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Schalke 04 um Julian Draxler (l.) ist schon seit vier Spielen ohne Sieg
Schalke 04 um Julian Draxler (l.) ist schon seit vier Spielen ohne Sieg © Getty Images

Gelsenkirchen - Schalke 04 bleibt gegen den SC Freiburg bereits zum vierten Mal in Folge ohne Sieg und schreibt die Champions League ab. Die Maßnahmen von Roberto Di Matteo verpuffen.

Die Torlos-Serien von Schalke 04 hatten sich gerade um schwer erträgliche 90 Minuten verlängert, als Rückkehrer Julian Draxler das Gerede von der Champions League beendete.

"So gehören wir da nicht hin", stellte der lange verletzte Weltmeister nach dem enttäuschenden 0:0 der Königsblauen gegen den SC Freiburg klar.

Nach 270 Minuten ohne Treffer und fast vier Monaten ohne Stürmertor in der Bundesliga ist die Königsklasse außer Reichweite. In Gelsenkirchen heißt es im Frühjahr 2015: Die Null steht, die letzte Hoffnung geht.

Heldt hakt Champions League ab

"Das hat sich erledigt", gab auch Sportvorstand Horst Heldt zu, "unser Ziel, das wir in den letzten drei Jahren erreicht haben, haben wir jetzt verpasst".

(Schalke-Boss Clemens Tönnies und Ex-Trainer Mirko Slomka im Volkswagen Doppelpass - So., ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE auf SPORT1.fm)

Auf zehn Punkte ist sechs Spiele vor dem Saisonende der Rückstand auf Rang vier angewachsen, selbst ein Platz in der Europa League ist nach nur sieben Zählern aus den letzten acht Partien nicht mehr sicher (DATENCENTER: Tabelle).

"Wir müssen jetzt alles dafür tun, da reinzukommen", sagte Heldt.

Keine Tore, keine Siege

Der Schalker Absturz ist alarmierend: Vor zwei Monaten waren die Königsblauen nach dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach noch Dritter, seitdem gewannen sie nur noch ein Spiel.

Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat schon seit 1008 Bundesliga-Minuten nicht mehr getroffen, sein Sturmpartner Eric Maxim Choupo-Moting ist seit 900 Minuten erfolglos.

Gegen die abstiegsbedrohten Freiburger erreichten die kriselnden Gelsenkirchener einen neuen Tiefpunkt: Kein Tempo, keine Spielidee, keine Automatismen.

Di Matteo ändert das System

Immer mehr Außenstehende fragen sich, was Trainer Roberto Di Matteo seit seinem Amtsantritt im Oktober eigentlich bewirkt hat.

Gegen den Sport-Club nahm der Italiener Abschied von seinem 5-3-2-System, mit dem er monatelang hatte spielen lassen - weil er im 4-2-3-1 seines Vorgängers Jens Keller das Spiel ganz auf den mehr als ein Jahr verletzten Flügelstürmer Jefferson Farfan zuschneiden wollte.

Der Peruaner war bei seinem Startelf-Comeback nach mehr als 13 Monaten bezeichnenderweise dann auch der einzige Schalker, der sich um Tempo und Kreativität bemühte (Die Highlights der Partie auf SPORT1.fm).

Schuster vergibt Freiburger Sieg

Draxler, seit Ende Oktober mit einem Sehnenriss im Oberschenkel außer Gefecht, kehrte in der letzten Viertelstunde aufs Feld zurück. Zu spät, um die Knappen ein viertes Mal in Folge in die Champions League zu führen.

Am Ende hatten die Schalker sogar Glück, dass sie im Kampf um Platz fünf noch einen Punkt auf den Verfolger FC Augsburg gutmachten.

Denn die nun seit drei Spielen ungeschlagenen Freiburger waren dem Sieg näher. Allerdings schoss Kapitän Julian Schuster den Strafstoß nach einem Foul von Benedikt Höwedes an Admir Mehmedi über die Latte (58.). "Das muss ich natürlich auf meine Kappe nehmen", sagte der Fehlschütze, "sonst wären wir mit drei Punkten nach Hause gefahren."

"Müssen nach vorne mehr machen"

Di Matteo, als Champions-League-Sieger von 2012 mit vielen Vorschusslorbeeren und dem Auftrag verpflichtet, der chronisch inkonstanten Mannschaft eine klare Ordnung zu geben, war einigermaßen ratlos.

"Defensiv ist das nicht schlecht, aber sicherlich müssen wir nach vorne mehr machen", sagte der 44-Jährige zum x-ten Mal.

Neun Tore in elf Rückrundenspielen, das letzte vor einem Monat, sprechen eine deutliche Sprache.

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