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München - Pep Guardiola soll angeblich vom FC Bayern zu ManCity wechseln. Die Verbindung liegt nahe, SPORT1 erklärt was für und was gegen einen vorzeitigen Abschied spricht.

Die Nachricht versetzte die Bayern-Fans seit Samstagabend in Aufregung: Pep Guardiola soll angeblich bei Manchester City anheuern. Schon ab Sommer. Das vermeldet der Sportsender beIN Sports, eine aus Katar kontrollierte Sendergruppe, via Twitter.

Guardiola habe sich mit den Citizens bereits auf einen Vorvertrag geeinigt. Allerdings läuft der Vertrag des Bayern-Trainers noch bis Sommer 2016.

Verstecktes Dementi von ManCity

Der Journalist Tancredi Palmeri, Korrespondent bei beIN Sports, twitterte am Samstagabend zu den Spekulationen, dass Guardiola bereits vor zwei Monaten von City kontaktiert worden sei. Damals habe er abgesagt. Nun sei er erneut kontaktiert worden und habe sich alle Optionen offen gelassen.

Ex-Bayern-Spieler und England-Experte Didi Hamann bestätigt das. Er habe am Samstag eine SMS aus Manchester erhalten, verriet der Sky-Experte, der selbst einst bei den Citizens aktiv war. "Eine gut informierte Quelle hat mir gesagt, dass ManCity Pep vor zwei Monaten schon mal angefragt hatte. Damals hatte er noch nein gesagt. Mittlerweile sind sie in fortgeschrittenen Verhandlungen. Es ist wahrscheinlich oder sehr gut möglich, dass Guardiola nächste Saison bei Manchester City ist", sagte Hamann.

Marti Perarnau, Autor des Buchs "Herr Guardiola" und ein Begleiter des Katalanen, widerspricht diesen Aussagen. "Ich glaube, dass er auch nächste Saison Bayern trainieren wird. Für mich ist das eine Spekulation und nichts mehr", sagte Perarnau SPORT1. Guillem Balague, ebenfalls Autor einer Biografie über Guardiola, stimmt bei Sky Sports zu: "Das ist Nonsens, da ist nichts dran: keine Einigung, keine Gespräche, nichts."

Auch ManCity will von einer Vereinbarung nichts wissen: Die britische Daily Mail berichtet von einem Dementi - ohne dass sich ein Vertreter des Scheichklubs direkt zu Wort meldet.

Spanische Verbindung zu City

Verlässt Guardiola wirklich den FC Bayern? Und dass, obwohl er sich zuletzt immer wieder zum Klub bekannt hatte? Zuletzt beispielsweise vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Königsklasse gegen Porto. "Ich werde auch nächstes Jahr hier arbeiten", hatte der Spanier da gesagt.

Guardiola wurde in den letzten Monaten und Jahren immer mal wieder mit dem Scheich-Klub aus England in Verbindung gebracht. Unter anderem, weil in Txiki Begiristain und Ferran Soriano zwei ehemalige Weggefährten aus Zeiten beim FC Barcelona die Klub-Geschicke lenken.

Und beide Spanier haben zuletzt, mehr oder weniger unverhohlen, um Guardiolas Gunst geworben. Nach Informationen der Bild locken Sie ihn mit einem astronomischem Jahresgehalt von 22 Millionen Euro. Am Tag nach dem 6:1 gegen Porto soll sich Sportdirektor Begiristain mit Guardiola in einem Münchner Hotel getroffen haben.

Bayern wollen Guardiola halten

Fraglich ist, ob der FC Bayern den Coach überhaupt vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen würde. Im Moment deutet darauf wenig hin. Trotz des vierten Misserfolgs in einem Pflichtspiel in Folge.

Pep Guardiola in Barcelona
Pep Guardiola führte den FC Barcelona zu zwei Triumphen in der Champions League © Getty Images

Am Samstag hatten die Münchner in der Bundesliga 0:1 gegen den FC Augsburg verloren, in der Champions League ist der 0:3-Rückstand aus dem Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona kaum aufzuholen.

Vertraute aus Guardiolas Umfeld sind nach SPORT1-Informationen von einem Verbleib des Startrainers in München überzeugt.

Analyse bei "Kaffee und Bier"

Andererseits wollte der Coach bislang auch mit den Bayern nicht über eine Vertragsverlängerung sprechen. Als Zeitraum für eine Analyse hatte er am Freitag das Saisonende genannt, danach werde man sich bei "Kaffee und Bier" zusammensetzen.

Die Münchner Bosse wollen ihrerseits Guardiola gerne halten, sind von seinen Qualitäten weiterhin überzeugt. Mit dem 44-Jährigen soll im Idealfall eine neue Mannschaft aufgebaut werden, der angesichts der Altersstruktur notwendige Umbruch soll so geschafft werden.

"Ich hoffe es", sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer am Samstagnachmittag zu einer möglichen weiteren Zusammenarbeit mit Guardiola.

Wird Guardiola unter Druck gesetzt?

Interessanterweise weilte am Samstag auch ein Kamerateam von beIN Sports in der Allianz Arena. Jenem Sender also, von dem die heiße Spekulation kommt. Doch was ist dran an dem Gerücht?

Die eine Möglichkeit: Das Ganze ist wahr, die Verbindungen vom Scheich-Klub ManCity nach Katar sind kurz.

Die andere Möglichkeit: Es ist lanciert worden. Guardiola könnte so dazu gebracht werden, sich schneller zu seiner Zukunft zu erklären. Oder dem FC Bayern soll damit bewusst gemacht werden, was er an Pep hat.

Sicher ist: Vor dem Rückspiel gegen den FC Barcelona drängt das Pep-Thema jedenfalls alle anderen Aspekte an den Rand.

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