vergrößernverkleinern
Javi Martinez (l.) kam 2012 von Athletic Bilbao zum FC Bayern © imago

München - Javi Martinez spielt, als habe es seine beinahe ewige Leidenszeit nie gegeben. Jerome Boatengs Comeback stellt Bayerns Trainer Carlo Ancelotti vor ein Dilemma.

Die blanken Beine in der Isar, die Sonne im Rücken, da schleicht einem schon mal in den Kopf: "Minga, wie schön du bist!"

So bei Instagram gepostet von Javi Martinez vor knapp zwei Wochen. Von einem bei Bayern München wiederbelebten Javi Martinez.

Bei allen vier bisherigen Pflichtspielen dieser Saison stand der Spanier in der Münchner Startelf, gehörte zuletzt beim 2:0 auf Schalke zu den besten Bayern.

Martinez überrascht Ancelotti

Nach langem Knie-Leid spielt sich Martinez endlich wieder an seine Überform des Triplejahrs heran. Trainer Carlo Ancelotti gab zu, "überrascht" zu sein von der Entwicklung des 28-Jährigen.

Das Problem: Es könnte Martinez alles nichts nützen. Seine brillante Torvorlage gegen Schalke hat Ancelotti genauso registriert wie die 71 Prozent gewonnenen Zweikämpfe und 82 Ballkontakte. Schon bald ist jedoch Jerome Boateng wieder fit.

Boateng kehrt zurück

In der Champions League gegen Rostov am Dienstag darf Martinez noch einmal in der Innenverteidigung ran; im darauffolgenden Bundesligaspiel gegen Ingolstadt laufen dort aber wohl schon zum ersten Mal Boateng und Hummels zusammen im Bayern-Trikot nebeneinander auf.

Video

Für die Bayern ein vorhersehbares Luxusproblem. Ancelotti wird in der Abwehrmitte kaum rotieren, hier hat Martinez nach Boatengs Comeback also schlechte Chancen. Der Trainer plant mit ihm eher im Mittelfeld.

Doch auch hier ist die Konkurrenz mit Thiago, Arturo Vidal, Xabi Alonso, Joshua Kimmich und Renato Sanches riesig. Sechs Kandidaten also für maximal drei Plätze im Zentrum.

Lange Knieprobleme

Martinez wird versuchen, daran nicht zu denken und zunächst seine neu erlangte Fitness genießen. Den Großteil der vergangenen Rückrunde hatte er verpasst, genau wie praktisch die gesamte Saison 2014/15.

Zuletzt lief Martinez im Herbst 2013 über eine längere Phase als Mittelfeldspieler auf, ehe Pep Guardiola ihn in die Abwehr zurückzog. Womöglich ein entscheidender Nachteil gegenüber den bereits im Zentrum Etablierten.

Ancelotti muss sich entscheiden

Als Ausweg könnte Ancelotti irgendwann von seinem 4-3-3 abweichen und Martinez beispielsweise Boateng und Hummels in einer Dreierkette zur Seite stellen. Bei seinen letzten Vereinen war der Italiener aber kein Freund dieser Variante.

Video

Die Bayern verlängerten im vergangenen Dezember Martinez' Vertrag bis 2021, das spricht für weitreichendes Vertrauen. Jetzt müssen sie nur noch einen Weg finden, sein Können optimal einzusetzen.

Damit München für Martinez nicht plötzlich ergraut.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel