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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach erwischt in der Bundesliga einen Fehlstart. Leistet sich das Team in der Champions League ähnliche Aussetzer, könnte das im Desaster enden. Ein Zugang wartet noch auf seine Ankunft.

Am Donnerstag tauscht Max Eberl sein Polo-Shirt gegen Hemd und Jackett. Im feinen Zwirn wird Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor seinen Platz im Grimaldi Forum in Monaco einnehmen. Um Eberl herum sitzen die Kollegen von Real Madrid, vom FC Chelsea und Juventus Turin.

Der Gladbacher hat es geschafft. Er ist einer von 32 Sportchefs, die bei der Champions-League-Auslosung auf ihre Gruppengegner warten. Einerseits.

Auf der anderen Seite ist Eberl seit Sonntag Sportdirektor des Bundesliga-Letzten. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den FSV Mainz 05 stehen die Borussen auf Platz 18. (DATENCENTER: Die Tabelle der Bundesliga).

Sechs Gegentore in zwei Spielen

Der Dritte der Vorsaison hat nach zwei Spielen genauso viele Niederlagen kassiert wie in der gesamten vergangenen Rückrunde. Damals gab es zehn Gegentore in 17 Spielen. Nun steht Gladbach nach zwei Partien schon bei sechs.

Wieder machte es die Borussia dem Gegner einfach: Die Mainzer Torschützen Jairo (42.) und Christian Clemens (79.) konnten aus kurzer Distanz unbedrängt einschieben.

Gibt es in der Champions League demnächst ähnliche Defensivpatzer, könnte aus einer erhofften Europapokal-Festnacht schnell ein Desaster werden.

Mit so einem Szenario wollte sich Patrick Herrmann nicht beschäftigen. "Die Champions League ist ja was ganz anderes. Da freuen wir uns nach wie vor drauf", sagte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1 (54.) auf SPORT1-Nachfrage.

Max Eberl mit Galgenhumor

Max Eberl flüchtete sich derweil in Galgenhumor, als er auf die anstehende Auslosung angesprochen wurde. "Was soll ich dazu jetzt sagen? Wir werden uns mit Sicherheit nicht abmelden von der Champions League", sagte der 41-Jährige.

Weniger Humor verstand Eberl, als es um die Namen Christoph Kramer und Max Kruse ging. "Wir können nicht Spieler als fehlend bezeichnen, die nicht mehr bei uns sind. Das sind deutsche A-Nationalspieler, die sind weg. Und jetzt gilt es, eine neue Mannschaft aufzubauen", sagte der Gladbacher.

Für den Neuaufbau hat Eberl im Sommer bislang 29 Millionen Euro an Ablösesummen gezahlt. Da er für Max Kruse und Amin Younes auch 14,5 Millionen kassiert hat und durch die Champions League 20 Millionen an Einnahmen garantiert sind, könnte Eberl noch investieren.

Martin Stranzl vor Rückkehr

Ob es noch Transferpläne hat, verriet er am Sonntag nicht. In der Innenverteidigung freut sich Eberl erst mal auf Martin Stranzls Rückkehr. Der 35-Jährige ist nach einer fünfmonatigen Pause wieder im Teamtraining und für die kommende Partie bei Werder Bremen eine Option. "Er gibt der jungen Mannschaft Halt", sagte Eberl.

Auf der Sechserposition dürfte Lars Stindl den Weggang von Kramer kompensieren können. Im DFB-Pokalspiel beim FC St. Pauli zeigte er bereits eine starke Leistung. Die muss Stindl nun in anderen Wettbewerben bestätigen.

Große Probleme hat die Borussia im Angriff. Es drängt sich momentan keiner auf, der Topscorer Max Kruse ersetzen kann. Branimir Hrgota wartet seit drei Jahren auf den Durchbruch. Thorgan Hazard zeigte am Sonntag bei drei Topchancen, dass er kein eiskalter Vollstrecker ist.

Und Josip Drmic ist noch nicht in Gladbach angekommen.

Josip Drmic bleibt wirkungslos

Trainer Lucien Favre wechselte den Angreifer erst in der Schlussphase ein. Drmic blieb bei seinem Kurzeinsatz erneut wirkungslos.

Beim Gladbacher Anhang gibt es schon Befürchtungen, dass es einen zweiten Fall Luuk de Jong geben könnte. Der Niederländer ist immer noch die teuerste Verpflichtung der Vereinsgeschichte und war ein großer Flop.

Die Fans bringen seinen Namen hauptsächlich mit einem Eigentor in Verbindung, welches das Aus in der Champions-League-Qualifikation einleitete. Drmic‘ Vorteil: So etwas kann ihm in dieser Saison nicht passieren.  

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