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Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund
Ilkay Gündogan wechselte 2011 vom 1.FC Nürnberg nach Dortmund © Getty Images

Dortmund - Der Transfer von Ilkay Gündogan zu einem europäischen Topklub schien lange klar. Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Mittelfeldspieler doch beim BVB bleiben könnte.

Die Anzeichen verdichten sich, dass Ilkay Gündogan auch in der kommenden Saison für Borussia Dortmund auflaufen wird. Das Image des Nationalspielers hat durch das zähe Transfer-Hickhack der vergangenen Wochen und Monate jedoch Kratzer abbekommen.

Der Abschied des 24-Jährigen zum Saisonende schien beschlossene Sache, nachdem dieser das Angebot zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen hatte. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schloss danach einen Verbleib aus. Wenn der Mittelfeldspieler schon geht, wollte der Klub zumindest eine stattliche Summe für ihn einstreichen, bevor er 2016 ablösefrei den Hof verlässt. Nun die Kehrtwende.

Vater und Onkel ziehen die Fäden

Ein Verbleib in Dortmund sei "ganz klar wieder eine Option", sagte Ilhan Gündogan der "Süddeutschen Zeitung". Der Onkel von Ilkay Gündogan, nur sechs Jahre älter, ist dessen Manager. Vater Irfan (51) vertritt als Spieleragent und -berater ebenfalls die Interessen seines Sohnes.

"Es spricht ja einiges dafür, dass Ilkay es in einem gewohnten, angenehmen Umfeld leichter fällt, wieder auf sein altes Niveau zu kommen", begründet Gündogans Onkel nun den Richtungswechsel.

Der Gündogan-Clan hat sich bei seinem Wechselspiel offenbar verpokert. Der FC Bayern und der FC Barcelona waren Gündogans erste Optionen, beide Deals kamen nicht zustande. Lediglich Paris St. Germain soll bereit gewesen sein, Gündogan die gewünschte Summe zu zahlen, bot laut Bild ein Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro.

Doch Gündogan habe abgelehnt, wollte nicht nach Frankreich. Auch Manchester United war im Gespräch. Doch die Gehaltsforderungen sollen immens gewesen sein.

Verbleib nie ausgeschlossen

Offenbar hat das Familienunternehmen Gündogan den Marktwert des lange verletzten Sechsers überschätzt. Ilkay Gündogan selbst hielt sich nach seiner Wechselankündigung Ende April bedeckt, gab keine Interviews, um das Transfertheater nicht weiter zu befeuern. Zumindest schloss er einen Verbleib in Dortmund bis 2016 nie aus.

"Dass ich meinen Vertrag nicht verlängere, heißt nicht zwangsläufig, dass ich im Sommer weg bin", hatte Ilkay Gündogan Anfang Mai betont. Doch obwohl er im Transferpoker mit offenen Karten spielte, hat die Reputation des gebürtigen Gelsenkircheners gelitten.

Viele Fans sind sauer. Dortmunds Manager Michael Zorc aber verteidigt Gündogan: "Ich stand mit Ilkay und seiner Familie immer in Kontakt. Ich kann nur sagen, dass sie sich bisher hochanständig verhalten haben", zitiert ihn Bild.

Kürzlich wehrte sich Gündogan sogar via Facebook gegen Gerüchte, er verlange von seinem künftigen Verein zehn Millionen Euro Gehalt. Das Bild des raffgierigen Profis will der stets höfliche und aufgeschlossene Deutsch-Türke wieder zurechtrücken.

Der Poker geht weiter

Mit seinem neuen Trainer Thomas Tuchel hat er sich bereits ausgetauscht. Er sei von seinen Plänen derart angetan, dass "Ilkay sich jetzt Gedanken macht", schilderte sein Manager die Situation.

Der Poker geht weiter. Die Parteien stehen in Kontakt. BVB-Boss Watzke sieht inzwischen sogar "eine gewisse Wahrscheinlichkeit", dass Gündogan seinen Vertrag verlängern werde.

Dass der auch von Dortmund umworbene Sechser Johannes Geis von Mainz 05 dem Werben des Konkurrenten Schalke nachgegeben hat, wird Gündogan für eine Weiterbeschäftigung im Osten des Reviers in die Karten spielen.

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