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Wolfsburg und München - Der VfL Wolfsburg landet mit Chelseas Andre Schürrle offenbar unmittelbar vor Ende der Transferperiode einen Transfer-Coup. Schürrles Berater erklärt bei SPORT1, woran es noch hakt.

Der VfL Wolfsburg zieht kurz vor dem Ende der Transferperiode offenbar doch noch Wunschspieler Andre Schürrle an Land - muss sich aber noch mit dem FC Chelsea einigen.

Schürrles Berater Ingo Haspel bestätigte SPORT1 die Einigung zwischen Schürrle und den "Wölfen", betonte aber: "Es kommt darauf an, dass alles unterschrieben sein muss. Beide Vereine müssen sich erst mal einigen."

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ist am Sonntag zu Gast im Volkswagen-Doppelpass - ab 11 Uhr im TV auf SPORT1
Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ist am Sonntag zu Gast im Volkswagen-Doppelpass - ab 11 Uhr im TV auf SPORT1 © SPORT1/getty

Der Transfer des Weltmeisters in die Autostadt könnte demnach auch erst übers Wochenende in trockene Tücher gebracht werden. "Ich bin im Fußball einiges gewöhnt und mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir warten müssen, bis alles unterschrieben ist", sagte Schürrles Berater: "Noch ist es nicht perfekt."

Auch VfL-Manager Klaus Allofs erklärte: "Der Wechsel von André Schürrle ist noch längst nicht perfekt. Es gibt es noch einige Klippen, die es zu umschiffen gilt."

Vor dem Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern wurde Allofs bei "Sky" konkreter: "Wir würden ihn gerne verpflichten. Ich bin eingeschränkt optimistisch. André Schürrle würde liebend gerne zum VfL Wolfsburg kommen, Chelsea möchte ihn auch abgeben, aber dennoch gibt es noch Probleme im wirtschaftlichen Bereich."

Der 24-jährige Schürrle soll bei den Niedersachsen einen Vertrag bis zum Sommer 2019 unterschreiben und etwa 30 Millionen Euro Ablöse kosten. Sein aktuelles Gehalt von etwa sechs Millionen Euro soll er auch in Wolfsburg beziehen.

Breitner beeindruckt

In München hinterlässt die wohl spektakuläre Verpflichtung durchaus Eindruck.

FCB-Berater Paul Breitner erklärte auf SPORT1-Nachfrage: "Das zeigt mir, dass die Wolfsburger einiges vorhaben - nicht nur für die Rückrunde, sondern für die nächsten paar Jahre. Da wird sich einiges tun."

Eines ist klar: Der Schürrle-Deal ist ein starkes Signal der Wolfsburger an die Bundesliga.

Teuerster Transfer der Vereinsgeschichte

Der Offensivspieler wäre bei der kolportierten Ablösesumme Wolfsburgs dritter Megadeal seit 2013 und zugleich der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte.

Er würde den Belgier Kevin De Bruyne ablösen, der vor einem Jahr für etwa 22 Millionen Euro ebenfalls vom FC Chelsea nach Wolfsburg gewechselt war.

Im Januar 2013 war Luiz Gustavo für 20 Millionen Euro von Bayern München gekommen. Die gute Entwicklung der Mannnschaft in der Hinrunde bis hin zum Bayern-Jäger Nummer eins dürfte die Wolfsburger Führungsriege ermutigt haben, den Stil fortzusetzen.

Obwohl die UEFA derzeit im Zuge des Financial Fair Play die Bilanzen des VfL Wolfsburg prüft, scheut Allofs den Mega-Deal nicht. Die UEFA schaut, ob der Klub mehr Geld ausgibt, als er einnimmt.

Die Untersuchungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen, offenbar wurden bislang keine Mängel gefunden. Allofs sieht anscheinend keine Probleme und drängt als Architekt einer neuen Mannschaft mit aller Macht in die Champions League.

Zuletzt nicht einmal im Kader

Schürrle, der zur Saison 2013/14 von Bayer Leverkusen an die Stamford Bridge gewechselt war, wurde bei Chelsea nie zur festen Größe.

In seiner ersten Saison war der schnelle Offensivmann in 38 Spielen der Premier League 15-mal von Beginn an dabei.

Chelsea-Coach Jose Mourinho mit Andre Schürrle
Andre Schürrle (l.) war bei Jose Mourinho zuletzt nur zweite Wahl © Getty Images

Nachdem er im Sommer als Weltmeister zurückkehrte, der im Finale die Vorlage zum Siegtor von Maria Götze gegeben hatte, sollte es im zweiten Jahr aufwärts gehen. Doch in 22 Liga-Spielen mischte Schürrle bislang 14-mal mit - lediglich fünfmal von Beginn an.

Insgesamt erzielte er in 65 Pflichtspielen auf der Insel 14 Treffer und bereitete weitere drei Tore vor. Immer wieder hatte er aber mit Fitness- und Verletzungsproblemen zu kämpfen und fand so nur selten zu seiner Topform.

Zuletzt strich Jose Mourinho den Edel-Joker sogar zweimal ganz aus dem Kader.

Schürrle bittet um Freigabe

Das Verhältnis schien zerrüttet, für Schürrle war der Bogen überspannt. Er schickte seinen Vater Joachim und seinen Berater Haspel in die Spur. Das Duo verhandelte erst stundenlang in London, dann am Donnerstag in Wolfsburg.

Auch Mourinho zeigte sich bereit, den Ergänzungsspieler für 30 Millionen Euro ziehen zu lassen. "The Special One" hatte längst Ersatz im Auge.

Eine Einigung mit dem kolumbianischen WM-Star Juan Cuadrado vom AC Florenz steht offenbar kurz bevor, berichten verschiedene englische Medien.

Die Millionen aus dem Schürrle-Transfer würden damit direkt wieder in die Mannschaft investiert. 

Auch in Wolfsburg dreht sich das Transferkarussell weiter. Im Gegenzug wird der Kroate Ivica Olic Wolfsburg verlassen und kehrt zurück zum Hamburger SV.

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