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München - Der FC Bayern München gewinnt mit einer glanzlosen Leistung gegen RSC Anderlecht - Franck Ribery lässt seinem Frust über seine Auswechslung freien Lauf.

Seine Kapuze hatte Franck Ribery tief ins Gesicht gezogen, doch seine Wut konnte der Franzose auch damit nicht verbergen. 

Nach dem 3:0-Sieg des FC Bayern gegen RSC Anderlecht stapfte der Flügelspieler wütend an den Journalisten vorbei - für erklärende Worte nahm er sich keine Zeit. 

Der glanzlose Sieg gegen die Belgier hätte die Gemüter beim Rekordmeister nach dem Wirbel um Robert Lewandowski eigentlich beruhigen können – doch das Gegenteil war der Fall. 

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Ribery wirft sein Trikot weg

Was war passiert? Trotz Überzahl fehlte den Münchnern im Angriff der unbedingte Wille. Ribery war noch der auffälligste Akteur, der die Offensivaktionen der Bayern häufig initiierte.

In der 78. Minute wurde der Franzose aber für Thomas Müller ausgewechselt. Riberys Reaktion: Er ging mit wütenden Schritten an der Bayern-Bank vorbei, riss sich das Trikot vom Oberkörper und warf es neben Javi Martinez auf die Bank.

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Salihamidzic redet auf Ribery ein

Sportdirektor Hasan Salihamidzic kam, wollte den Franzosen beruhigen. Doch der Versuch blieb ohne großen Effekt. "Das geht gar nicht und ist nicht Bayern-like", urteilte der 40-Jährige nach dem Spiel. 

"Das darf nicht passieren beim FC Bayern München, das ist nicht okay. Wir werden darüber sprechen," sagte der Sportdirektor und versuchte, die Situation zu beschwichtigen. "Wir sollten jetzt auch nicht übertreiben."

Ancelotti begründet Auswechslung

"Ich verstehe seine Reaktion nicht, ich muss ihn fragen", sagte Trainer Carlo Ancelotti nach dem Spiel zu Riberys Ausraster (Die Stimmen zum Spiel).

Der Italiener erklärte seine Entscheidung, den Franzosen aus dem Spiel zu nehmen: "Ich wechselte ihn nicht wegen seiner Leistung aus, die war gut."

Boateng zeigt Verstänndnis

Aber: "Es waren zehn Minuten vor Ende, wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Und er hatte am Sonntag ein kleines Problem und konnte nicht trainieren, deswegen wollte ich ihm eine Pause geben."

Jerome Boateng, der seine Rückkehr nach Verletzung gegen die Belgier feierte, verteidigte Ribery. "Soll er lachen und sich freuen oder was?", fragte der Innenverteidiger. "Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und wird ausgewechselt, ich kann seine Reaktion nachvollziehen." 

Robben hadert kurz mit Lewandowski

Auch Arjen Robben zeigte Verständnis für seinen Teamkollegen. "Das ist Ehrgeiz. Lieber so, als dass er zufrieden ist, ausgewechselt zu werden", sagte Robben.

Der Niederländer hatte sich im Spiel bei Robert Leandowski beschwert, weil dieser ihn in aussichtsreicher Position nicht angespielt hatte. Doch dieser Ärger war schnell verflogen.

Ribery hätte auch Rot sehen können

Riberys Auswechslung aufgrund der Gelben Karte hatte hingegen durchaus eine Berechtigung. Denn das Spiel hätte für Ribery schon viel früher zu Ende sein können.

Der Franzose war nach der Notbremse von Anderlechts Sven Kums wütend auf Schiedsrichter Paolo Tagliavento zugerannt und hatte ihn an der Hüfte berührt.

Der Unparteiische hatte aber schon längst die Rote Karte für Kums gezückt und verwarnte Ribery für sein Auftreten. Der Franzose tätschelte dem Schiedsrichter daraufhin ins Gesicht.

Eine Aktion, die ein strengerer Unparteiischen auch mit Rot hätte ahnden können. 

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