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sOAZ und Origen stehen vor einer ungewissen Zukunft in der EU LCS © Riot Games

Origen verlor als Vize-Champion der EU LCS mit Zven und Mithy die beiden besten Spieler des Lineups. Der Neuanfang könnte sich als schwierig erweisen.

FORG1VEN und Hybrid bilden die neue Bot-Lane von xPekes Team, nachdem ihre Vorgänger zum neuen LCS-Champion G2 Esports abgewandert waren.

Trio enttäuschte meistens

Dass Origen am Ende das Finale des Spring Splits erreichte, war ohne Zweifel eine Überraschung. In der regulären Saison enttäuschte das Team über weite Strecken und auch bei der IEM World Championship in Katowice war vorzeitig Schluss.

Zu schwankend waren die Leistungen der beiden Deutschen PowerOfEvil und Amazing. Zusätzlich hatte Top-Laner sOAZ keinen guten Split, sodass Zven und Mithy den größten Anteil an den elf Siegen hatten. In den Play-Offs steigerte sich das Trio, insbesondere Amazing, deutlich, doch die Bot-Lane war definitiv der wichtigste Teil des Teams.

Alles drehte sich um die Bot-Lane

Nun muss Origen lernen, ohne Zven und Mithy auszukommen. Der dänische AD-Carry hat ein phänomenales erstes Profi-Jahr hinter sich, in dem er zum besten Spieler seiner Position in Europa avancierte. Gemeinsam mit dem spanischen Support bildet er ein gefährliches Duo, auf das Origen in diesem Jahr meistens vertraute und das eigene Spiel ausrichtete.

Zven war im Spring Split bei Origen der große Star © Riot Games

Oftmals passte das Motto "Zven dominiert oder Origen verliert" zur Spielweise des Teams. Dass der Abgang des Dänen ein großer Schlag ist, ist jedem Verfolger der Szene klar. Doch wie gravierend er wirklich ist, wird erst bei einem Blick auf manche Statistiken deutlich.

Mit 32,3% teilte Zven während der regulären Saison von allen ADCs prozentual gesehen den größten Schaden seines eigenen Teams aus. Zudem erhielt er mit 26,7% am meisten Gold von allen Spielern auf dieser Position. Zven war der Fokuspunkt des gesamten Origen-Spiels und belohnte dieses Vertrauen in der Regel.

Synergie muss aufgebaut werden

Mit FORG1VEN beerbt ihn nun jemand, der diese Rolle durchaus kennt und dessen Mechanics vergleichbar sind. Allerdings scheinen der Grieche und sein jeweiliges Team, das er bisher nach jedem Split gewechselt hat, in den wichtigen Situationen stets zu enttäuschen, sodass ihm Zven in dieser Hinsicht voraus ist.

FORG1VEN bekommt mit Hybrid einen Support, der zwar einen guten ersten Split spielte, allerdings deutlich weniger Erfahrung als Mithy hat. Zusätzlich müssen die beiden Spieler erst noch eine Synergie aufbauen. Dass sie im Hinblick darauf das Niveau ihrer Vorgänger schon im Summer Split erreichen, scheint unwahrscheinlich.

Zwei unterschiedliche Einstellungen prallen aufeinander

Wie sich das Ganze auf das Spiel von Origen auswirken kann, können sich Pessimisten klar ausmalen: Die positiven strategischen Elemente des Teams gehen verloren – und gleichzeitig auch der große Carry, der im Zentrum des Spiels von Origen stand. Die Spielweise des Lineups wird chaotischer, das verbleibende Trio enttäuscht weiterhin in den meisten Partien und eine Synergie zwischen FORG1VEN sowie Hybrid kommt kaum zustande.

Der Worst Case klingt wahrlich wie ein Desaster, obwohl das Team auf dem Papier durchaus wie ein Kandidat auf den Titel wirkt. Es könnte zudem womöglich FORG1VENs letzte Chance zu sein, zu beweisen, dass er das Zeug zu einem Champion hat.

Seine Einstellung zum Thema Training und Einsatz ist wohl bekannt in der Szene. Ob er mit sOAZ und Amazing, die sich zu dieser Thematik mehrfach klar bekannt haben und eine eher andere Meinung teilen, auf Dauer zusammenspielen kann, wird sich bald zeigen. Die beiden lieferten in den Play-Offs zwar, doch ob es das Team in dieser Konstellation überhaupt so weit schafft, ist alles andere als sicher.

Positiver Fakt: FORG1VEN und Amazing spielten bereits bei den Copenhagen Wolves zusammen und scheinen eine freundschaftliche Beziehung zu pflegen.

Vor Beginn des wichtigen Summer Splits muss sich Origen neu erfinden. Zurzeit stehen viele Fragezeichen im Raum, die einen erneuten Finaleinzug zwar nicht ausschließen, ihn aber in eine weite Ferne rücken lassen können.

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