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Dortmund - Die Saison hat ihr nächstes Skandalspiel. Ingolstadt pestet nach mehreren strittigen Szenen gegen Schiedsrichter und Gegner. Die Dortmunder stimmen in einem Punkt zu.

Pierre-Emerick Aubameyang bekam nicht mit, dass neben ihm die Vulkane ausbrachen. Mit dem breitesten Lächeln der Bundesliga kommentierte der Matchwinner seine Tore zum 2:0 von Borussia Dortmund gegen den FC Ingolstadt - dabei brodelte es nur zwei Meter weiter links ungeheuer.

Stinksauer zeterten Marvin Matip und Ramazan Özcan gegen Schiedsrichter Guido Winkmann, sie sprachen von "Betrug" und "Verarschung", auch das Wort "Beschiss" fiel. (Die Stimmen zum Spiel)

Hasenhüttl wütet

Ihr Trainer war kaum zu beruhigen. "Das ist verrückt, ein Wahnsinn! Unfassbar. Ich verstehe die Welt nicht mehr", sagte Ralph Hasenhüttl. "Wir sind bei drei Entscheidungen von enormer Tragweite klar benachteiligt worden. Wie soll ich das meinen Spielern erklären?"

Einen vermeintlichen Elfmeter inklusive Roter Karte gegen Mats Hummels hatte Winkmann nicht gegeben (29.), als Hummels den Ingolstädter Dario Lezcano im Strafraum beharkte. Selbst Hummels gab zu: "Es ist leider ein Foul. Im Spiel hat es sich nach ein bisschen mehr Foul von mir angefühlt, als es im Fernsehen aussah. Aber es ist eine Entscheidung, bei der man mindestens zu 50 Prozent auch auf Elfmeter entscheiden könnte." (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Einem spektakulären 25-Meter-Eigentor des BVB-Kapitäns verweigerte Winkmann zudem höchst umstritten die Anerkennung (67.). Diesmal sollte Lezcano Hummels gefoult haben. Die "Krönung" (Hasenhüttl) aus Ingolstädter Sicht aber war Aubameyangs 1:0 (77.) aus Abseitsposition.

Abseitstor auf der Videoleinwand

Dabei hätte der FCI dieses Gegentor einfach hingenommen, hätte nicht die Stadionregie den Fehler begangen, das Tor auf der Videoleinwand einzuspielen. Das sahen Matip ("Wie kann Dortmund so dumm sein?") und seine Kollegen - und angeblich auch Winkmann. (Die Tabelle der Bundesliga)

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"Er hat gesagt: 'Ja, wir haben gesehen, dass es Abseits war.' Und dass er das Tor nicht zurücknehmen kann - denn das wäre ein Videobeweis", berichtete Torhüter Ramazan Özcan. Benjamin Hübner fühlte sich "verarscht" und via Anzeigetafel "auch noch verhöhnt".

Das veranlasste sogar BVB-Trainer Thomas Tuchel, ein Plädoyer für den TV-Beweis zu halten. "Es kann nicht sein, dass die vier Schiedsrichter es nicht wissen, aber jeder im Stadion mit einem Smartphone weiß es zehn Sekunden später", sagte er: "Ich bin glühender Verfechter davon, jedes Tor zu überprüfen."

Hummels will Videobeweis

Tuchels Kapitän Hummels stimmte zu: "Ich bin klar für den Videobeweis. Das bin ich schon seit langer Zeit und das wird sich auch nicht ändern. Es wäre wichtig, wenn nur regelkonforme Tore fallen. Gefühlt müsste man bei zehn bis 15 Prozent der Tore anders entscheiden."

Winkmann zeigte sich einsichtig. "Fakt ist, es ist Abseits. Fakt ist, es ist spielentscheidend. Fakt ist auch: Wir diskutieren über zwei weitere Szenen. Dann trifft es dreimal Ingolstadt", räumte er ein.

Aber: "Selbst wenn ich das Abseitstor auf der Leinwand gesehen hätte, hätte ich es nicht zurücknehmen dürfen."

Ingolstadt wirft Winkmann Feigheit vor

Hasenhüttl sah weniger den Videobeweis als Thema - für ihn war Winkmann ein Hasenfuß, der vor den 80.000 BVB-Fans kniff.

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"Wenn wir einen Schiri gehabt hätten, der nur halb so mutig gewesen wäre, hätten wir etwas holen können", betonte er. Seine These, untermauert von Matip: "Das Eigentor nimmt er zurück, weil ein Weltmeister sich aufregt."

Und Özcan stichelte: "Es ist ein Unterschied, ob sich Mats Hummels aufregt, ein Weltmeister, oder ob sich der Torwart des FC Ingolstadt aufregt."

Lezcano contra Hummels

Hummels hätte andernfalls erneut eine Diskussion über sein Spiel erwartet - so konnte er die Szene gelassen betrachten.

"Ein ganz klares Foul", sagte er, kein Grund zur Aufregung. Dario Leczano hatte ihn vor seinem Lupfer ins eigene Tor bedrängt und - vielleicht - auch getroffen. "Am Fernsehen sieht es nach wenig aus, aber wenn man selbst gespielt hat und diese Spielgeschwindigkeit kennt, dann weiß man, dass diese kleine Berührung reicht, um ausschlaggebend etwas zu ändern", fuhr Hummels fort.

Winkmann erklärte, sein Assistent habe sofort "Foul, Foul, Foul!" gerufen. Im Nachhinein aber sei es eine sehr, sehr enge Entscheidung gewesen.

Diese Einschätzung half Ingolstadt auch nicht mehr. "Herr Winkmann hat uns schon gegen Stuttgart auf die Verliererstraße gebracht", sagte Hasenhüttl. Und: "Am Ende steht die Null. Das kotzt mich an."

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