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Carlo Ancelotti will seine Bayern-Spielern nach jeder Partie benoten. Wie wohl die Zeugnisse am Jahresende aussehen? © Credit: Getty Images / Imago/Grafik: Philipp Heinemann

München - Der Coach des Rekordmeisters bewertet sein Team nach jedem Spiel. Die Noten behält er für sich. SPORT1 verrät, wie die Bayern-Zeugnisse am Saisonende aussehen könnten.

Dass der FC Bayern seine sportlichen Geschicke gerne Lehrern anvertraut, ist nichts neues. Die Ära Ottmar Hitzfeld wird wohl auf ewig zu den erfolgreichsten der Klubgeschichte zählen.

Hitzfeld ist Mathematik-Pädagoge. Doch den wirklichen Fußball-Lehrer setzt der Rekordmeister erst jetzt auf die Bank: Carlo Ancelotti. Der Trainer, der seinen Spielern Noten gibt.

In einem Interview mit der Sport Bild plauderte der Italiener aus, dass er seine Akteure nach jedem Spiel bewertet: "Sie bekommen Noten auf einer Skala von 10, sehr gut, bis 1, sehr schlecht."

SPORT1 wagt einen Ausblick wie die Bayern-Zeugnisse am Ende der Saison aussehen könnten. 

1. Lewandowski verdient sich Eins mit Sternchen 

In seinem Buch "Quiet Leadership" nennt Ancelotti goldene Regeln für ein erfolgreiches Dasein als Trainer. Punkt eins: "Die Mannschaft zu erfolgreichem Offensivfußball erziehen". 

Wer anders als Lewandowski könnte für die bajuwarische Torfabrik stehen? Mit 30 Treffern gewann der Pole in der Vorsaison die Torjäger-Kanone, unvergessen sein Fünferpack gegen Wolfsburg. 

Sollte Bayern ähnlich offensiv spielen wie unter Pep Guardiola - die Liga dürfte erneut einen Lewandowski in Torlaune erleben. "Ich würde Lewandowski gegen keinen anderen Stürmer der Welt tauschen wollen", sagt Ancelotti.

Die Eins des Polen ist offenbar in Stein gemeißelt. In Ancelottis Bewertungsschema ist das natürlich eine glatte zehn. 

2. Häufig verletzt - Robben hat Defizite

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Es ist eine schier endlose Pechsträhne. Arjen Robben ist schon wieder verletzt. Gleich im ersten Testspiel zog sich der Niederländer eine Muskelverletzung im Bereich der rechten Adduktoren zu - den Bundesliga-Auftakt wird er verpassen.

Dabei legt Ancelotti doch größten Wert darauf, "die Mannschaft zu pflegen".

Robbens Ausfälle haben die Bayern zuletzt aber immer wieder entscheidend geschwächt. In den vergangenen vier Jahren absolvierte er nie mehr als 60 Prozent aller Spiele. Auch in dieser Saison ist er vor Blessuren nicht gefeit. 

Die Anfälligkeit seines Körpers bringt dem Flügelstürmer ein Defizit ein. 

3. Müller der Musterschüler

Thomas Müller erzielt seine Pflichtspieltore 150 und 151 für den FC Bayern
Thomas Müller, Bayerns Vorbild in sachen Motivation © Getty Images

Früher haben Typen wie Oli Kahn oder Stefan Effenberg dem FC Bayern das Siegergen eingeflößt. Heutzutage übernimmt diesen Job Thomas Müller. Er steht für das neue Mia san Mia.

Der emotionale Leitwolf wird zum Musterschüler, wenn es darum geht, beim Rekordmeister eine "Alle-gewinnen-wollen-Mentalität" aufrecht zu erhalten - eine weitere von Ancelottis goldenen Regeln. 

4. Tadel für Störenfried Vidal

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Eine Saison beim FC Bayern läuft selten ohne Störgeräusche ab.

In der abgelaufenen Rückrunde war es Arturo Vidal, der mitunter für Schlagzeilen abseits des Platzes sorgte. Eine potentielle Gefahr für das "angenehme Arbeitsklima", nach dem sich Ancelotti sehnt. 

Der Italiener ist ein Disziplin-Fanatiker. Er wird solche Verfehlungen nicht dulden. Den Tadel für Vidal gibt es schon mal vorsorglich. 

5. Klassensprecher Lahm - von allen respektiert

FC Bayern Muenchen Unveils New Away Jersey
Carlo Ancelotti hört auf das Wort von Kapitän Philipp Lahm © Getty Images

Im Fußball ist der Kapitän der verlängerte Arm des Trainers. Wenn man Schul-Sprachjargon bleiben möchte, wird Lahm Ancelottis Klassensprecher. Derjenige, der auf das Einhalten von internen Regeln pocht - und jene einfängt, die auszubrechen drohen.

Der Arbeitsauftrag des Trainers: "Wenn ein Spieler zu spät kommt, hat der Kapitän ihm zu sagen, dass er eine Strafe in die Mannschaftskasse zu zahlen hat."

Ancelotti will "jedem Einzelnen Verantwortung übertragen". Lahm ist dafür wie gemacht. Sein Vorteil: Er ist bei allem im Team hoch angesehen. 

6. Versetzung des Teams: ungewiss

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Eine Saison nach einem großen Turnier ist selbst für den FC Bayern eine Herausforderung. Beim Liga-Primus steigen eine ganze Reihe an EM-Fahrern erst nach und nach ins Training ein. Ein holpriger Saisonstart droht. 

Und doch hat sich Coach Ancelotti zur Aufgabe gemacht, "die Vereinstradition zu schützen". Und die besteht nun mal aus Titeln, Pokalen und Triumphen. 

Auch in diesem Jahr heißt das Ziel: Triple. Daran werden sich Trainer und Mannschaft messen lassen müssen. Bis dahin gilt für alle: Versetzung ungewiss. 

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