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München - Der FC Bayern stattet seinen Fanklubs einen Besuch ab. Bosse und Spieler lassen Dampf ab, zugleich trifft der Verein wichtige Entscheidungen für die Zukunft.

Kaum ist Uli Hoeneß beim FC Bayern zurück im Amt, gibt es beim Rekordmeister wieder reichlich Redebedarf - und das nicht nur vonseiten des Präsidenten persönlich.

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Bei den alljährlichen Fanklub-Treffen hatten am Sonntag viele Bayern etwas zu sagen. Sowohl Bosse als auch Spieler ließen sich vor ihren Anhängern über künftige Strategien, neue Rivalitäten und persönliche Scharmützel aus.

SPORT1 dokumentiert die wichtigsten Botschaften des bajuwarischen Klartext-Sonntags.

1. Neue Verträge für die Stars

Noch bevor sich der Bayern-Tross aufmachte zu seinen Anhängern, war die erste Personalie unter Dach und Fach gebracht.

Franck Ribery hat seinen Vertrag bis 2018 verlängert - und das soll nur die erste richtungsweisende Personalentscheidung sein. Nach SPORT1-Informationen soll Robert Lewandowski in der kommenden Woche nachziehen. Seine Verlängerung hängt nur noch an Details.

Die Bayern wollen ihre Leistungsträger bei der Stange halten, am liebsten auch Arjen Robben. Der Niederländer will jedoch "bis Weihnachten warten", wie der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag in Vilshofen sagte.

2. Keine Transfers im Winter

Vielleicht will Robben auch abwarten, ob ihm womöglich ein jüngerer Spieler vor die Nase gesetzt wird. Diesbezüglich muss er sich vorerst aber keine Sorgen machen.

Präsident Uli Hoeneß kündigte bei seinem Empfang in Wunsiedel an, dass es im Winter keine Transfers geben werde. "Vielleicht ist es manchmal besser, etwas Geduld zu haben und etwas zusammenwachsen zu lassen", sagte er.

3. Neues Machtgefüge mit Hoeneß und Lahm

Hoeneß ist die neue Avantgarde-Person des Vereins. Wie Bayern-Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber im Volkswagen Doppelpass bestätigte, soll der 64-Jährige neben dem Präsidenten-Amt auch den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen.

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Hoeneß selbst sagte in Wunsiedel in Bezug auf seine Rolle: "Ich mache das, um dem FC Bayern zu helfen. In dieser Position kann man wichtige Entscheidungen für die Zukunft auf den Weg bringen."

Gleichzeitig betonte Hoeneß die Notwendigkeit eines Sportdirektors. "Ohne Sportdirektor kann man im Fußball von heute nicht erfolgreich sein", sagte er. Bis "spätestens 1. Juli 2017" soll der derzeit vakante Posten neu besetzt werden. 

Der Auserwählte für diesen Job: Noch-Kapitän Philipp Lahm

4. Volle Rivalität gegen Dortmund und Leipzig 

Eines von Hoeneß' liebsten Hobbys ist das Spiel mit den Konkurrenten. In Wunsiedel eröffnete er die Jagd auf Tabellenführer RB Leipzig. "Wir werden Leipzig mit allen Mitteln bekämpfen - und am Ende auch besiegen", sagte er.

Auch Borussia Dortmund soll die wiederauflebende Abteilung Attacke zu spüren bekommen. "Wir sollten die Rivalität zu Borussia Dortmund erhalten, ich werde mit Herrn Watzke nicht Arm in Arm durch die Welt laufen", sagte Hoeneß.

5. Boateng lacht über Rummenigge-Kritik

Nach der Pleite in Rostov hatte Bayern-Boss Rummenigge Jerome Boateng abgewatscht ("Jerome muss mal wieder etwas zur Ruhe kommen"). Am Sonntag holte der Nationalspieler zum Gegenschlag aus.

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Angesprochen auf Rummenigges Spitze sagte er bei seinem Besuch im Fanklub Babenhausen: "Darüber kann ich nur lachen. Das nächste Mal kann er mir das auch ins Gesicht sagen."

Boateng gestand zwar "noch nicht wieder bei 100 Prozent" zu sein, merkte aber an: "Der Grund dafür sind nicht irgendwelche PR- oder Lifestyle-Termine."

6. Schweinsteigers Rückkehr ausgeschlossen

So schwer wie sich die Bayern in dieser Saison tun, wünscht sich manch ein Fan bereits die frühere Galionsfigur zurück. Der Präsident höchstpersönlich erstickte derlei Gedankenspiele im Keim.

"Wir tun ihm und uns keinen Gefallen, wenn wir das Rad zurückdrehen", sagte Hoeneß bei seinem Besuch im Fichtelgebirge. "Was ich gehört habe, ist Basti auf dem Absprung aus dem Fußball." Er könne sich vorstellen, meinte Hoeneß, "dass er sich mit Familienplanung beschäftigt".

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Vorher solle der 32-Jährige seinen Vertrag in Manchester aber noch aussitzen und kräftig abkassieren. "Das wäre doch schön für diesen Verein. Für das, was er ihm angetan hat. Eigentlich muss das bestraft werden", sagte Hoeneß.

7. Neuausrichtung der Jugendarbeit

Ein Projekt, das dem neuen Präsidenten besonders am Herzen liegt, ist die Jugendabteilung der Münchner.

Die Nachwuchsarbeit bezeichnet Hoeneß als "eine der Schwachstellen des FC Bayern. Da muss mehr kommen. Wir werden die Nachwuchsarbeit radikal umstellen", kündigte er am Sonntag in Wunsiedel an.

Worte, die man auch in Leipzig, Dortmund und in anderen Teilen der Republik vernommen haben wird.

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