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DSC Arminia Bielefeld v Eintracht Braunschweig - Second Bundesliga
Die beste Abwehr der Zweiten Liga kassierte gegen Bielefeld gleich sechs Gegentreffer © Getty Images

Bielefeld - Nach der Schmach in Bielefeld bündelt Braunschweigs Coach Lieberknecht schon mal alle Kräfte für das Saisonfinale - Arminia hat den Klassenerhalt in eigener Hand.

Eintracht Braunschweig hat durch die 0:6-Klatsche bei Arminia Bielefeld einen wohl entscheidenden Rückschlag im Kampf um die direkten Aufstiegsplätze und die höchste Saisonniederlage kassiert.

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Die Arminia dagegen kletterte durch den furiosen Erfolg hingegen vom vorletzten Rang auf Tabellenplatz 15 und hat den Verbleib in der 2. Bundesliga nun in der eigenen Hand. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)

"Im Kopf gewonnen"

"Das habe ich als Trainer in dieser Form auch noch nicht erlebt: dass wir so deutlich und verdient verloren haben", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht nach der Partie am SPORT1-Mikrofon. "Man hat gemerkt, dass die Arminia dieses Spiel schon im Kopf gewonnen hatte."

Ein Beleg für seine Aussage: Seine Mannschaft brachte keinen Ball auf das Tor von Arminia-Torwart Wolfgang Hesl.

"Bei uns ging es in den letzten Wochen darum, dass wir angeblich das leichteste Restprogramm hätten", führte er weiter aus. "Dann kann man immer warnen, aber du weißt trotzdem, dass es schwer wird."

Bielefeld-Matchwinner Reinhard Yabo war dagegen hochzufrieden. "Wir nehmen das mit, wir freuen uns, aber wir haben noch nichts erreicht", warnte er bei Sky.

Bielefeld wie entfesselt

Nach ausgeglichenem Beginn ging die Arminia in der 13. Minute durch ein Eigentor von Jan Hochscheidt in Führung. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Keanu Staude, wieder für Fabian Klos in der Startelf, hatte sich zuvor auf seinem Solo-Lauf gegen drei Braunschweiger durchgesetzt und den Ball in die Mitte gebracht. Hochscheidt hielt seinen Fuß rein, der Ball kullerte am verdutzten Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic ins Tor.

Julian Börner legte zehn Minuten später das 2:0 nach, als er den Ball kompromisslos vom Fünfmeterraum in die Maschen drosch. Von Braunschweig war bis zum Halbzeitpfiff nichts zu sehen, die Arminia war klar überlegen, auch wenn sie zu keinen gefährlichen Torchancen mehr kam.

Braunschweig zerfällt in Einzelteile

Auch nach dem Halbzeitpfiff zeigte Braunschweig keine Reaktion, obwohl Trainer Torsten Lieberknecht zwei Wechsel vornahm. Weiterhin schien es, als sei Bielefeld der Aufstiegs- und Braunschweig der Abstiegskandidat.

Folgerichtig traf Reinhold Yabo nach einem stark ausgespielten Konter in der 65. Minute zum 3:0 und legte eine Minute später seinen nächsten Treffer nach.

In der 71. Minute traf Shootingstar Keanu Staude per Schlenzer zum 5:0 - Braunschweig zerfiel in seine Einzelteile. Fünf Minuten später machte Yabo mit seinem dritten Treffer das halbe Dutzend voll - und das gegen die bis dato beste Defensive der Zweiten Liga.

Relegationsrang sicher für Braunschweig

Braunschweig fiel durch seine Niederlage und den gleichzeitigen Erfolg von Hannover 96 im Parallelspiel gegen den VfB Stuttgart auf Rang 3 zurück und hat jetzt drei Punkte Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze. (Ergebnisse des 33. Spieltags im Überblick)

Damit nicht genug ließ die Eintracht sich ihr Torverhältnis zerschießen und hat nur noch Minimalchancen, direkt in die Bundesliga aufzusteigen. Trotzdem beschwichtigte Lieberknecht bei Sky: "Das Vertrauen ist nicht abhanden gekommen."

"Uns bleibt nichts übrig, als das jetzt abzuhaken", forderte Lieberknecht. Immerhin können die Braunschweiger durch den Patzer von Union Berlin nicht mehr von Relegationsrang drei verdrängt werden, haben damit weiterhin die Chance auf Bundesligafußball in der kommenden Saison.

Die Eintracht muss also wahrscheinlich in der Relegation nachsitzen, zuvor steht aber am letzten Spieltag die Heimaufgabe gegen den Karlsruher SC an.

Die theoretische Restchance auf den Direktaufstieg besteht nur bei eigenem hohen Sieg gegen die Baden und gleichzeitigen Niederlagen von Hannover und Stuttgart.

Bielefeld reist zum Saisonfinale nach Dresden und kann den Klassenerhalt aus eigener Kraft klarmachen. "Wir dürfen keine Angst haben", sagte Arminia-Coach Jeff Saibene. "Ab Mittwoch gibt es nur noch Fokus auf Dresden."

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