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FC Schalke 04 v Hamburger SV - Bundesliga
Alessandro Schöpf erzielte das dritte Schalke-Tor © Getty Images

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 dreht einen frühen Rückstand und schlägt den HSV vor heimischem Publikum. Das Anschlusstor von Gojko Kacar reicht nicht aus.

Durch sein 75. Bundesligator hat Klaas-Jan Huntelaar dem FC Schalke 04 den Weg aus der Krise geebnet und zurück ins Rennen um die Champions-League-Plätze geführt. Der Kopfballtreffer des Niederländers aus Abseitsposition zum 2:1 (66.) brachte die Königsblauen beim 3:2 (1:1) gegen den Hamburger SV auf Siegerstraße, das Team von André Breitenreiter beendete damit die Serie von fünf Pflichtspielen ohne Sieg.

„Wir hatten einen denkbar schlechten Start ins Spiel. Doch die Jungs wollten heute mit aller Macht den Sieg erzwingen", sagte Breitenreiter. "Sie haben die Köpfe oben behalten, sind gegen Widerstände angegangen, haben zielstrebig nach vorne gespielt und Moral bewiesen."

Keeper Ralf Fährmann stürmte über das gesamte Feld, um das erlösende Tor nach mageren Wochen zu feiern. Der HSV war durch Nicolai Müller (4.) in Führung gegangen, für Schalke erzielten Max Meyer (38.) und Alessandro Schöpf (77.) vor 60.854 Zuschauern die weiteren Treffer. Gojko Kavar (90.+1) verkürzte in der Schlussphase nochmals. (DATENCENTER: Tabelle)

Schalke mit unglücklichem Beginn

Dank einer deutlichen Steigerung, mutigerem Angriffsfußball und 45 Minuten in Überzahl betrieb Schalke Wiedergutmachung und kletterte auf den sechsten Tabellenplatz - mit Rang vier in Reichweite.

Vor Huntelaar war Roman Neustädter Hauptdarsteller gewesen: Der Schalker Abwehrspieler schenkte in der vierten Minute dem HSV mit einem haarsträubenden Schnitzer die frühe Führung, als er sich im eigenen Strafraum verschätzte und bei einem langen Ball den Kopf einzog. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Müller nahm das Geschenk frei vor dem Tor dankend an. Beim Ausgleich machte Neustädter seinen Patzer wieder gut, als er den Ball erkämpfte, den Max Meyer aus 20 Metern ins Netz setzte (38.) - zum ersten Schalker Tor nach 293 Pflichtspielminuten.

„Es ist ein verdienter Sieg für Schalke", meinte HSV-Trainer Bruno Labbadia nach der Partie. "Sie waren spielerisch deutlich besser. Wir hatten zahlreiche Ballgewinne, konnten daraus aber nichts machen. Die Gelb-Rote-Karte war sehr unglücklich. Für den Schiedsrichter war es eine Fifty-Fifty-Entscheidung.“

Frühe Gelb-Rote-Karte

HSV-Innenverteidiger Johan Djourou rückte sich nämlich ebenso unglücklich wie unrühmlich in den Blickpunkt: Der Schweizer sah innerhalb von fünf Minuten zweimal für Foulspiel Gelb und schickte sein Team in Unterzahl in die Halbzeit (45.).

Schalke-Trainer André Breitenreiter hatte seine viel kritisierte Defensivtaktik vom 0:0 bei Eintracht Frankfurt mit vier Außenverteidigern wieder aufgegeben. Mit Meyer und Schöpf rückten zwei Offensivkräfte ins Mittelfeld.

Die Highlighs der Partie am Donnerstag ab 19.15 Uhr in "Bundesliga - Der Spieltag" im TV auf SPORT1.

HSV-Coach Bruno Labbadia musste auf seinen verletzten Spielmacher Aaron Hunt verzichten und beorderte dafür den Ex-Schalker Lewis Holtby in die Offensive. Als Sturmspitze gehörte Pierre-Michel Lasogga zum ersten Mal seit dem 7. Februar wieder zur Startelf. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Elfmeter nicht gegeben

Nachdem nach Neustädters Patzer schon nach wenigen Minuten alle guten Vorsätze der Königsblauen nach dem Europacup-Aus und der Nullnummer in Frankfurt über den Haufen geworfen waren, antworteten die Gelsenkirchener mit wütenden Angriffen. Younes Belhanda (7.) und Dennis Aogo in seinem 200. Bundesligaspiel (13.) ließen die Chance zum schnellen Ausgleich aber ungenutzt. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Auch Schiedsrichter Günter Perl meinte es nicht gut mit den Gastgebern, als er nach einer Attacke von Matthias Ostrzolek gegen Schöpf nicht auf Elfmeter entschied (22.). HSV-Torwart René Adler konnte die Schüsse von Schöpf (25.) und Meyer (27.) noch abwehren, beim Ausgleich war er jedoch machtlos.

„Schalke hat Europa League gespielt", sagte Nicolai Müller. "Ich sehe es nicht so, dass wir hier unbedingt gewinnen müssen. Auch wenn die Schalker derzeit vielleicht nicht ihre beste Phase haben.“

Auch nach der Pause bestimmte Schalke das Geschehen. Beim 2:1 leistete Schöpf mit einer maßgenauen Flanke die Vorarbeit, ehe der Österreicher selbst für die Vorentscheidung sorgte.

"Nachdem Schöpfi (Alessandro Schöpf; Anm. d. Red.) sein Tor gemacht hat, ist er gleich zum Trainer gelaufen", erzählte Max Meyer nach dem Spiel. "Und wir sind ihm gefolgt. Das zeigt einfach, dass die Mannschaft zum Trainer steht. Er stellt uns immer sehr gut ein, ist locker, wir haben sehr viel Spaß mit ihm."

Auch Schöpf selbst äußerte sich zur Situation: "Mich freut es, dass ich auf Schalke bin und der Mannschaft helfen konnte. Schalke ist ein Traditionsverein, da ist der Druck immer etwas höher, aber damit müssen wir umgehen."

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