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Maximilian Beister wechselte 2012 von Fortuna Düsseldorf zum Hamburger SV © Getty Images/Privat

München - Hamburgs Maximilian Beister wird für seine Geschäftsidee gefeiert. Sie hat schon ganz England erobert. Deutschland muss sich noch gedulden mit der Einführung des "SnaxCups".

Es waren harte Monate für Maximilian Beister.

Der Mittelfeldspieler des Hamburger SV verletzte sich in der Winter-Vorbereitung 2013/2014 schwer und fiel mit einem Kreuzbandriss über ein Jahr aus. Selbstzweifel nagten an ihm.

Doch in der Zeit der Verletzung hatte Beister viel Zeit, um nachzudenken - über sich und seine Karriere. Sein Stammplatz war die Tribüne und da kam ihm eine Idee.

Zusammen mit zwei Freunden entwickelte Beister den "SnaxCup" und brachte diesen auf den Markt.

"Ich hatte während meiner Verletzung Zeit mir Gedanken zu machen, wie ich meine Zukunft planen will. Und da ich im Stadion immer gesehen habe, dass die Zuschauer ein echtes Komfort-Problem haben, wenn sie Getränke und Essen zusammen in den Händen halten, habe ich vorgeschlagen, dass wir diesen 'SnaxCup' auch für Stadien entwickeln sollen", sagte Beister im Gespräch mit SPORT1.

Die Idee wurde "verfeinert und inzwischen haben sich aus allen Kontinenten Leute gemeldet", so Beister. Es gebe "extrem viele Interessenten". Weltweit.

Fans Hamburger SV
"MB9" is back: Die Fans des Hamburger SV freuen sich über die Rückkehr von Maximilian Beister

Auch in Deutschland Interesse

In Deutschland müssen die Fans noch beide Hände benutzen, wenn sie Essen und Getränke im Stadion oder im Kino jonglieren wollen.

Hierzulande hat es noch nicht geklappt mit der Produkteinführung, doch das findet Beister gar nicht so tragisch. Denn Interessenten gebe es auch hierzulande. Wann und ob der "SnaxCup" in Deutschland geben wird, kann er allerdings noch nicht sagen.

"Bis so eine Idee dann auch hier bei uns zum Abschluss kommt, braucht es Zeit. Es muss alles gut durchdacht sein, auch von der Logistik her. Wir können das nicht vorher planen, wir hoffen natürlich, dass sich der 'SnaxCup' auch in Deutschland durchsetzt. Wir machen uns da aber keinen Druck."

Hinter diesem Markennamen verbirgt sich eine Kombination aus Trinkbecher und Teller - so können Stadion- und Kinobesucher gekaufte Snacks unfallfrei zum Platz transportieren.

Mark Hinze, ehemaliger Jugendspieler des HSV, und dessen Bruder hatten die Grund-Idee einen "SnaxCup" für Kinos zu entwickeln.

Beister gründet Fußball-Klub

Angst um seine Karriere hatte Beister nicht. Doch Pläne gab es genug. Neben seiner Geschäftsidee gründete er noch den Fußballklub SC Lüneburg 2014.

Ihm wurde schmerzhaft klar: "Ich habe während meiner Verletzung einfach aufgezeigt bekommen, dass es schnell vorbei sein kann. Und deshalb will ich nach meiner Karriere einen sanften Übergang haben und schon jetzt wissen, was ich danach mache."

Beister wollte die Zeit während der Verletzung nutzen, "um nicht auf den harten Boden zu fallen".

Da muss er sich erst mal keine Sorgen machen. Die Trink-Ess-Kombination kommt an. Inzwischen konnten erste Becher in Eishockey-Stadien in Skandinavien verkauft werden.

"Darüber sind wir schon sehr froh", berichtete Beister. "Wir alle drei waren schon überwältigt, dass so viele Interessenten kamen."

Positive Reaktionen aus der Mannschaft

Auch die Reaktionen in der Mannschaft seien "durchweg positiv" gewesen, ergänzt Beister. "Die Jungs waren alle überrascht, dass es so ein Ding noch gar nicht gibt. Ich habe mal ein, zwei gezeigt und die Kollegen mussten schmunzeln, finden es aber eine 'coole Idee'."

Beister ist übrigens beim HSV mit seinem Unternehmergeist nicht allein: Trainer Joe Zinnbauer ist während seiner Fußballkarriere als Finanzberatungsunternehmen zum Selfmade-Millionär aufgestiegen.

Hat sich Beister da Tipps geholt? "Soweit kam es dann doch nicht", sagte er. "Wir sprechen nur über Fußball."

"Maxi Beister the snacking Meister"

Auf in England scheint die Idee von Maxi Beister und seinen Geschäftspartnern eingeschlagen zu sein, das englische Fußball-Magazin "FourFourTwo" würdigte das Produkt sogar auf einer Seite mit der Überschrift "Maxi Beister the snacking Meister".

Und in der französischen Fußballzeitschrift "Le Foot" findet sich ebenfalls ein Artikel zum "SnaxCup".

Dazu haben sich mittlerweile Interessenten aus Australien und der Karibik bei der kleinen Firma gemeldet - mit seiner Investition hat der Torjäger offensichtlich den richtigen Riecher bewiesen.

Eines ist ihm aber ganz wichtig. "Natürlich boomt das jetzt ganz schön mit dem 'SnaxCup', aber meine volle Konzentration gilt dem Fußball und dem HSV."

Das wird Beisters Unternehmer-Kollege Zinnbauer gerne hören.

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