Video

Wolfsburg - Dank eines flotten ersten Durchgangs startet der Pokalsieger mit einem Dreier. Frankfurt nutzt die Schwächen der Wolfsburger Hintermannschaft zu selten.

Trainer Dieter Hecking nahm Kevin de Bruyne in den Arm, Manager Klaus Allofs gab Deutschlands Fußballer des Jahres einen aufmunternden Klaps mit auf den Weg in die Kabine. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

© SPORT1

Der Belgier brauchte nach dem 2:1 (2:1)-Arbeitssieg von Pokalsieger und Vizemeister VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt offenbar Aufmunterung.

Perisic und Dost treffen für Wolfsburg

"Wir können nicht immer Zauberfußball zeigen", sagte Allofs im Gespräch mit SPORT1 und fügte mit Blick auf die anhaltenden Spekulationen um De Bruyne an: "Es gibt kein offizielles Angebot, aber wir rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen nochmal den Versuch geben wird. Es hat schon ein Angebot an Kevin gegeben, was das Gehalt angeht. Das sind verrückte Zahlen. Dennoch wollen wir Kevin überzeugen, noch ein weiteres Jahr bei uns zu bleiben."

Einen Plan B für den Fall von De Bruynes Abgang gebe es für Wolfsburg nicht.

Auffälligste Szene des Belgiers: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte schubste er Frankfurts Carlos Zambrano nach einem Foul wütend weg, sah dafür selbst Gelb.

Wolfsburg effizient

Gegen die Hessen zeigte sich Wolfsburg auch mit einem unauffälligen de Bruyne im Angriff äußerst effizient und feierte nach dem Supercup-Triumph und dem Erstrundensieg im DFB-Pokal auch in der Liga ein Erfolgserlebnis. Fünf Torschüsse reichten für zwei Treffer.

FBL-GER-BUNDESLIGA-WOLFSBURG-FRANKFURT
Bas Dost trifft schon wieder © Getty Images

Ivan Perisic (13.) und Bas Dost (17.) sorgten dafür, dass auch die beeindruckende Heimserie der Wölfe anhält: Seit nunmehr 23 Ligaspielen und über 17 Monaten ist der VfL in der heimischen Arena unbesiegt. Für die Eintracht traf Neuzugang Stefan Reinartz (19.).

"Er hat sich vom ersten Tag an in unser Spiel integriert und war immer schon ein bisschen Kopf der Mannschaft", lobte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen Reinartz bei SPORT1.

Punktloses Comeback für Veh

Für Armin Veh endete das Comeback als Eintracht-Coach auf der Bundesligabühne nach 463 Tagen ohne Punkte. Bereits von 2011 bis 2014 hatte er die Hessen trainiert und war nach einem missglückten Engagement beim VfB Stuttgart zur Eintracht zurückgekehrt.

2009 hatte er für ein halbes Jahr auch in Wolfsburg gearbeitet. "Wir hatten anfangs die Chance, in Führung zu gehen. Wir waren beim ersten Gegentor etwas zu passiv. Anschließend haben wir zu schnell den zweiten Gegentreffer bekommen", sagte Veh.

Nach dem Anschlusstreffer habe sich seine Mannschaft auf die Abwehr konzentriert. Vehs Urteil: "Die Jungs haben das gut gemacht."

Hecking musste zum Bundesligastart auf Stammtorhüter Diego Benaglio (Rückenprobleme), Weltmeister Andre Schürrle (Oberschenkelprobleme) und Luiz Gustavo (Trainingsrückstand) verzichten.

Veh entschied sich für den finnischen Nationaltorhüter Lukas Hradecky als Nachfolger des zu Paris St. Germain gewechselten Kevin Trapp.

Vor 29.126 Zuschauern gehörte die Anfangsphase eindeutig den Gästen. Gleich mehrmals kamen die Frankfurter gefährlich vor das Tor von Koen Casteels. (DATENCENTER: Tabelle)

Seferovics Tor zählt nicht

Der vermeintliche Führungstreffer von Haris Seferovic (2.) wurde aber zurecht wegen Abseits nicht anerkannt, anschließend retteten die Wolfsburger Verteidiger zweimal in letzter Sekunde. Gegen die früh pressenden und schnell konternden Gäste zeigte sich die VfL-Abwehr anfällig.

Doch dann schlugen die Wolfsburger gnadenlos zu. Nach dem ersten gelungenen Angriff erzielte zunächst Perisic auf Vorlage von Neuzugang Max Kruse das 1:0, Dost erhöhte nur wenige Minuten später aus kurzer Distanz. Alles sah - zumindest auf der Anzeigetafel - nach einer klaren Angelegenheit aus. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

Jedoch nicht lange. Die Hessen behielten ihren mutigen Spielstil bei und belohnten sich: Reinartz köpfte in der unterhaltsamen Partie zum Anschlusstreffer ein (19.). "Ich hätte lieber einen Punkt mitgenommen, als das Tor zu schießen. Wir hatten viele Abstimmungsprobleme und viele Fehlpässe, trotzdem war das Spiel ok", meinte der Gäste-Torschütze.

Die Eintracht schießt deutlich öfter aufs Tor, Wolfsburg ist effizienter © SPORT1

In der zweiten Halbzeit rochierte de Bruyne häufiger in die Mitte der Wolfsburger Mittelfeldreihe, leitete aber weiterhin kaum gefährliche Aktionen ein. Dennoch dominierten die Gastgeber nun die Begegnung, ohne sich jedoch größere Tormöglichkeiten zu erspielen.

Die Frankfurter blieben durch Konter immer gefährlich, doch auch ihnen fehlte vor dem Tor die entscheidende Konsequenz.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel