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Taric gehört zu den seltensten seiner Art. © Riot Games

Nicht immer entscheiden sich Spieler in der LCS für die gängigen Champions. Picks wie "Zilean" oder "Taric" haben im noch jungen Split Spielzeit erfahren.

Von Marco Gnyp

Das Risiko, dass ein solcher Versuch nach hinten losgeht, ist natürlich nicht zu unterschätzen. Beispiele zeigen aber auch, dass Überraschungen in der Champion-Selection den Gegner auf dem falschen Fuß erwischen können.

GBM packt "Zilean" aus

Vitalitys Support kaSing zeigt gerne "Zilean" in der Champion-Selection, um dann vor Ablauf der Zeit auf einen seriösen Pick zu wechseln. Der Koreaner GBM verminderte in der dritten Woche der NA LCS den Troll-Faktor von kaSings Angewohntheit, indem er sich gegen TSM bewusst für den Zeitzauberer entschied.

Mit einer sehr hohen Präzision auf "Time Bomb" (Q) und perfekt getimten "Chronoshifts" (R) machte der frühere Spieler der Jin Air Green Wings seinen Gegnern von Team SoloMid das Leben schwer. Bjergsen und Co. gelang es nicht, auch nur einen einzigen Kill zu holen.

"Zilean", der in den vergangenen Monaten nur müde belächelt wurde, war in dieser Partie der Schlüssel zum beeindruckenden Triumph von NRG eSports. Drei weitere Male wurde der Mage in diesem LCS-Split gepickt. Allerdings ohne Erfolg, sodass "Zilean" zunächst weiterhin ein Nischen-Pick bleibt.

"Welcome to the League of Draven"

Einer der beliebtesten und coolsten Champions ist ohne Zweifel der AD-Carry "Draven". Seine Schwächen im Spiel sind aber markant, weswegen er nur sehr selten in der Profi-Szene zu sehen ist.

Eine kleine Anzahl an Spielern beherrscht diesen Champion allerdings so gut, dass sie ihn manchmal in der kompetitiven Umgebung wählen. So auch Renegades Freeze, der am Sonntag gegen Team SoloMid auf "Draven" zurückgriff.

Obwohl das Match mit einer Niederlage für Renegades endete, zeigte Freeze im Mid-Game eine beeindruckende Leistung. Er machte von allen Akteuren mit Abstand am meisten Schaden und bewies, dass jemand, der "Draven" gemeistert hat, sich vor niemandem verstecken muss.

"Taric", der vergessene Support

Ein Champion, der in den Anfängen von League of Legends noch regelmäßig zum Einsatz kam, heute aber aufgrund seines veralteten Kits eigentlich nur noch als Troll-Pick oder Lachnummer angesehen wird, ist "Taric".

Team ROCCATs Edward spielte den Tank gegen Vitality und gewann sogar die Partie, obwohl der Gegner überwiegend magischen Schaden verursachte, "Tarics" Aura somit nicht allzu hilfreich war und er generell kaum Einfluss auf das Match ausübte.

Es scheint, als wollten Edward und Co. damit einen "Kalista"-Pick verhindern. Trotz des Erfolges wird der Support bis zu seinem angekündigten Rework wohl eine Rarität bleiben.

Huni setzt auf "Cho'Gath"

Ganze zwei Mal wurde "Cho'Gath" im Spring Split bisher gespielt – in beiden Fällen von Huni. In Season 3 war er als Jungler recht beliebt, aber sein Skillset zeigt gegen viele Kompositionen und Champions massive Schwächen auf.

Für Huni ging sein "Cho'Gath"-Pick aber auf. Er wählte diesen Champion als Counter für Mages, die lange Spell-Rotationen haben oder einen punktgenauen Einsatz einer bestimmten Fähigkeit erfordern: in diesem Fall "Ryze", "Ekko" und "Zilean".

"Vel'Koz" bringt Giants Gaming kein Glück

Ein exotischer Champion-Pick, der nicht funktioniert hat, kommt aus der ersten Woche der EU LCS. Giants xPepii entschied sich für "Vel’Koz", um ihre Poke-Komposition zu vervollständigen.

Obwohl der Mage für seinen hohen Schaden im späteren Spielverlauf bekannt ist, war davon im Match gegen die Unicorns of Love nicht viel zu sehen. Von den sechs Champions, die einen Großteil ihres Farms in den drei Lanes erhalten, machte nur Einer weniger Schaden als xPepii: Atom auf "Shen".

SaSin macht es vor

SBENU Sonicbooms Mid-Laner SaSin zeigte im November, dass ein "Vel'Koz" im richtigen Setting funktionieren kann: Er schlug den aktuellen Weltmeister SK Telecom T1 im KeSPA Cup damit.

Risikoreiche Picks, die funktionieren, werden wohl weiterhin die Ausnahme bleiben. Trotzdem helfen sie dabei, die kompetitive Szene frisch zu halten und möglicherweise in Zukunft einen neuen Champion ins Meta zu bringen.

Ein Kandidat, der ebenfalls gerne mit unerwarteten Champions auffällt ist der deutsche Mid-Laner PowerOfEvil. In diesem Split überraschte er seine Fans jedoch noch nicht – es bleibt also spannend.

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