriere im Profisport nicht von Höhepunkt zu Höhepunkt eilen kann, erfährt auch Constantin Schmid. Nun nennt der deutsche Skispringer Gründe für sein Formtief - und spricht offen über seine mentalen Probleme.
Constantin Schmid galt als große Hoffnung im deutschen Skispringen – bei seinem Weltcupdebüt im Jahre 2016 war er gerade einmal 17 Jahre alt. Doch auf den Aufstieg folgten schwierige Jahre, in denen er den Anschluss an die nationale Spitze verliert. Nun sprach der Olympiamedaillengewinner offen über seine psychischen Probleme.
„Ich würde es als echte Krise bezeichnen, die mich in den vergangenen Jahren begleitet hat“, sagte der 26-Jährige bei chiemgau24.de. Viele kleine Faktoren hätten sich aufgestaut und schließlich zu dieser „fundamentalen Krise“ geführt.
Bereits in jungen Jahren hatte er sich zu einer Konstanten im A-Kader der Nationalmannschaft entwickelt, 2020 feierte er im rumänischen Rasnov seinen ersten Podiumsplatz im Weltcup. Dass es in einer Karriere nicht nur steil bergauf gehen kann, erlebte der Deutsche nach den Olympischen Spielen im Jahr 2022.
Materialumstellung als zusätzliche Hürde
Mit der deutschen Mannschaft gewann Schmid Silber bei der Skiflug-WM 2020 und Bronze bei den Olympischen Spielen 2022 – der bisherige Höhepunkt seiner Karriere. Danach blieben die großen Erfolge jedoch aus, Schmid rutschte zwischenzeitlich in den B-Kader. Neben den mentalen Problemen machten ihm auch äußere Umstände zu schaffen. „Mit 1,84 Metern bin ich ein relativ großer Skispringer. Uns kamen die massiven Materialänderungen 2025 nicht zugute“, erklärte er.
Durch seine frühen Erfolge habe sich Schmid nie selbst intensiv mit seiner Ausrüstung beschäftigen müssen, was eine große Umstellung bedeutete: „Ich musste mich vergleichsweise spät in dieses Thema einarbeiten und habe lange daran getüftelt, die richtige Abstimmung zu finden. Klar erhält man weiter Unterstützung vom Skiverband, aber nicht mehr auf dem Level, wie es in der A-Mannschaft der Fall ist.“
„Kann den Blick von außen nur jedem empfehlen“
Um seine Skisprungkarriere erneut anzukurbeln, veränderte Schmid in den vergangenen Jahren grundlegende Strukturen. Im Jahr 2024 führte ihn sein Weg zur Bundespolizei, nachdem er zuvor beim Zoll angestellt war: „Das macht mir richtig viel Spaß und ist ein Tätigkeitsfeld, das ich mir auch für meine Zukunft vorstellen kann.“
Schmid entschied sich 2023, zusammen mit Mentaltrainern an seiner psychischen Verfassung zu arbeiten. Auch heute befinde er sich im engen Austausch mit einer Psychologin – und rät auch Nicht-Sportlern zu diesem Schritt: „Egal ob Spitzensport oder nicht, ich kann diesen Blick von außen nur jedem empfehlen.“
Im vergangenen Sommer trat Schmid unter anderem im Continental Cup und im FIS Cup an. In Hinterzarten wurde er im Continental Cup 13. und im FIS Cup Zweiter. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann er dort anschließend mit Philipp Raimund, Karl Geiger und Andreas Wellinger den Mannschaftstitel für Bayern.
Weitere News
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.