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Roman Weidenfeller nach dem Spiel von Dortmund gegen Augsburg
Dortmunds Roman Weidenfeller diskutiert mit den eigenen Fans © Getty Images

Dortmund - Weiter kein Tor im neuen Jahr, weiter Platz 18. Gegen lange nur zehn Augsburger verschlimmert sich Dortmunds Krise gewaltig. Die BVB-Fans pfeifen heftig, zwei Spieler suchen den Dialog.

Roman Weidenfeller stellte sich. Der Zaun im Dortmunder Signal-Iduna-Park trennte den Torhüter von den eigenen Fans, es war besser so nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC AugsburgBorussia Dortmund bleibt ohne Treffer in der Rückrunde und setzt sich auf dem letzten Platz fest (DATENCENTER: Tabelle). Die eigenen Anhänger pfiffen, was Kiefer und Lippen hergaben, sie warfen Bierbecher.

"Ich kann die Leute verstehen, die heute gepfiffen haben. 'Wir wollen euch kämpfen sehen' kann ich auch nachvollziehen", sagte Trainer Jürgen Klopp danach bei "Sky". "Die Mannschaft kämpft, aber wenn sie kämpft, dann falsch. Denn kämpfen heißt auch im entscheidenden Moment Mut zu zeigen für die richtige Entscheidung."

"Wenn man nach dem 19. Spieltag dort steht, wäre es eine Frechheit, kein Verständnis für die Reaktion der Fans zu haben", kommentierte Mats Hummels. Auch der Kapitän war an den Zaun gegangen und hatte sich Wut abgeholt.

Keine Wende bei Dortmund

Selbst in Überzahl gelang dem Vizemeister gegen Augsburg nicht die Wende, schon im Lauf der zweiten Halbzeit schwollen die Pfiffe mächtig an.

Der BVB unterlag dem FCA nach desolaten zweiten 45 Minuten (SERVICE: Die Statistiken des Spiels), die Schwaben unterstrichen dabei ihre Europacup-Ambitionen mit dem zweiten Sieg im neuen Jahr eindrucksvoll (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Bobadilla mit dem Siegtor

Raul Bobadilla schockierte den BVB und den Großteil der 80.667 Fans in der ausverkauften Dortmunder Arena mit seinem sechsten Saisontreffer in der 50. Minute (Zum Nachhören: Die Highlights des Spiels auf SPORT1.fm).

"Das Ergebnis tut weh. Aber wir müssen nicht so tun, als hätten wir mit dem Ergebnis nichts zu tun. Das Gegentor ist fünf-, sechsmal zu verteidigen", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp bei "Sky". "Wir haben den Ball oft gut liegen, aber dann kommt der Schuss nicht. Wer nicht schießt, kann nicht treffen. Wir schießen zu selten. Und wenn wir schießen, liegt der Ball nicht richtig. Wir schießen teilweise aus 22 Metern, wo wir noch fünf, sechs Meter gehen könnten."

Schwach in Überzahl

Dortmund konnte auch seine Überzahl nach einer Roten Karte gegen Christoph Janker (64.) wegen einer Notbremse nicht nutzen. Folglich warten die Westfalen seit dem 5. Dezember vergangenen Jahres auf (1:0 gegen Hoffenheim) auf einen Sieg.

"Unser Problem ist, das wir nicht in Führung gehen. Wir laufen in der ganzen Saison nur noch Rückständen hinterher", sagte Dortmunds Kapitän Mats Hummels. "Das fehlt uns, dass wir selber mal tief stehen und kontern können. Das würde theoretisch gut tun, ist aber natürlich Spekulation."

Gündogan und Aubameyang zurück

Mit dem genesenen Ilkay Gündogan sowie Pierre-Emerick Aubameyang, aber ohne den angeschlagenen Lukasz Piszczek begann der BVB und versuchte, mit aggressiven Angriffen gleich nach dem Anpfiff Zeichen zu setzen.

Augsburg indes setzte auf eine geschlossene Defensive und Ballkontrolle, um das Tempo aus dem Spiel der Borussen zu nehmen.

Nach zehn Minuten nahm die Begegnung Fahrt auf, als der Ex-Dortmunder Dong Won Ji (14.) den Ball bei einem der wenigen Angriffsversuche der Gäste über das Tor von Roman Weidenfeller lupfte.

Kampl und Reus scheitern

Auf der Gegenseite hatten Winterzugang Kevin Kampl bei seinem Heimdebüt sowie Reus und Aubameyang innerhalb einer Minute (15.) den Führungstreffer auf dem Fuß.

Im Vergleich zum 0:0 am vergangenen Samstag bei Bayer Leverkusen präsentierte sich der BVB fußballerisch verbessert, ließ aber allzu oft die Genauigkeit im Abschluss vermissen.

Dennoch lag der Führungstreffer des BVB vor dem Halbzeitpfiff in der Luft.

Dortmund patzt

Unmittelbar nach dem Wechsel präsentierten sich auch die Gäste wesentlich angriffslustiger. Bobadilla nutzte einen Abpraller nach einem freistehend zum 1:0, nachdem sich Hummels, Sahin und Sokratis in Dortmunds Defensive gegen Altintop arg unbeholfen angestellt hatten.

Der Treffer zeigte Wirkung, es folgten wütende, aber unüberlegte Angriffe mit steigender Fehlpassquote. Augsburg agierte hingegen mit breiter Brust gegen den verunsicherten Champions-League-Achtelfinalisten.

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