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Horst Heldt (FC Schalke 04)
Horst Heldt ist seit dem Frühjahr 2011 Manager des FC Schalke 04 © Getty

Dauerthema Sane, Zoff mit Matthäus - und auch Ex-Spieler Draxler lässt tief blicken mit unrühmlichen Aussagen über das Schalker Fitnesstraining. Manager Heldt kämpft.

Wenn in der Ruhe tatsächlich die Kraft liegt, ist es um Schalke 04 derzeit schlecht bestellt.

Das Dauerthema Leroy Sané hat medial das gesamte Trainingslager überstrahlt, der letzte Test gegen Atlético Mineiro ging in Florida mit 0:3 verloren.

Und bemerkenswerte Zitate des ehemaligen Schalkers Julian Draxler lassen tief blicken.

Das einstige Supertalent, 2015 zum VfL Wolfsburg gewechselt, hat es im Urlaub bei den Laufeinheiten "mit dem Ein- und Auslaufen nicht so genau genommen". Das ist bei den Wölfen direkt aufgefallen, Draxler absolviert Sondereinheiten.

Draxler lässt tief blicken

Bei den Königsblauen soll das anders gewesen sein. "Mir war nicht bewusst, dass das auch zu hundert Prozent zur Trainingssteuerung gehört", sagte er der Bild-Zeitung, "auf Schalke wurde darauf nicht so genau geachtet. Da bin ich irgendwie immer so durchgerutscht."

Inzwischen haben sich die handelnden Personen verändert, die Diskussionen aber bleiben ähnlich.

Wieder spielt das Supertalent des deutschen Fußballs in Gelsenkirchen, wieder ist es heiß umworben, wieder kochen die Gerüchte auf höchster Stufe.

Sportvorstand Horst Heldt kämpft unentwegt, um die Deutungshoheit zu behalten. Es ist schwierig.

Dauerthema Sané

Sané wolle "Schalke nicht verlassen", und der Klub wolle Sané "nicht abgeben", so bekräftigte Heldt am Donnerstag seine Sicht. Außerdem liege "nach wie vor kein einziges Angebot vor".

Aus Spanien indes kommen Meldungen, eine Einigung mit dem spanischen Giganten FC Barcelona sei schon erfolgt, Sanés Lieblingsverein. Manchester City soll bereit sein, 55 Millionen Euro zu zahlen.

Wie der Schalker Vereinsaccount bei Twitter schon vermeldet hatte, widersprach dann auch Heldt noch einmal Berichten, es gebe eine Ausstiegsklausel für das königsblaue Juwel.

"Normalerweise nehme ich zu Vertragsinhalten keine Stellung, aber in diesem Fall muss ich handeln, weil dies eine Geschichte zu unserem Nachteil ist", sagte er: "Leroy hat in diesem Winter und Sommer keine Ausstiegsklausel."

Schalker Planungen und Ungewissheiten

Was das über Sanés Verbleib sagt? Nichts. Auch das lässt sich am Fall Draxler ablesen.

In zweieinhalb Jahren, am 30. Juni 2018, während der WM in Russland, würde der Vertrag auslaufen, dessen Verlängerung die Schalker 2013 euphorisch heraustrompetet hatten. Die Werbe-LKW kurvten selbst vor dem Stadion von Borussia Dortmund umher.

Sanés Vertrag läuft bis 2019, Schalke kann ganz entspannt sein. Die Hysterie des Marktes führt dazu, dass eine weitere Mega-Ablöse zu erwarten steht, wohl spätestens 2017 - wenn sich denn Sané so sensationell weiterentwickelt wie zuletzt.

Schnell wird vergessen, dass der 20-Jährige ganze 31 Bundesliga-Spiele in der Statistik stehen hat, elf davon über 90 Minuten. Man könnte auch auf die Idee kommen, jetzt das große Geld mitzunehmen - wer weiß schon, was im Sommer oder 2017 sein wird?

Heldt gegen Matthäus

Ablenkung bietet Horst Heldt ein Scharmützel mit Lothar Matthäus. Dessen Aussage, Heldt habe seine Transferbilanz mit millionenschweren Verkäufen gerettet, für die er nichts könne, konterte der Sportvorstand deftig.

"Ich bezweifle, dass Matthäus je eine Vereinsbilanz in den Händen gehalten hat oder diese überhaupt fehlerfrei lesen kann", sagte er der WAZ.

Aus der Schweiz wiederum wird Schalke heftig ins Visier genommen. Der einstige Wunschspieler Gökhan Inler habe zu viel Geld verlangt, so hatten es die Schalker Offiziellen platziert. Solche Äußerungen seien eine "Frechheit" und schlechter Stil, sagte nun Inlers Berater der Tageszeitung Blick.

Auch Joel Matip ist ein bestimmendes Thema der letzten Tage und Wochen. Der Innenverteidiger soll sich bereits mit Jürgen Klopp und Liverpool über einen Wechsel geeinigt haben. Der Daily Mirror schreibt gar von einem unterschriebenen Vorvertrag.

Es ist kein Geheimnis, dass die Königsblauen den Deutsch-Kameruner gerne behalten würden.

Mit der Ruhe ist es auf Schalke tatsächlich nicht weit her. 

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