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Samsungs Ambition küsst den Summoner's Cup nach dem größten Triumph seiner Karriere © Riot Games

Peking - Samsung Galaxy hat am Samstag Geschichte geschrieben. Das Team gewinnt nach einem klaren 3:0 über SK Telecom T1 die League of Legends-Weltmeisterschaft.

Niederlagen gehören zum Sport dazu - das mussten am Samstag im "Vogelnest" in Peking vor über 40.000 Besuchern auch League of Legends-Superstar Faker und sein Team SK Telecom T1 erfahren. Der dreimalige Weltmeister verpasste die wiederholte Titelverteidigung in einem denkwürdigen Finale der diesjährigen WM gegen Samsung Galaxy.

Titelverteidiger kein Favorit im Finale

Bei allen drei Worlds-Teilnahmen 2013, 2015 und 2016 triumphierte am Ende SK Telecom T1. Erstmals ging die erfolgreichste Organisation in League of Legends nicht als Favorit in ein WM-Endspiel, denn der Weg in dieses war überraschend steinig gewesen.

Schon im Sommer verdichteten sich die Anzeichen, dass es nicht leicht werden würde, als die Südkoreaner in der heimischen Liga eine schockierende Niederlagenserie von vier Pleiten hinlegten und im LCK-Finale Longzhu Gaming mit 1:3 unterlagen. Auch bei der WM strauchelten Faker und Co. und mussten im Viertelfinale gegen den Deutschen PowerOfEvil und seine Misfits sowie im Halbfinale gegen das chinesische Royal Never Give Up einen 1:2-Rückstand drehen.

Samsung hingegen zeigte sich in den Playoffs klar verbessert und eliminierte im Viertelfinale den eigentlichen Titelfavoriten Longzhu. In der Neuauflage des letztjährigen Finals war das Werksteam des südkoreanischen Mischkonzerns der Favorit und zeigte dies von Beginn an.

Samsung dominiert von Beginn

Obwohl das erste Spiel mit 38 Minuten nicht unbedingt kurz war, gelang es SK Telecom T1 nicht, auch nur einen einzigen Samsung-Akteur zumindest einmal zu eliminieren. Der Vize-Weltmeister spielte unspektakulär, aber kontrolliert. SKT-Jungler Peanut hielt sein passives Team durch einen Baron-Steal im Spiel, doch dies war bereits das einzige Highlight in Game 1 aus Sicht des Titelverteidigers.

Anschließend wirkte SK Telecom T1 wacher und zeigte im zweiten Spiel früh erste Lebenszeichen. Einen ersten Vorteil verschenkte der dreimalige Weltmeister aber innerhalb weniger Minuten. AD-Carry Bang nutzte seinen Flash rücksichtslos und verlor dabei sein Leben.

Kurz danach entschied Samsung einen großen Team-Fight klar für sich, was für die Vorentscheidung sorgte. Erneut war es Ambition und seinen Mitspielern möglich, das Spiel nach einem Baron zu gewinnen.

Auch Blank kann historische Pleite nicht verhindern

Wie schon im Viertel- und Halbfinale tauschten die Verantwortlichen bei SK Telecom T1 den Jungler aus, als es düster aussah. Blank ersetzte Peanut und erwischte einen guten Start. Diesen konnte das Team in einen frühen Baron Nashor umwandeln und einen großen Vorteil erspielen.

Aber auch hier wurden die Probleme von SK Telecom deutlich. Trotz des Vorsprungs schafften es die Südkoreaner nicht, Team-Fights zu gewinnen. Bang, der einen rabenschwarzen Tag hatte und eine der größten Enttäuschungen im gesamten Turnier war, wurde von Samsung in einem Team-Fight früh aus dem Spiel genommen. Daraufhin wanderte der nächste Baron Nashor auf das Konto des Werksteams.

Mit einem kontrollierten Push beendete Samsung das Spiel, damit die Serie und krönte sich zum neuen Weltmeister in League of Legends.

Superstar Faker, der erstmals auf dieser großen Bühne eine bedeutende Niederlage einstecken musste, war nach dem Match am Boden zerstört. Die Vergangenheit zeigte aber, dass die Ikone nach Rückschlägen stets stärker zurückkommt. Die Fans dürfen sich über ein neues bestes Team der Welt und auf ein spannendes League of Legends-Jahr 2018 freuen.

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