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München - Nach dem epischen Halbfinale fordert Rob Cross nun Vorbild Phil Taylor, der eine Vorahnung hatte. Der Aufstieg des einstigen Elektrikers ist bemerkenswert.

Vor einem Jahr lag Rob Cross während der PDC Darts-WM 2017 auf dem Sofa und hatte einen Traum.

Während Michael van Gerwen durchs Turnier stürmte und den Titel holte, sagte sich der Engländer: "Ich will da spielen."

Zwölf Monate später ist der Traum zur Wirklichkeit geworden. In einem epischen Halbfinal-Spiel schaltete Cross bei der PDC Darts-WM 2018 eben jenen van Gerwen aus. Im Sudden-Death-Wahnsinn setzte sich Cross mit 6:5 durch.

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"Das zeigt, dass alles möglich ist, solange du an dich glaubst", sagte der Newcomer bei Sky: "Wenn ich mein bestes Level spiele, kann ich mit jedem mithalten." Im Finale wartet nun Phil Taylor - das passt ins Bild (Mon., 1.1.2018, Countdown ab 18.45 Uhr LIVE im TVLIVESTREAM und ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Showdown gegen das Idol

Denn Taylor ist einerseits Cross' Lieblingsspieler und Inspiration. "Wahrscheinlich hat noch nie eine Sportpersönlichkeit so dominiert wie er", sagte der 27-Jährige bei SPORT1.

Andererseits hatte Taylor offenbar bereits eine Vision, als er im November das Finalduell prognostizierte. "Phil kam beim Grand Slam zu mir und meinte 'Du und ich im WM-Finale'. Und das ist wahr geworden", meinte Cross, der als erster WM-Debütant seit Kirk Shepherd 2008 ins Finale vorgedrungen ist.

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Klar ist: Ein Märchen wird sein Happy End erleben.

Vom Elektriker zum WM-Finalisten

Der Aufstieg des Mannes aus Hastings ist schier unglaublich. Bis vor wenigen Jahren arbeitete Cross als Elektriker. Daher kommt auch sein Spitzname "Voltage", zu Deutsch Stromspannung.

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Darts war nur ein Hobby. Doch spätestens im März 2016 änderte sich alles. Bei den UK Open erreichte er als Amateur die Runde der letzten 32. Endstation: Michael van Gerwen.

Cross fand Geschmack am professionellen Darts-Sport. Auf der Challenge Tour stand er bei drei Events und am Ende auch in der Rangliste ganz oben. Eine zweijährige Tourkarte der PDC war die Folge.

2017 folgten vier Titel bei der Players Championship und drei weitere Finalteilnahmen. Endstation jeweils: Michael van Gerwen. In der PDC Rangliste sprang Cross auf den 20. Rang, nach der WM geht es steil nach oben auf Rang sechs.  

Schräges Grinsen nach Fehlern

Darauf angesprochen, antwortete Cross gewohnt cool: "Rankings bedeuten nichts, es sei denn, man ist Erster." Als er bei target-blog nach seinem besten Rat gefragt wurde, meinte er: "Niemand erinnert sich an Zweitplatzierte, sie erinnern sich nur an die Gewinner."

Sein Selbstbewusstsein und die Coolness haben den WM-Debütanten bis ins Finale geführt. Bei verpatzten Würfen auf die 1 oder die 7, wie auch gegen MvG, folgt statt eines Kopfschüttelns oder eines Fluches meist ein schräges Grinsen.

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Nachdem er bereits gegen Michael Smith in der zweiten Runde im Entscheidungssatz cool geblieben war, hatte er auch im Duell mit dem weitaus erfahreneren van Gerwen die besseren Nerven. Die Fans im Ally Pally waren aus dem Häuschen und feierten "Voltage" mit "Robbie Cross"-Gesängen.

Cross will den Titel

"Die Zuschauer haben mir sehr geholfen", sagte Cross.

Auch wenn er von diesen im "Taylor Wonderland" wohl weniger auf seiner Seite hat, will der dreifache Vater, der sich als "ein normaler Arbeiter aus einer normalen Familie" bezeichnet, den letzten Schritt machen.

Selbst wenn es dafür nötig ist, seinem Vorbild Taylor den perfekten Abschied zu versauen und damit die Power abzudrehen.

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"Ich habe einen Job zu erledigen. Ich will die WM gewinnen", so Cross: "Es ist nur noch ein Spiel. Alles ist möglich." Da war er wieder, der Glaube an die eigene Stärke.

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