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G2 Esports feierte in Paris den vierten LCS-Titel © Riot Games

Paris - G2 Esports gewinnt zum vierten Mal in Folge die EU LCS. Der Titelverteidiger setzt sich beim Finale in Paris deutlich gegen PowerOfEvil und die Misfits durch.

G2 Esports ist der alte und neue König der EU LCS. Das Team von Ex-Profi ocelote gewann das Finale des Summer Splits vor über 10.000 Zuschauern in Paris mit einer eindrucksvollen Vorstellung. Nach einer vergleichsweise schwachen regulären Saison nahm G2 Esports zum perfekten Zeitpunkt wieder an Fahrt auf.

Verhaltener Start von beiden

Beide Teams starteten äußerst passiv ins große Finale in der französischen Hauptstadt. Der erste Kill fiel erst in der 18. Minute. Nach der Laning-Phase nahm der Titelverteidiger das Heft in die Hand und zeigte systematisches Vorgehen.

Mit zwei Teleports besaß G2 einen Vorteil beim Split-Pushing und nutzte diesen. Perkz und Expect eliminierten Alphari, zerstörten einen Inhibitor und das verbleibende Trio stoppte gleichzeitig einen Baron-Versuch der Misfits.

Wenige Minuten später versuchte der Außenseiter in einem verzweifelten Team-Fight, sich im Spiel zu halten, doch G2 gewann diesen klar und zerstörte den Nexus des Gegners.

Frühe Vorteile reichen nicht

Im zweiten Spiel erspielten sich die Misfits in den ersten 20 Minuten einen kleinen Goldvorsprung, schenkten diesen aber gegen einen gnadenlosen Kontrahenten wieder her.

Über mehrere Minuten gelang es G2, immer wieder einzelne Spieler der Misfits zu eliminieren und den Goldrückstand schrumpfen zu lassen.

Nach einigen Baron-Versuchen schaffte es der Titelverteidiger, den Buff des neutralen Objectives zu sichern. Mit diesem zerstörte G2 zunächst den mittleren Inhibitor und fand direkt danach den Engage, der zum 2:0 führte.

Auch Draven kann die Niederlage nicht verhindern

Beim Stand von 0:2 entschied sich Misfits' Hans sama für einen riskanten Draven-Pick, der von tosendem Applaus der französischen Zuschauer begleitet wurde. PowerOfEvil drehte während der Laning-Phase mit IgNar einen Gank um und das Momentum schien zunächst auf ihrer Seite zu sein.

Erstmals in dieser Serie führte das Team des Deutschen mit über 3000 Gold, nachdem es einen unachtsamen Perkz aus dem Spiel genommen hatte. Hans sama gelangen in diesem Team-Fight zwei Kills. Für den ersten erhielt er - dank der passiven Fähigkeit von Draven - über 1500 Gold.

G2 Esports zeigte aber die Klasse eines Champions und geriet nie in Panik. Bei einem Baron-Versuch der Misfits bewies Zven mit Kog'Maw seinen massiven Damage-Output. Der Titelverteidiger nahm drei Gegner aus dem Spiel und startete selbst Baron Nashor.

PowerOfEvil und zwei seiner Mitspieler versuchten, G2 zu stoppen, doch der Deutsche wurde rasch eliminiert und die Spieler des LCS-Champions durften sich über den Buff des neutralen Monsters freuen. Diesen nutzten Perkz und Co. einmal mehr mustergültig, um das Spiel ohne Risiko zu beenden.

Titel nach großen Problemen

Erstmals seit dem Debüt-Split im Frühling 2016 war G2 während der regulären Saison nicht unbedingt der große Favorit auf den LCS-Titel. Das Team zeigte die gesamten zehn Wochen über einige Schwächen. Beim Rift Rivals-Clash Anfang Juli enttäuschte G2 auf ganzer Linie.

Das Team von ocelote verlor 5 von 13 Serien in der regulären Saison - so viel waren es in den drei Splits zuvor insgesamt nicht gewesen. Zudem wirkte mit Fnatic mindestens ein Team klar stärker. Der einstige König der Region gewann beide Duelle mit G2.

Auch in der ersten Playoff-Runde schienen Zven und seine Kollegen noch nicht in ihrer besten Form zu sein. Denkbar knapp setzte sich G2 Esports mit 3:2 gegen Splyce durch, ehe das Team anschließend eine klare Leistungssteigerung hinlegte und im Halbfinale sowie im großen Endspiel kein einziges Game mehr verlor.

G2 Esports reist damit als erster Seed der EU LCS zur Season 7 World Championship. Im Vorjahr schied das Team sang- und klanglos in der Gruppenphase aus. Die Spieler sind ohne Zweifel gewillt, es dieses Jahr besser zu machen. Die wiederholte Titelverteidigung in der EU LCS ist ein guter Anfang.

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