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Ivica Olic hat bei 1860 einen Einjahresvertrag unterschrieben. 2017 will er seine Karriere beenden. © Getty Images

München - Vor dem Zweitligastart bei Greuther Fürth spricht Neu-Löwe Ivica Olic im SPORT1-Interview über 1860 München, Trainer Kosta Runjaic und die einzigartige Fan-Liebe.

Ivica Olic war mal ein Roter und ist jetzt ein Blauer.

Der 36-Jährige spielte einst für den FC Bayern (2009 bis 2012) und wird in der neuen Saison das Trikot von 1860 München tragen. Eigentlich ist da das Fan-Getöse immer recht groß, doch bei Olic wird gejubelt statt geschimpft. 

Kein Wunder, denn der Kroate ist ein leidenschaftlicher Kämpfer und gibt immer alles.  

Olic freut sich auf die neue Herausforderung bei den Löwen und spricht jetzt im SPORT1-Interview über seinen neuen Klub, Trainer Kosta Runjaic und die einzigartige Fan-Liebe.

SPORT1: Herr Olic, plötzlich stehen Sie wieder im Fokus. Wie fühlt sich das an?

Ivica Olic: Es fühlt sich toll an. Das mit den Löwen kam jetzt doch ein bisschen überraschend. Als ich aus Wolfsburg zum Hamburger SV wechselte, dachte ich, dass ich langfristig in Hamburg bleiben werde. So war es auch mit meiner Familie besprochen...

SPORT1: Bis Thomas Eichin anrief…

Olic: Stimmt. Weil die Geschichte beim HSV sportlich für mich nicht so gut lief, wollte ich noch nicht aufhören. Ich hatte im letzten Jahr leider nicht so viele Einsatzzeiten wie erhofft. Aber ich habe im Training gesehen, was ich kann und will jetzt einfach zeigen, dass ich immer noch gut genug für den Profifußball bin. Ich hatte neben den Löwen auch Angebote aus dem Ausland, aber die Gespräche mit Thomas Eichin und Kosta Runjaic waren klasse. Ich hatte ein gutes Gefühl, und das ist nicht nur so daher gesagt. Sechzig ist das, was ich jetzt will. Ich will es allen beweisen.

SPORT1: Warum hat es den Ex-Bayern-Spieler Ivica Olic zu 1860 verschlagen?

Olic: Als ich das erste Mal beim HSV spielte, habe ich mich für Bayern München entschieden. Das war emotional nicht leicht und die Fans konnten es damals nicht nachvollziehen. Aber für meine sportliche Karriere war es die richtige Entscheidung. Ich hatte eine sehr erfolgreiche und gute Zeit in München. Dass ich jetzt hierhin zurückkehren kann, ist eine tolle Sache.

SPORT1: Sie wurden von den Löwen-Fans nicht wie ein Ex-Bayern-Spieler negativ empfangen.

Olic: Stimmt. Aber ich habe auch nichts anderes erwartet. Ich habe in jedem Verein meinen Job gemacht. Die Fans haben überall erkannt, dass ich für 100 Prozent Einsatz und Leidenschaft stehe. Das war immer so, und das werde ich bei den Löwen nicht anders machen.

SPORT1: Die vergangenen Jahre waren alles andere als leicht. Hatten Sie keine Bedenken?

Olic: Als ich von dem Interesse hörte, habe ich zuerst an das gedacht, was man in den letzten Jahren alles lesen konnte. Das hatte immer etwas mit Unruhe und Problemen zu tun. Aber durch die neue Führung des Klubs ist ein positives Klima entstanden. Ich glaube daran, dass es jetzt besser wird. Das veränderte Konzept gefällt mir.

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SPORT1: Auch Trainer Runjaic hat kroatische Wurzeln. War deshalb eine gleiche Wellenlänge zwischen Ihnen beiden?

Olic: Das hat unabhängig davon gleich funktioniert. Kosta ist schon sein ganzes Leben in Deutschland und seine Ansichten vom Leben und vom Fußball gefallen mir. Das Wichtigste ist, dass du als Spieler mit dem Trainer menschlich gut kannst.

SPORT1: Thomas Eichin hat alle Wünsche von Kosta Runjaic erfüllt. Wie sehen Sie ihn?

Olic: Wir hatten sehr gute Gespräche und in den ersten Tagen hat sich der gute Eindruck bestätigt. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm. Er hat viel Erfahrung durch die Zeit in Bremen, das wird 1860 sicher gut tun.

SPORT1: Wie traurig war Ihre Familie, als Sie sagten, dass Sie nochmal eine neue Herausforderung annehmen?

Olic: Meine Familie wird in aller Ruhe entscheiden, wo sie leben möchte. Wir haben in München noch viele Freunde von damals. Die neue Situation ist nicht problematisch, weil wir diese Phasen kennen. Ich hätte sie natürlich am liebsten bei mir.

SPORT1: Es herrscht eine Aufbruchsstimmung in Verein und Umfeld. Was ist mit 1860 in der neuen Saison möglich? 

Olic: Es ist wichtig, dass alle begreifen müssen, dass es sich bei Sechzig aktuell um ein Projekt handelt. Das funktioniert nicht über eine Nacht oder innerhalb einer Woche. Es wird eine Zeit lang dauern, bis wir mit dieser neuen Mannschaft zu Stabilität finden, uns mehr und mehr verbessern und dann den nächsten Schritt gehen können. Der Verein braucht Stabilität nach dem ganzen Stress in den Jahren zuvor. Ruhe und Konstanz sind ganz entscheidend für Erfolg.

SPORT1: Karim Matmour und Sie haben sehr viel Erfahrung. Wie wichtig ist das in der Zweiten Liga?

Olic: Das ist extrem wichtig. Karim kennt die Bundesliga und die Zweite Liga. Ich habe im Pokal oft gegen Zweitligisten gespielt und weiß, dass das nicht einfach ist. Von der Qualität sind viele Mannschaften auf einem Level. Einen echten Favoriten gibt es nicht. Stuttgart hat auch ein gutes Team, aber in der Zweiten Liga kann jeder jeden schlagen. 

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