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Michał Kwiatkowski (r.) gewinnt die 18. Etappe der Tour de France
Michał Kwiatkowski (r.) gewinnt die 18. Etappe der Tour de France © Getty Images
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Die 18. Etappe der Tour de France gewinnt Michał Kwiatkowski. Tour-Spitzenreiter Primoz Roglic verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich.

In der Manier eines großen Champions hat Primoz Roglic auch auf der letzten Alpenetappe alle Attacken pariert und steht dicht vor dem ersten Tour-de-France-Triumph für die aufstrebende Radsport-Nation Slowenien.

Beim kuriosen und emotionalen Sieg des Polen Michal Kwiatkowski auf der Achterbahnfahrt über fünf Pässe hielt Roglic am Donnerstag seine Rivalen souverän in Schach und kann nun fast schon den Siegersekt kalt stellen. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

Kwiatkowski und Carapaz: Arm in Arm zum Sieg 

Kwiatkowski und sein Teamkollege Richard Carapaz fuhren nach 175 km Arm in Arm über die Ziellinie. Weil Carapaz das Bergtrikot sicher hatte, einigten sich beide auf den letzten Kilometern auf Ex-Weltmeister Kwiatkowski als Sieger und verzichteten auf einen Sprint um Platz eins - beide hatten ihren großen Grund zur Freude, das so gebeutelte Ineos-Team jubelte am Tag nach dem Ausstieg von Titelverteidiger Egan Bernal über einen Doppelsieg. (Die Bergwertung der Tour de France)

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"Das ist einer dieser Tage, an denen man seinen Dank kaum ausdrücken kann. Ich hatte sicher schon einige schöne Momente im Radsport, aber das ist eine neue Erfahrung, sagte Tagessieger Kwiatkowski, "wir hatten heute einfach die besten Beine."

Roglic trennen derweil noch 304,7 km sowie eine ultimative Herausforderung beim Bergzeitfahren am Samstag vom großen Triumph in Paris - die Ausgangsposition des 30-Jährigen ist bei 57 Sekunden Vorsprung auf seinen jungen Landsmann Tadej Pogacar bestens. 15 Kilometer vor dem Ziel legte Roglic seinem mutigen Gegner und Freund Pogacar, der alles versucht hatte, die Hand auf die Schultern, sprach aufmunternd auf ihn ein.

Tour de France 2020: Ergebnisse von heute

Nach überwundenen 5166 Höhenmetern, Spitzenwert bei der laufenden Tour, erreichte Roglic das Ziel in La Roche-sur-Foron 1:53 Minuten hinter dem Siegerduo als Vierter.

Egan Bernals mutmaßlicher Nachfolger hatte mit seinem erneut sehr dominanten Jumbo-Visma-Team alles im Griff, der stärkste Fahrer in der stärksten Mannschaft der Tour zeigte sich als würdiger Patron. Auch zwei mutige Antritte seines schärfsten Kontrahenten Pogacar (UAE Team Emirates) auf der gefürchteten Schotterpiste Plateau des Glieres in der Schlussphase konterte Roglic mit großer Ruhe. 

Nur noch eine schwere Prüfung für Roglic

Somit wartet nur noch eine einzige wirkliche Prüfung auf Roglic: Beim immens schweren Zeitfahren am Samstag in den Vogesen über 36 zunächst flache, dann leicht ansteigende und schließlich steile Kilometer hinauf zur Planche des Belles Filles ist der Jumbo-Visma-Kapitän allerdings der klare Favorit - nur Einbruch, Sturz oder Defekt können Roglics historischen Tour-Triumph wohl noch verhindern. (Tour de France: Alle Etappen im SPORT1-LIVETICKER)

Von Beginn an gaben die 150 von einstmals 176 verbliebenen Startern Vollgas, schon am ersten Anstieg, dem 1968 m hohen Cormet de Roselend, zerfiel das Feld in viele Gruppen. Die in den vergangenen Tagen so aktive Bora-Mannschaft konnte sich nicht entscheidend unter den Ausreißern platzieren. "Man merkt schon auf den ersten fünf Kilometern, ob die Beine gut sind", sagte Max Schachmann vor dem Etappenstart - bei ihm waren sie trotz aller Bemühungen nicht gut.

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Sprinter Greipel steigt aus 

Für André Greipel endete seine vermutlich letzte Tour an diesem Berg der 1. Kategorie, der 38 Jahre alte Sprinter aus dem Israel-Team gab als Folge von Sturznachwirkungen und einer Grippe nach gut 30 km auf - zu den elf Etappensiegen des Rostockers wird wohl keiner hinzukommen. (Die Sprintwerung der Tour 2020)

Carapaz, der mehrmals nur knapp nach langen Attacken einen Etappensieg verpasst hatte, und Kwiatkowski zogen an der Montee du Plateau des Glieres, dem kurzen, aber sehr steilen letzten Hors-Categorie-Berg der 107. Tour, davon. Auf dem archaischen Schotter der Glieres-Hochebene, die zum zweiten Mal nach 2018 und erstmals in einer Etappen-Schlussphase auf dem Tour-Programm stand, war das Ineos-Duo schon nicht mehr einzuholen.

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