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Robert Lewandowski erzielt das 3:1 der Bayern gegen Dortmund © Getty Images

20 Minuten lang bietet Dortmund den Bayern einen offenen Kampf. Dann schlagen Müller und Lewandowksi zu - und machen das Topspiel zu einer Münchener Machtdemonstration.

München - Thomas Müller feierte den nächsten Machtbeweis des FC Bayern München ausgelassen mit den Teamkollegen vor der Südkurve, wenig später ordnete der herausragende Weltmeister den Rekordsieg gegen den vermeintlichen Verfolger Borussia Dortmund ein.

"Das war ein Big Point - sieben Punkte Vorsprung und die Art und Weise des Sieges, das ist schon ein Signal", sagte Müller nach dem 5:1 (2:1) in einem oft hochklassigen deutschen Clasico.

Dank einer Gala-Vorstellung von Müller und Sturmkollege Robert Lewandowski untermauerten die Über-Bayern ihre Vormachtstellung im deutschen Fußball eindrucksvoll - und streben unaufhaltsam dem historischen vierten Titel in Folge entgegen.

Nach dem achten Sieg im achten Ligaspiel und der Einstellung des Startrekords von 2012/13 hat das Team von Pep Guardiola sieben Punkte Vorsprung auf den BVB, acht sind es auf Schalke.

Es droht längst Langeweile. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Rummenigge mahnt

"Geschenkt wird uns auch weiter nichts, aber die Mentalität unserer Spieler ist unglaublich. Der Hunger ist bei allen da", sagte Müller.

Tiefenentspannt und in Lederhosen gekleidet mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge allerdings: "Wir dürfen jetzt nicht arrogant werden. Unsere Parole lautet: Unaufgeregt
weitermachen."

Erster herber Rückschlag unter Tuchel

Für Dortmund war es nach 14 Pflichtspielen ohne Niederlage unter Trainer Thomas Tuchel der erste herbe Rückschlag der Saison und eine unerwartete Demütigung.

Für Tuchel war es zudem eine Lektion seines Vorbilds Guardiola - der Trainer trat anschließend frustriert vor die Mikrofone. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir haben am Anfang fast alles richtig gemacht, aber schon da hatten wir im letzten Drittel nicht die Konsequenz, die die Bayern später ausgezeichnet hat", sagte er bei Sky:

"Wir müssen zurückkommen zu mehr Bissigkeit und Aufmerksamkeit."

Doppelpack für Müller

Müller hatte vor 75.000 Zuschauern in einem sehr intensiven und temporeichen Topspiel in der 26. Minute mit seinem siebten Saisontor nach feinem Pass des starken Jerome Boateng die wichtige Führung. Anschließend verwandelte er einen Elfmeter sicher (35.), vorausgegangen war ein Foul von Henrikh Mkhitaryan an Thiago.

Doch fast im Gegenzug schlug die Borussia durch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zurück, der sein zehntes Saisontor markierte. Der Gabuner hat in bislang jedem Spiel getroffen. 23 Sekunden (!) nach dem Wechsel war dann wieder einmal Lewandowski zur Stelle und legte mit Treffer Nummer elf im Baller-Duell erneut vor.

In der 58. Minute krönte er den starken Bayern-Auftritt nach super Vorarbeit von Mario Götze, dem in der 66. Minute sogar das 5: 1 gelang.

Die Borussia, die drei der letzten fünf Spiele in München gewonnen hatte, begann dabei durchaus selbstbewusst. Die Bayern hatten in der 4. Minute Glück, dass David Alaba von Schiedsrichter Marco Fritz nicht die Rote Karte sah. Der Österreicher hielt Aubameyang als letzter Mann fest, sah dafür aber nur Gelb.

Dortmund mit starker Anfangsphase

Auch in der Folge hatten die Münchner defensiv einige Probleme, weil es in der Dreierkette um Javi Martinez etwas hakte. Nach vorne liefen sich die Bayern in der Anfangsphase gegen eine gut organisierte Borussia zudem immer wieder fest. So sah Bundestrainer Joachim Löw zunächst wenige klare Chancen, weil die Bayern kaum Lücken fanden und den Dortmundern bei den Kontern die letzte Konsequenz fehlte.

Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe Douglas Costa den ersten gefährlichen Schuss abgab, Roman Bürki aber parieren konnte. Die zweite Möglichkeit der Bayern saß dann aber, weil die BVB-Defensive erstmals nicht im Bilde war. Müller überlupfte Bürki und schob ein.

Am Ende eine Lehrstunde für Dortmund

Die Bayern kamen nun auf und blieben am Drücker. Die Belohnung: das 2:0. Doch der BVB zeigte sich keineswegs geschockt. Gonzalo Castro nutzte die Freiheiten und bediente Aubameyang präzise.

Doch alle Hoffnungen der Dortmunder waren kurz nach der Pause schon wieder zunichte gemacht. Ein weiter Ball erneut von Boateng hebelte die BVB-Defensive aus und Lewandowski traf. Tuchel setzte nun auf Risiko und brachte Marco Reus sowie Adnan Januzaj - doch der Schuss ging nach hinten los. Dortmund erlebte gegen die Bayern fortan über weite Strecken eine Lehrstunde.

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