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Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 nimmt sich Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking seinen Stürmer zur Brust. Auch eine Fahrt von Andre Schürrle zum DFB-Team sorgt für Zoff.

Es war mal wieder eine Episode zum Abhaken: Als Andre Schürrle in der 75. Minute vom Feld schlich und Nicklas Bendtner Platz machen musste, sprach das Gesicht des Weltmeisters im Trikot des VfL Wolfsburg Bände.

Auch beim 1:1 im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 blieb der Weltmeister Vieles schuldig.

Wie schon so oft in der bisherigen Spielzeit. Während der 1:5-Demütigung beim FC Bayern durch Robert Lewandowski ging Schürrle komplett unter. Bei den Siegen über Frankfurt, Schalke und Hertha BSC lief der 24-Jährige irgendwie mit, genauso beim Champions-Legaue-Sieg gegen ZSKA Moskau.

Und auch gegen Aufsteiger FC Ingolstadt vermochte Schürrle kaum Akzente zu setzen.

"Er grübelt etwas zu viel"

Zwischenfazit: Keine einzige Torbeteiligung und kein Assist in bislang sieben Pflichtspielen, auch mit gerade mal 28 Prozent gewonnener Zweikämpfe hat Schürrle einen SPORT1-Leistungsschnittt klar unter den Erwartungen - und nun kritisierte auch Dieter Hecking den ehemaligen England-Legionär ungewöhnlich offen.

"Andre ist jetzt neun Monate hier. Wir haben eine Erwartungshaltung an ihn, die besser sein muss, als das, was er bisher gezeigt hat", monierte der Coach des Pokalsiegers im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Schürrle sei manchmal zu nachdenklich: "Wenn man ihn im Training beobachtet: Er hinterfragt viel. Manchmal grübelt er vielleicht etwas zu viel. Da haben wir ihn auch schon einmal drauf angesprochen. Er hat im Moment nicht das Gefühl für die Situation, wo er dann erfolgreich sein kann. Deshalb können wir ihn vor der Kritik nicht schützen. Die ist zum Teil auch berechtigt, das weiß er auch."

Schürrle sei "ja selbst nicht zufrieden".

Hecking beendet Schonfrist

Doch die Schonfrist ist vorbei. Zumal Schürrle, im Februar vom FC Chelsea für stolze 30 Millionen Euro gekommen und schon in vergangenen Rückserie eher Mitläufer, beim VW-Klub als Führungsfigur vorgesehen war, eine neue Zeitenwende einläuten sollte.

Die tatsächliche Umsetzung dessen lässt nach wie vor auf sich warten. In der vergangenen Rückrunde glückte Schürrle in 22 Pflichtspielen gerade mal ein Tor bei drei Vorlagen.

Zudem ärgert Hecking, dass Schürrle Anfang September trotz gerade überstandener Verletzung für die EM-Qualifikationspiele gegen Polen und in Schottland zum DFB-Team fuhr.

"Er war verletzt. Er war drei Wochen außen vor. Dann ist er zur Nationalmannschaft gegangen. Das war nicht glücklich aus meiner Sicht. Er hätte besser die Zeit nützen sollen, bei uns 14 Tage zu trainieren. Er hat bei der Nationalmannschaft fünf Minuten gespielt", so der VfL-Coach

Hecking glaubt dennoch weiter an Schürrles Potential: "Trotzdem werde ich immer die schützende Hand über ihn halten, weil ich im Training sehe, dass er es probiert. Das was er zum Beispiel letzte Woche im Training angedeutet hat, das muss man jetzt im Spiel endlich mal sehen."

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