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München - Borussia Dortmund bietet Marco Reus einen hoch dotierten Vertrag an - und hat Erfolg: Er bleibt länger beim BVB. Hans-Joachim Watzke zieht Vergleiche mit zwei vereinstreuen Profis.

Die große mediale Bühne gehörte in den letzten Tagen ihm. Mal wieder. Und dafür braucht es nun wahrlich keinen Blick in die Glaskugel: Das wird auch in den nächsten Tagen so bleiben.

Denn: Es ist die spektakulärste Meldung der Woche - ach, wahrscheinlich des Monats. Marco Reus verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2019.

Zehn Millionen Euro soll er jährlich verdienen. Er steigt beim BVB damit zum absoluten Topverdiener auf, wird in den nächsten Jahren um satte 40 Millionen Euro reicher.

Seeler und Gerrard als Vorbild

Die Reaktion beim BVB? Klar, überschwänglich. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sagte nach der Unterschrift: "Marco kann in Dortmund eine Ära prägen, so wie es vor ihm Uwe Seeler in Hamburg oder Steven Gerrard in Liverpool getan hat. Dass sich Marco inmitten einer sportlichen Krise für den BVB entschieden hat, zeigt ein Höchstmaß an Identifikation, auf das wir sehr stolz sind."

Die Dortmunder lassen sich die aus ihrer Sicht so erfreuliche Nachricht jedoch einiges kosten. Der BVB streckt sich aus finanzieller Sicht für den Mittelfeldstar bis an die Decke. Vor allem jetzt, da man sich in dieser Saison voraussichtlich nicht für die Champions League qualifizieren wird.

Vertrag ohne Ausstiegsklausel

So verzichten die Dortmunder nun auch auf eine Ausstiegsklausel im neuen Vertrag. "Die gibt es bei uns nicht mehr", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits zuvor. Der Kontrakt gilt nach BVB-Angaben auch für die Zweite Liga.

Die Vertragsverlängerung ist gleichzeitig auch eine endgültige Absage an all die Vereine, die um den 25-Jährigen buhlten. Reus' vorheriger Vertrag lief bis 2017, beinhaltete eine Ausstiegsklausel über 25 Millionen Euro. Es wäre ein echtes Schnäppchen für einen Spieler dieser Klasse gewesen. Die Sorgen können die Dortmunder nun ruhigen Gewissens ad acta legen.

Rückendeckung in der Führerschein-Affäre

Für Reus selbst ist die Entscheidung auch eine Herzensangelegenheit. Er kennt die Vorzüge seiner jetzigen fußballerischen Heimat: Die Familie wohnt in der Region, er genießt volle Rückendeckung vom Verein. Daran konnte auch die Tatsache, dass er jahrelang ohne Führerschein unterwegs war, überhaupt nicht rütteln.

Folgende Frage darf jedoch gestellt werden: Was wäre überhaupt Reus' Alternative gewesen? Ein Wechsel zum FC Barcelona? Der darf vorläufig keine Transfers tätigen, käme also für einen Wechsel in diesem Sommer gar nicht in Betracht.

Zu Real Madrid? Dort herrscht jetzt schon ein Überangebot an durchaus talentierten Mittelfeldspielern.

Und die Bayern? Sagten auf Grund des enormen Konfliktpotenzials zum BVB bereits ab.

Der Nationalspieler nimmt nun also eine Saison in Kauf, in der er aller Voraussicht nach nicht auf der internationalen Bühne auftritt. Seine Worte klingen dafür umso energischer: "Dortmund ist meine Heimatstadt, und die Borussia einfach mein Verein. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zukunft mit unserem Team und unseren fantastischen Fans im Rücken. Es gibt viel zu tun, und da möchte ich kräftig mit anpacken!"

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