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FC Augsburg v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga
Markus Weinzierl leidet weiter © Getty Images

Augsburg - Statt des ersehnten Heimsiegs kassiert Augsburg gegen Mainz den nächsten Tiefschlag. Auf beiden Seiten regiert danach die Wut auf den Schiedsrichter.

Der Schlusspfiff war kaum verklungen, da stürmte Markus Weinzierl auf Schiedsrichter Marco Fritz zu und geigte ihm die Meinung.

Der Trainer des FC Augsburg wollte ein Foul an Markus Feulner gesehen haben, bevor Sekunden später Yoshinori Muto (90.+3) seinen Dreierpack in einem hoch emotionalen 3:3 (1:2) gegen den FSV Mainz 05 perfekt machte. Statt den freien Fall in der Bundesliga zu stoppen, standen die Schwaben deswegen wieder mal bedröppelt da und sind weiter Letzter. (DATENCENTER: Tabelle)

Weinzierl: "Selbst schuld"

In den Katakomben der Augsburger Arena schlug Weinzierl dennoch versöhnliche Töne an: "Ich mache den Schiedsrichter nicht zum Schuldigen, wir sind schon selbst schuld, dass wir nur einen Punkt geholt haben."

Dafür aber griff dann der Mainzer Manager Christian Heidel die Unparteiischen an, weil es nach seiner Meinung den Handelfmeter zum 1:2 von Augsburgs Paul Verhaegh (42.) nicht hätte geben dürfen, der dem Spiel eine maßgebliche Wendung gegeben habe.

Heidel spottet über Schiedsrichter

"Was soll ich dazu noch sagen?", fragte Heidel bedient und meinte schnippisch: "Ich verstehe nicht ganz, was die Schiedsrichter eigentlich mit dem Headset machen. Läuft da die Hitparade oder unterhalten die sich auch mal, wie man es erwarten würde? Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier vier Schiedsrichter ein Handspiel gesehen haben."

Der Mainzer Pablo De Blasis hatte sich in der fraglichen Szene in einen Schuss geworfen, dabei sogar den Körper abgewendet. "Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich das gesehen habe", sagte 05-Präsident Harald Strutz dazu.

Schiedsrichter Fritz schweigt

Fritz' Sicht der Dinge blieb verborgen, der es bei "gefühlten 134 Fouls" (Heidel) und enorm hitziger Atmosphäre aber auch schwer hatte. "Das war Fußball total", sagte Strutz, und dieser führte nicht nur beim Mainzer Trainer Martin Schmidt zu einer "emotionalen Berg- und Talfahrt".

Was Augsburg und Mainz einte: Beide haderten nicht zum ersten Mal mit einer harten Entscheidung gegen sich.

Reuters Plädoyer

"Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison", sagte Heidel, während sich FCA-Manager Stefan Reuter erneut deutlich für einen Videobeweis aussprach. "Das sagen wir schon immer."

Weinzierl verhehlte aber eben nicht, dass Augsburg kräftig mitgeholfen hatte, die eigene Krise zu verlängern - insbesondere bei den ersten beiden Treffern des bestechend effektiven Muto (18., 30.).

"Wir waren bei den ersten Gegentoren naiv und haben Gastgeschenke verteilt", sagte der 40-Jährige, lobte zugleich aber den außergewöhnlichen Kampfgeist seiner Elf.

Augsburg sah "wie der Sieger aus"

Dieser schlug sich in den Treffern von Ja-Cheol Koo (50.) und Raul Bobadilla (81.) nieder. "Wir wollten mit jeder Körperfaser den Sieg", sagte Jan-Ingwer Callsen-Bracker, und Weinzierl meinte: "Letztlich hat eine Minute gefehlt, um eine tolle Energieleistung zu krönen. Wir sahen wie der Sieger aus."

Doch stattdessen steigt der Druck auf die letztjährige Überraschungsmannschaft immer weiter, zudem muss der FCA wohl für längere Zeit auf den Südkoreaner Jeong-Ho Hong (Verdacht auf Knöchelbruch) verzichten.

Der kommende Heimauftritt gegen Werder Bremen hat Schlüsselspielcharakter. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", sagte Markus Feulner, "aber wir sind absolut nicht die schlechteste Mannschaft in der Bundesliga."

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