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Hertha BSC v Hamburger SV - Bundesliga
Jubeltraube: Die Hertha-Profis freuen sich mit Matchwinner Vedad Ibisevic und dessen Doppelpack © Getty Images

Nach schwachen Jahren entfacht Hertha BSC unter Pal Dardai wieder Euphorie in der Hauptstadt. Im Mittelpunkt steht dabei ein neues Traum-Duo im Sturm.

Die Fans von Hertha BSC erhoben sich schon Minuten vor dem Abpfiff von ihren Sitzen, sangen von Europa und feierten das neue Traum-Duo.

Vedad Ibisevic und Salomon Kalou hatten mit ihren Toren zum 3:0 über den Hamburger SV die Herzen der lange frustrierten Berliner wieder höher schlagen lassen.

"Das war heute ein Festtag", sagte Trainer Pal Dardai. Beim höchsten Saisonsieg sorgten 65.427 Zuschauer am "Tag der deutschen Einheit" im Olympiastadion endlich mal für eine prächtige Kulisse.

"Am Ende haben wir eine Freude am Fußball aufblitzen lassen, die wir schon lange nicht mehr gezeigt haben", sagte Manager Michael Preetz.

Preetz denkt nicht an Europa

Die Gesänge von Europa gingen Preetz dann aber doch ein bisschen zu weit, auch wenn die Mannschaft nach dem dritten Heimsieg in Folge auf einem internationalen Platz steht.

"Träumen darf jeder. Ich träume aber nicht von Europa", sagte der Geschäftsführer Sport. Und sein Trainer meinte: "Das war bislang nur ein guter Start. Ein Fazit können wir unter dem Weihnachtsbaum ziehen."

Garanten des Sieges waren Kalou und Ibisevic. "Ich habe immer gesagt, dass wir von Vedad profitieren. Gut, dass der Manager ihn geholt hat", meinte Dardai über Ibisevic.

Der wiedererstarkte Bosnier schnürte innerhalb von elf Tagen seinen zweiten Doppelpack.

"Ich bin abhängig von meinen Mitspielern. Sie haben mir bei meinen Toren geholfen", sagte der 31-Jährige über die Saisontreffer Nummer drei und vier (76./78.).

"Das sollten wir genießen"

Kalou selbst lachte, als ihm jemand Herthas Tabellenstand mitteilte. "Ehrlich, dass sollten wir genießen", sagte der 31-Jährige, der ein starkes Spiel bot und bei seinem Treffer (17.) Hamburgs Kapitän Johan Djourou ganz alt aussehen ließ.

"Solche Tore erzielt man nur, wenn man mit zwei Spitzen spielt. Dann erhält man die Räume", klärte Dardai auf.

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Innenverteidiger Niklas Stark (29.). Der Ex-Nürnberger musste mit einer Leistenverletzung raus. In Jens Hegeler brachte Dardai schon den fünften Innenverteidiger in der laufenden Saison.

In der anstehenden Länderspielpause erwartet man neben Stark auch die angeschlagenen John Brooks und Roy Beerens zurück. Der gegen Hamburg starke Mitchell Weiser soll seinen Zehenbruch ausheilen.

Labbadia völlig enttäuscht

Völlig enttäuscht verließ Hamburgs Trainer Bruno Labbadia das Olympiastadion. Sein Team fing stark an, doch als die Norddeutschen nach dem 0:1 ihr Offensivspiel gestalten mussten, fiel ihnen erschreckend wenig ein. "Wir haben bei Ballbesitz oft die falsche Entscheidung getroffen", kritisierte Labbadia.

Auch der Ex-Berliner Pierre-Michel Lasogga konnte an seiner früheren Wirkungsstätte (2010 bis 2013) keine Bäume ausreißen. "Wir waren eigentlich nicht schlecht. Ich hatte immer gedacht, gleich schießen wir ein Tor. Doch so brutal ist Fußball", äußerte der Angreifer.

Nach der zweiten Niederlage in Folge müssen die Hamburger aufpassen, dass sie nicht wieder in die Abstiegszone rutschen. Das wollte der Bundesliga-Dino nach den Relegations-Traumen der letzten beiden Saison ja unbedingt vermeiden.

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