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Madrid - Dem FC Bayern München misslingt die Revanche gegen Atletico Madrid. Carrasco schießt das Siegtor, Vidal macht es fast schlimmer.

Der FC Bayern München ist gleich beim ersten Härtetest der Ära Carlo Ancelotti durchgefallen und auf der großen Bühne Champions League unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Der deutsche Rekordmeister unterlag bei Vorjahresfinalist Atletico Madrid nach einer über weite Strecken ernüchternden Vorstellung verdient mit 0:1 (0:1). Im neunten Spiel unter Trainer Ancelotti war es die erste Niederlage (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Damit verpassten die Münchner auch die Revanche für das Aus im Halbfinale der vergangenen Saison gegen die Madrilenen.

Carrasco Matchwinner für Atletico

Yannick Carrasco (35.) bestrafte die vor allem in der Defensivarbeit zu nachlässigen Bayern und fügte ihnen die vierte Pleite in Spanien in Folge zu.

Atleticos Topstar Antoine Griezmann (84.) scheiterte mit einem Elfmeter nach einem Foul von Arturo Vidal an Filipe Luis zudem an der Latte (Tabellen der Champions League).

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"Wir haben nicht bissig genug gespielt, waren nicht entschlossen genug", musste Ancelotti im ZDF feststellen: "Wir hatten Ballverluste, haben uns Konter eingefangen, waren auch teils zu langsam. Gegen Atletico muss man schneller und effizienter sein, die Gelegenheiten nutzen."

Auch im Halbfinal-Hinspiel im vergangenen April hatte der FCB 0:1 in Madrid verloren. Für Atletico, das die Gruppe D nun mit zwei Siegen anführt, traf Fernando Torres überdies den Pfosten (22.). In der 39. Minute vergab Ribery die Großchance zum schnellen Ausgleich.

FC Bayern offenbart Schwächen

Die Bayern-Abwehr hatte immer wieder große Mühe mit dem schnellen Umschaltspiel Atleticos, das mit zwei, drei Pässen das komplette Defensivgefüge der Gäste durcheinanderbrachte. Im Mittelfeld und den entscheidenden Zweikämpfen fehlte oft der Zugriff (Ergebnisse und Spielplan der Champions League).

So etwa beim 0:1, als Thiagos Grätsche gegen Carrasco zu spät kam und Jerome Boateng im Niemandsland verteidigte. Dabei hatte sich Ancelotti im Bemühen um Stabilität zunächst gegen Mats Hummels entschieden, der seine Knieblessur zwar überstanden hatte, offenbar aber doch nicht vollends fit war.

Boateng und Nebenmann Javi Martinez hatten jedoch große Probleme.

Die Teams im Daten-Vergleich © iMFootball

Atletico mit starkem Pressing

Griezmann, der den Bayern im jüngsten Duell mit seinem Treffer im Rückspiel den K.o. versetzt hatte, und dessen Partner Torres waren quirliger und gefährlicher als auf der anderen Seite Robert Lewandowski (Statistiken der Champions League).

Atletico setzte die Bayern gleich unter Druck, ganz wie von den 54.000 Fans im Vicente Calderon in einer Choreographie gefordert: "Dale alegría a mi corazón", stand da, schenke meinem Herzen Freude. Die Rotblauen versuchten dies mit ihrem gewohnt intensiven Spielstil, sie pressten früh und verteidigten stark im Kollektiv.

Neuer beim Gegentor chancenlos

Die Bayern brauchten eine knappe Viertelstunde, ehe sie im Spiel ankamen: Thomas Müller nahm den Ball nach einem Zauberpass von Thiago volley, doch Torhüter Jan Oblak parierte stark (13.).

Müller und Co. hatten jetzt ihre beste Phase und auch mehr Sicherheit am Ball, doch Atletico kam mit einer Einzelaktion zurück: Carrasco prüfte Manuel Neuer (18.). Kurz darauf war Neuer schon geschlagen, als Torres per Kopf aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf (22.). Bei Carrascos Flachschuss zum 0:1 an den den Innenpfosten und ins Tor war Neuer chancenlos (Torjäger der Champions League).

Die Führung spielte Atletico, der nach Ancelottis Meinung "besten Defensivmannschaft Europas", in die Karten. "Wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht, wir haben verstanden, wie wir gegen sie antreten mussten", lobte Simeone: "Das war eines unserer besten Champions-League-Spiele."

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