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FBL-GER-BUNDESLIGA-BRAUNSCHWEIG-WOLFSBURG
Vieirinha erzielte sein erstes Tor für Wolfsburg seit Dezember 2015 © Getty Images

Braunschweig - Der VfL Wolfsburg schafft nach einem Kraftakt in der Relegation den Klassenerhalt. Ein Gewaltschuss von Vieirinha sorgt in Braunschweig für die Entscheidung.

Als der Klassenerhalt nach einer Horror-Saison geschafft war, flüchteten die Spieler des VfL Wolfsburg schnell in die Kabine.

Nach dem 1:0 (0:0)-Arbeitssieg des Bundesligisten im Relegations-Rückspiel bei Eintracht Braunschweig stürmten die Fans des Zweitligisten auf den Platz, Torjäger Mario Gomez und Co. brachten sich erst einmal in Sicherheit. "Ich habe nur gehört, wie Mario rief, wir sollen in die Kabine laufen. Da bin ich mitgelaufen", sagte VfL-Profi Christian Träsch.

Jonker macht als VfL-Coach weiter

Die Erleichterung über den verhinderten Sturz in die Zweitklassigkeit war dennoch groß. "Ich bin froh und erleichtert. Ich verstehe auch die Erleichterung bei Spielern und Fans. Aber das war das absolute Minimum, was wir erreichen mussten. Ich sehe keinen Grund zum Feiern", sagte VfL-Trainer Andries Jonker bei Sky. In der ARD bestätigte der Niederländer, dass er auch in der kommenden Saison Trainer der Wölfe sein wird.

Glücklich war Sportdirektor Olaf Rebbe. "Es war eine lange Reise. Wir haben viele Matchbälle liegen gelassen", sagte Rebbe.

Vieirinha trifft - Sauer fliegt

Der Matchball am Montag nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel wurde aber genutzt. Nach torloser erster Halbzeit gelang Vieirinha in der 49. Minute der Treffer des Tages - es war sein erstes Tor für den VfL seit Dezember 2015. Der Mittelfeldspieler war mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel erfolgreich.

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Eingeleitet hatte diese Aktion Yunus Malli, dessen Schuss aber noch abgeblockt wurde. Die Gastgeber beendeten die Begegnung nach Gelb-Rot gegen Maximilian Sauer (82./wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Gratulation an Wolfsburg. Uns geht es derzeit nicht so gut. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt", sagte Braunschweigs sportlicher Leiter Marc Arnold.

Vor 23.000 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion, unter ihnen auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, genügte den Wölfen für den Erfolg eine Leistung, die die verkorkste Spielzeit mit drei Trainern und zwei Sportdirektoren gut widerspiegelte. Das Bemühen war dem Team von Coach Andries Jonker nicht abzusprechen, aber spielerisch haperte es gegen die engagierten Platzherren gewaltig.

Ungeachtet subtropischer Temperaturen in der Traditions-Arena brauchten die Platzherren eine Aufwärmphase, um die richtige Balance für ihr Spiel zu finden. Trainer Torsten Lieberknecht setzte zunächst noch nicht auf totale Offensive und beließ den Kubaner Onel Hernandez beim Anpfiff auf der Bank.

Braunschweig gefährlich, aber ineffektiv

Die erste klare Einschussmöglichkeit ergab sich für die Gastgeber in der 13. Minute. Torjäger Christoffer Nyman kam frei zum Abschluss. Der Schwede brachte jedoch nicht genug Druck hinter den Ball, VfL-Torhüter Koen Casteels war daher nicht ernsthaft gefordert.

Die Aktion schien die Eintracht aber zu beflügeln, die Gäste zogen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück. Die ohnehin spärlichen Wolfsburger Angriffe blieben durchweg schon im Ansatz stecken.

Gefährlich wurde es nur in der 34. Minute, aber ein Schrägschuss von Yannick Gerhardt war zu unplatziert, Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic klärte zur Ecke. Auf der anderen Seite vergab Braunschweigs Kapitän Ken Reichel freistehend (41.).

Nach dem Seitenwechsel und der schnellen Wolfsburger Führung musste Lieberknecht reagieren, nun durfte auch Hernandez ran. Aber auch der Ex-Wolfsburger konnte den Ausfall von Domi Kumbela (Oberschenkelprobleme) nicht kompensieren. Braunschweig blieb in der Offensive meist ideen- und harmlos. Wolfsburg vergab in der Schlussphase bei guten Kontergelegenheiten einen höheren Sieg.

Gomez von Fans beleidigt

Kaum zu sehen war bei den Wolfsburgern Mario Gomez. Der frühere Nationalspieler, einziger Torschütze im Hinspiel, fiel nur durch eine Gelbe Karte auf. Auch Schmähgesänge des Braunschweiger Publikums schienen dem Stoßstürmer zuzusetzen.

Rund 1000 Polizisten waren rund um die brisante Begegnung im Einsatz, zumindest im Vorfeld der Partie wurden keine größeren Vorkommnisse gemeldet. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden dann mehrere Böller gezündet, die aber keinen Schaden anrichteten.

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