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Hannover - Michael Frontzeck erklärt seinen Rücktritt als Trainer von Hannover 96. Er habe beim Tabellenvorletzten "nicht mehr dieses Vertrauen gespürt". Man habe aber "Großes erreicht".

Michael Frontzeck hat seinen Rücktritt als Trainer von Hannover 96 erklärt.

Dies gab der Verein bekannt. Der 51-Jährige reagierte damit auf die sportliche Talfahrt der Niedersachsen, die auf dem vorletzten Tabellenplatz überwintern.

In einer am Mittag einberufenen Pressekonferenz zeigte sich Geschäftsführer Martin Bader überrascht vom Rücktritt. Erst am Sonntag habe man gemeinsam über die Kaderplanung gesprochen.

Bader ließ noch wissen: "Das Thema hat am Sonntag bei ihm Tempo aufgenommen." An diesem Tag hatte eine Zeitung bereits das Aus für Frontzeck verkündet. Das habe den Trainer nicht kalt gelassen. Überhaupt sei Frontzeck in den Medien sehr hart behandelt worden. Es habe immer wieder Schlagzeilen gegeben a la "Siegen oder fliegen".

Bader klärte auch darüber auf, dass es noch keine Entscheidung bezüglich der Co-Trainer von Frontzeck gebe. Das hänge selbstvertändilch vom künftigen Trainer ab. Diese Personalie plant Hannover bis zum Trainingsstart im neuen Jahr zu klären.

Gisdol und Keller unter Nachfolgekandidaten

Als Frontzeck-Nachfolger werden dessen derzeit arbeitslose Kollegen Jens Keller, Jos Luhukay und Thomas Schaaf gehandelt. Der ebenfalls gehandelte Markus Gisdol steht indes nach SPORT1-Informationen aktuell nicht für ein Traineramt zur Verfügung.

Bei der Neubesetzung steht Hannover unter hohem Zeitdruck, denn bis zum Trainingstart am 4. Januar 2016 sollen mehrere neue Spieler verpflichtet werden - in Abstimmung mit dem neuen Chefcoach.

Bereits eine Stunde nach dem Rücktritt von Frontzeck hat Hannover als ersten Wintertransfer die Verpflichtung von Hotaru Yamaguchi perfekt gemacht. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler trug zuletzt das Trikot von Cerezo Osaka.

"Nicht mehr dieses Vertrauen gespürt"

Um diesen Neuzugang wird sich Frontzecks Nachfolger kümmern. Er startet mit einerm schweren Rucksack: 14 Punkte aus 17 Spielen sind für 96 die schwächste Hinrundenbilanz seit dem Wiederaufstieg 2002. Frontzeck war in der Schlussphase der vergangenen Saison als Nachfolger von Tayfun Korkut verpflichtet worden und führte die Niedersachsen zum Klassenerhalt.

"Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Arbeit bei 96 zu beenden. Geschlossenheit und Vertrauen sind gerade in unserer Situation die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten. Ich habe aktuell im Umfeld von Hannover 96 nicht mehr dieses Vertrauen gespürt", erklärte Frontzeck am Montagvormittag in der Pressemitteilung des Klubs.

"Etwas Großes erreicht"

Und weiter: "Wir haben gemeinsam mit dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison etwas Großes erreicht. Das war nur möglich, weil wir alle Kräfte gebündelt haben und alle die Mannschaft und das Trainerteam mit ihrem Vertrauen und ihrer Zuversicht unterstützt haben. Ich wünsche Hannover 96, der Mannschaft und den begeisterungsfähigen Fans eine erfolgreiche Rückrunde und den erneuten Klassenerhalt."

Geschäftsführer Sport Martin Bader wird in der Pressemitteilung so zitiert: "Ich habe Michael Frontzeck in den knapp drei Monaten unserer Zusammenarbeit als charakterlich starken und loyalen Menschen kennengelernt. Er ist als Trainer ein ausgewiesener Fachmann. Der Klassenerhalt im Mai wird immer mit dem Namen Michael Frontzeck verbunden bleiben. Michael Frontzecks Entschluss verdient Respekt. Unsere Aufgabe ist es nun, bis zum Trainingsstart am 4. Januar 2016 einen neuen Cheftrainer zu verpflichten, der die Mannschaft auf die anspruchsvolle Rückrunde vorbereitet".

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