vergrößernverkleinern
Darmstadt 98 v VfL Wolfsburg - DFB Cup
Klaus Allofs muss jetzt sein ganzes Können zeigen © Getty Images

München - Das Theater um Kevin De Bruyne steht vor dem Schlussakt, aber die Arbeit geht für den VfL Wolfsburg damit erst richtig los. Auf die Schnelle muss Klaus Allofs mit der Rekordeinnahme zaubern.

Seit Wochen schon sind Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs genervt vom Theater um Kevin De Bruyne.

Dabei müssen sich beide längst mit einer Zukunft ohne den Belgier auseinandersetzen, der Abschied des Belgiers steht kurz bevor.

Ob nun 75 oder 80 Millionen Euro – von Manchester City bekommt der VfL Wolfsburg dem Vernehmen nach die höchste Summe der Bundesliga-Geschichte für einen Spieler.

Ein schwerer Verlust auf der einen Seite. Auf der anderen könnten die Einnahmen einige Probleme des VfL lösen. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum bevorstehenden Rekord-Deal:

  • Investiert Wolfsburg das Geld sofort in neue Spieler?

Auf keinen Fall die kompletten Einnahmen. In den paar verbliebenen Tagen bis zum Ende der Transferperiode gibt es keine Garantie, noch einen Kracher zu bekommen.

Wolfsburg wird keinen Spieler verpflichten, nur um den Kader aufzufüllen, sieht sich auch so stark genug für diese Saison.

  • Wie ist der Stand bei Julian Draxler?

Bislang waren die Niedersachsen von einer Einigung mit Schalke 04 noch weit entfernt. Die neuen Millionen könnten die Lage kurzfristig noch ändern.

Video

Unklar ist noch, wie viel Geld Schalkes Sportvorstand Horst Heldt für den Offensivmann haben will. Die von Juventus gebotenen maximal 30 Millionen Euro reichen jedenfalls nicht.

Die Italiener spekulieren derweil laut Gazzetta dello Sport darauf, Kingsley Coman für 18 bis 20 Millionen an den FC Bayern zu verkaufen und dann ein verbessertes Angebot für Draxler abzugeben.

Damit dürfte sich sein Preis der ursprünglich festgeschriebenen Ablösesumme von 45,5 Millionen annähern. Die Ausstiegsklausel war allerdings im Juni abgelaufen.

Ein weiteres Thema bleibt Bayerns Dante. Bei den Innenverteidigern sieht Hecking offenbar eher Nachholbedarf.

Auch hier würde sich Wolfsburgs Verhandlungsposition natürlich stark verbessern. Allerdings weiß jeder andere Klub natürlich, dass der VfL plötzlich extrem flüssig ist, entsprechend könnten sich die Preise erhöhen.

  • Wer könnte De Bruyne intern ersetzen?

Auf Max Kruse und Andre Schürrle käme noch mehr Verantwortung zu. Beide könnten - abweichend vom bisher praktizierten 4-2-3-1-System - ein Sturmduo bilden.

Die andere Variante: Maximilian Arnold spielt wie zu Beginn seiner Karriere wieder im offensiven Zentrum.

Zuletzt hatte ihn Hecking auf die Sechserposition zurückgezogen.

  • Wieso braucht Wolfsburg frisches Geld?

Die UEFA kontrolliert den VfL in Sachen Financial Fairplay sehr genau.

Weil die Wolfsburger eine hundertprozentige Tochter von Volkswagen sind, behandelt der europäische Verband diese Zusammenarbeit nicht wie gewöhnliches Sponsoring.

Bislang konnte der Verein lange nicht so viel Geld ausgeben wie eigentlich zur Verfügung steht. Besonders Andre Schürrles Transfer für etwa 32 Millionen hatte offenbar Verdacht erweckt.

Der VfL musste mit einer externen Beraterfirma seinen Werbewert nachweisen.

Klingt kompliziert, bedeutet umgekehrt aber ganz einfach: Mit Einnahmen von über 70 Millionen Euro hätte Wolfsburg die UEFA-Kontrolleure mit einem Schlag vom Hals – zumindest fürs Erste.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel