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Ingolstadt - Schalke blamiert sich in Ingolstadt und verliert Platz vier. Trainer Breitenreiter wirft seiner Mannschaft fehlende Reife vor - Manager Heldt wird noch viel deutlicher.

Trainer Andre Breitenreiter hatte die Generalabrechnung mit seiner "Kindergarten"-Truppe gerade erst beendet, da setzte Manager Horst Heldt sogar noch einen drauf.

"Das ist Dreck", sagte Heldt über die Leistung von Champions-League-Kandidat FC Schalke 04 beim peinlichen 0:3 (0:2) bei Aufsteiger FC Ingolstadt 04.

Breitenreiter zeigt sich enttäuscht

Während die Schanzer nach ihrem bislang höchsten Bundesliga-Sieg den Klassenerhalt fast sicher haben, verlor Schalke mit einem desolaten Auftritt Platz vier - und damit das Saisonziel wieder ein Stück weit aus den Augen. (DATENCENTER: Tabelle)

Und das eine Woche vor dem Derby gegen Erzrivale Borussia Dortmund am kommenden Sonntag sowie den Krachern beim FC Bayern und gegen Konkurrent Bayer Leverkusen. Der Trainer empfing seine hilflosen Spieler mit einer Standpauke.

"Das war für mich eine riesige Enttäuschung", sagte Breitenreiter, der bei ähnlichen Auftritten seiner Elf in den kommenden Wochen kaum eine Zukunft auf Schalke haben dürfte: "Wir haben alles vermissen lassen. Biss, Herz, Einstellung zum Spiel."

Der Coach ging bei seiner Kritik ins Grundsätzliche. "Uns ist es bis heute nicht gelungen, Siegermentalität auf den Platz zu bekommen, gegen Widerstände zu arbeiten und 90 Minuten wachsam zu sein", sagte er. Jeder Einzelne müsse sich hinterfragen, ob er auch gegen "kleine" Gegner alles gebe. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

"Kategorie Kindergarten"

Zwar stimme der Charakter der Mannschaft, meinte Breitenreiter in ruhigem Ton, seine "sauberen Jungs" seien aber mitunter "zu lieb". Es fehlten Führungsspieler, die mal ein Zeichen setzten. "Wir haben fünf Gelbe Karten bekommen, vier sind in der Kategorie Kindergarten einzuordnen. Das können wir nicht gebrauchen!"

Ebenso wenig wie die von Heldt "komplett unnötig" genannten Gegentore nach gutem Beginn. Moritz Hartmann (29., Foulelfmeter), Lukas Hinterseer (45.+2) und Dario Lezcano (65.) bestraften die teilweise eklatanten Fehler. Am Ende war es ein besseres Trainingsspiel für den FCI.

"Ich bin sauer", sagte Heldt.

Auch er stellte das Gesamtgefüge der - von ihm zusammengestellten - Mannschaft in Frage, nahm Breitenreiter aber in Schutz. "Mir fehlte das Aufbäumen innerhalb der Truppe, das kann nicht immer von außen kommen", sagte er, "wir ergeben uns zu schnell in unser Schicksal".

Fährmann entschuldigt sich

Demütig trat derweil Kapitän Ralf Fährmann auf. "Wir können uns nur bei den Fans und dem Verein entschuldigen", sagte er am SPORT1-Mikrofon. "Ich wiederhole es Woche für Woche: Uns fehlt noch ein ganzes Stück zu den Top-Teams. Jeder von uns muss bei sich selbst anfangen und die Niederlage auf seine Kappe nehmen."

Der Traum von der Champions League lebe zwar weiter, es gelte aber zu bedenken, dass der Verein in einem Umbruch stecke. "Wir alle tuen gut daran, kleine Brötchen zu backen."

(Alle Tore und Highlights am Sonntag ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur und ab 11 Uhr im Volkswagen Doppelpass mit Horst Heldt als Gast LIVE im TV auf SPORT1)

Derby als erhoffter Wendepunkt

Anfangen kann man damit bereits im nächsten Spiel. Dort geht es ausgerechnet gegen den BVB. Trotz der großen Herausforderung sehen die Verantwortlichen im Derby die Möglichkeit, einen sportlichen Wendepunkt herbeizuführen.

"Im Derby kann man ganz viel positive Stimmung zurückgewinnen", sagte Breitenreiter. Nur wie? (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Heldt weiß es. "Wir müssen schleunigst ein anderes Gesicht zeigen, sonst werden wir gegen Dortmund keinen Blumentopf gewinnen." Die Frage bleibt, ob Schalke dieses Gesicht überhaupt hat.

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