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Nationalspieler Mario Götze hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis 2017
Nationalspieler Mario Götze hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis 2017 © Imago

München - Bayerns früherer Co-Trainer Michael Henke spricht bei SPORT1 über die Motive im Theater zwischen Mario Götze und dem FCB. Mehmet Scholl lobt er für seine Attacke.

Michael Henke hat den FC Bayern weiter fest im Blick. Und wenn es seine Zeit zulässt, kommt er auf einen Besuch an der Säbener Straße vorbei. Gerne sitzt der frühere Co-Trainer der Münchner dann mit FCB-Sportvorstand Matthias Sammer auf dem Balkon und schaut beim Training des Rekordmeisters zu. 

Von 2013 bis zum Ende der abgelaufenen Saison war Henke Co-Trainer von Ralph Hasenhüttl beim FC Ingolstadt, doch nach dessen Abgang zu RB Leipzig wird nun nach einer Rolle für Henke gesucht. Bei den "Schanzern" hat er noch Vertrag bis 2017.  

Ob in der nächsten Saison auch noch Mario Götze seine Runden am Trainingsgelände der Bayern drehen wird, bleibt weiter ungewiss. Henke jedenfalls zeigt im Wechsel-Theater um Götze Verständnis für den 23 Jahre alten Nationalspieler, versetzt sich aber auch in die Lage des Rekordmeisters.

Verständnis für Götzes Beharren

"Ich kann beide Seiten verstehen, denn es ist ein normales Spielchen", sagte Henke im Gespräch mit SPORT1.

"Der FC Bayern glaubt, dass Götze dem Klub nicht mehr wirklich wird helfen können. Und auf der anderen Seite sagt Mario verständlicherweise: 'Warum soll ich jetzt flüchten, zumal ein neuer Trainer kommt, bei dem ich mich nochmal zeigen kann?'"

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Henke sieht diese Einstellung positiv, denn Götze wolle sich "einfach durchsetzen, auch wenn ihm das der ein oder andere in der Chefetage offenbar nicht mehr zutraut." Als Verein plane man neue Dinge, man wolle auch Geld verdienen, "denn Götze hat noch Vertrag, dann willst du die hohe Ablösesumme teilweise auch wieder reinholen".

"Solche Spielchen gehören dazu"

Für Henke spielen in diesem Zusammenhang "wirtschaftliche Gedanken eine Rolle. Von daher kann man auch Kalle Rummenigge verstehen."

Henke war beim FCB von 1998 bis 2004 und in der Saison 2007/2008 Co-Trainer unter Ottmar Hitzfeld und erinnert sich an ähnliche Vorkommnisse zu seiner Bayern-Zeit.

"Solch eine Herangehensweise und solche Gedanken wie jetzt gab es schon immer beim FC Bayern, weil da auch eine große wirtschaftliche Kraft dahinter steckt", sagte Henke.

"Nur vielleicht wurde es früher nicht so offensiv über die Medien ausgetragen wie jetzt. Und die Größenordnung ist jetzt natürlich eine ganz andere. Da geht es um immense Summen und in der Verantwortung steckt der Verein. Solche Spielchen gehören zu diesem Geschäft einfach dazu."

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Lob für Kritiker Scholl

Lob gibt es von Henke für Ex-Profi und jetzigen ARD-Experten Mehmet Scholl. "Ich finde es erfrischend, wie Mehmet das im TV macht, auch, dass er keine Angst hat beim FC Bayern anzuecken."

Scholl hatte am Sonntag am Rande des Länderspiels Deutschland gegen die Slowakei die Transferpolitik der Bayern scharf kritisiert. Dabei ging es dem 45-Jährigen vor allem um die Personalien Robert Lewandowski und Götze.

Scholl wunderte sich darüber, dass Lewandowski mit anderen Vereinen über einen Wechsel sprach. Der Ex-Nationalspieler sagte dazu in der ARD: "Er hat zwar jetzt 30 Tore geschossen, aber er ist ja nicht die Identifikation der Bayern. Das kann vielleicht noch kommen. Aber anscheinend fühlt er sich nicht wohl."

Scholl mache das laut Henke "auf eine Art und Weise, wo man das nachvollziehen kann und wo sich auch keiner auf den Schlips getreten fühlen muss. Ich finde es wirklich gut, höre ihm gerne zu, wenn ich auch nicht immer Mehmets Meinung teile."

Und weiter: "Ich kann schon verstehen, dass er das als seine Aufgabe sieht als Ex-Bayern-Spieler, der sicherlich emotional noch sehr stark mit dem Verein verbunden ist. Aber er sieht auch ganz klar, dass er in seiner Rolle als TV-Experte solche Dinge auch ansprechen muss."

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