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Leverkusen - Über den Kampf will sich Schlusslicht Borussia Dortmund aus dem Tabellenkeller befreien. BVB-Coach Jürgen Klopp hat für die kommenden Aufgaben mehr als nur einen Plan parat.

Zufrieden. Das war die meistgebrauchte Vokabel der Dortmunder Akteure nach dem 0:0 bei Bayer Leverkusen.

"In der jetzigen Situation können wir eigentlich nur zufrieden sein", sagte Debütant Kevin Kampl. "Mit unserer Leistung können wir zufrieden sein", meinte Neven Subotic.

Und Jürgen Klopp war sogar "total zufrieden "mit der Art und Weise".

BVB nimmt bei Bayer den Kampf an

Fußballerisch war der Auftritt zum Rückrundenauftakt alles andere als ein Glanzstück. Dass sich hier zwei Champions-League-Achtelfinalisten gegenüberstanden, war zu keinem Zeitpunkt zu erahnen.

"Ich kann nicht Abstiegskampf predigen und Champagner-Fußball fordern", verteidigte Klopp hinterher das Auftreten seines Teams.

Die Bedeutung des Wortes "Abstiegskampf" haben die Dortmunder jedenfalls verstanden. "Wir haben den Kampf angenommen", betonte Kampl, der in seinem ersten Pflichtspiel zu den aktivsten Borussen gehörte.

Defensivleistung macht Ginter Hoffnung

"Unser großes Ziel war es, hier zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Aber gerade auf der Defensivleistung können wir aufbauen", sagte Matthias Ginter zu SPORT1.

Bayer 04 Leverkusen gegen Borussia Dortmund
Dortmunds Matthias Ginter (r.) im Zweikampf mit Leverkusens Emir Spahic © Getty Images

"Offensiv müssen wir noch ein bisschen ruhiger oder abgezockter vor dem Tor sein. Dann wären wir hier vielleicht sogar als Sieger vom Platz gegangen", so der Nationalspieler, der sich auf der Sechserposition nach anfänglichen Problemen in der zweiten Halbzeit steigerte. 

Die Passquote von nur 44 Prozent zeigt aber die Unsicherheit, mit der die Dortmunder noch zu kämpfen haben.

"Müssen nicht auf die Tabelle schauen"

Trotz des Punktgewinns bleibt der BVB durch den 4:1-Erfolg von Freiburg Tabellenletzter. Ein Umstand, der für Trainer und Spieler nach 18 Spieltagen zweitrangig ist (Datencenter: Tabelle).

"Das hängt nicht so sehr in den Köpfen drin. Im Moment müssen wir nicht auf die Tabelle schauen", erklärte Marcel Schmelzer gegenüber SPORT1.

"Wir sind 18., aber das ist wurscht. Wir sind in Schlagdistanz. Es sind nur zwei Punkte auf die Region, die ich im Moment als Paradies bezeichnen würde", sagte Klopp. 

Nur ein Sieg vom Nichtabstiegsplatz entfernt

Nur ein Sieg, schon wäre man auf einem Nichtabstiegsplatz. Das hat nicht nur Freiburg vorgemacht. Zuletzt stand der abgestürzte Vizemeister am 13. Spieltag nach einem 0:2 in Frankfurt ganz unten.

Nur einen Spieltag später katapultierten sich die Schwarzgelben mit einem 1:0-Heimsieg gegen Hoffenheim auf den 14. Platz.

Klopp verteidigt seinen Plan

Bereits am Mittwoch bekommt der BVB zuhause gegen den FC Augsburg die Chance, in Klopps Paradies einzuziehen.  

Allerdings wird das nur über den Kampf und mit langen und hohen Bällen wie in Leverkusen nicht gelingen. Das weiß auch Jürgen Klopp.

"Wir haben verschiedene Pläne, ganz bestimmt. Für heute war das der richtige", sagte er mit entschlossener Miene.

Immobile ungefährlich, Aubameyang auf der Bank

Den richtigen Plan gegen Augsburg hatten die Dortmunder schon in der Hinrunde. Dort gelang ihnen am zweiten Spieltag mit einem 3:2 der bislang einzige Auswärtssieg in dieser Saison.

Ob Ciro Immobile erneut Teil des Kloppschen Plans sein wird? Der Italiener rieb sich an vorderster Front auf, strahlte aber wieder einmal zu wenig Torgefahr aus (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Afrika-Cup-Rückkehrer Pierre-Emerick Aubameyang saß nur auf der Bank. Der treffsicherste BVB-Schütze könnte dem schwächelnden Offensivspiel in Kürze wieder neues Leben einhauchen.

"Über Stabilität finden wir zurück. Das war der erste Schritt heute", ist Klopp überzeugt.

Leverkusen macht Schritt zurück

Einen Rückschritt machte dagegen Bayer Leverkusen bei seinem sechsten Unentschieden in der BayArena.

"Es war schwierig, richtigen Spielfluss reinzubekommen, auch weil Dortmund mit vielen langen Bällen gespielt hat", meinte Bayers Sturmspitze Stefan Kießling.

Doch am Ende ging es den Gastgebern nicht anders als den Dortmundern. Auch sie waren mit dem Punktgewinn - trotz anderer Ansprüche - ziemlich zufrieden.

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