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München - Der FC Bayern überzeugt beim Sieg in Überzahl gegen Anderlecht nicht. Robert Lewandowski trifft, Arjen Robben übt Kritik, Franck Ribery sorgt für Ärger.

Ausgerechnet Unruhestifter Robert Lewandowski hat Bayern München beim Stotterstart in die Champions League zum Pflichtsieg geführt.

Der Pole erzielte beim 3:0 (1:0) des deutschen Meisters im ersten Gruppenspiel gegen den RSC Anderlecht das Tor zum 1:0 (12.) und ließ nach seinen vereinskritischen Äußerungen wieder auf dem Platz Taten sprechen (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Thiago (65.) und Joshua Kimmich (90.) erzielten die weiteren Treffer, dennoch war es für die Bayern über weite Strecken ein Abend zum Vergessen.

Dem Team von Trainer Carlo Ancelotti gelang es nicht, nach der 0:2-Niederlage bei 1899 Hoffenheim und den Misstönen der vergangenen Tage für Ruhe zu sorgen (Tabelle der Champions League).

Bayern phasenweise pomadig

Obwohl 80 Minuten in Überzahl, spielte das Starensemble ohne Pep, phasenweise sogar pomadig.

Im zweiten Gruppenspiel am 27. September beim Starensemble von Paris Saint-Germain dürfte eine solche Leistung nicht ausreichen. Dennoch stand am Ende der 14. Bayern-Auftaktsieg in der Königsklasse in Folge (Spielplan und Ergebnisse der Champions League).

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Vor allem Arjen Robben sparte nach Spielende nicht mit Kritik. "Wir haben nach dem 1:0 gespielt, als stände es 5:0. Da musst du Leidenschaft haben und geil sein auf Tore. Die Zuschauer verdienen mehr. Wir haben ohne Tempo und Rhythmus gespielt", sagte Robben bei Sky (Die Stimmen zum Spiel).

"Bei allem Respekt: Nach der Roten Karte musst du die aus der Arena schießen. Da müssen wir uns alle hinterfragen. Wir müssen, und das gilt nicht nur für Lewy (Lewandowski), nicht so viel reden, sondern es auf dem Platz zeigen. Wir müssen auf dem Platz reden", ergänzte Robben.

Ribery sorgt für Aufregung

Für Aufregung sorgte Franck Ribery, der nach seiner Auswechslung in der 78. Minute wutenbrannt sein Trikot auf den Boden warf und sich auf der Ersatzbank auch von Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht beruhigen ließ.

"Das darf nicht passieren und ist nicht okay", sagte Salihamidzic und kündigte an: "Wir werden darüber sprechen."

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"Er war wütend", sagte Trainer Carlo Ancelotti nach dem Spiel und erklärte seine Auswechslung: "Es war zehn Minuten vor Ende, er hatte eine Gelbe Karte. Und er hatte am Sonntag nicht trainiert, deswegen wollte ich ihm eine kleine Pause geben."

Riberys Leistung sei kein Grund für den Wechsel gewesen, sagte Ancelotti und ergänzte: "Ich verstehe seine Reaktion nicht."

Schlüsselszene nach zehn Minuten

Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich bereits nach gut zehn Minuten - mit Lewandowski in der Hauptrolle.

Corentin Tolisso schickte ihn mit einem Traumpass auf die Reise, Sven Kums zupfte den Polen - allerdings Zentimeter vor der Strafraumgrenze - an der Schulter und brachte ihn zu Fall.

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Der italienische Schiedsrichter Paolo Tagliavento zeigte dennoch auf den Elfmeterpunkt - und Kums die Rote Karte. Lewandowski verwandelte sicher.

Ribery treibt Bayern an

Danach spielten die Bayern Einbahnstraßenfußball in Richtung RSC-Tor, Manuel Neuer im Bayern-Gehäuse war in seinem 100. Europacupspiel weitgehend beschäftigungslos.

Vor allem Ribery trieb die Bayern zunächst an, der Franzose war deutlich auffälliger als etwa James Rodriguez, der bei seinem Startelfdebüt über weite Strecken unauffällig blieb.

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Die Gastgeber kombinierten gefällig, doch Tempo, Biss und die Präzision beim entscheidenden Pass fehlten. Entsprechend wenig Abschlüsse brachten die Bayern zustande.

Lewandowski ging wenig später kopfschüttelnd in die Halbzeitpause, es gab sogar vereinzelt Pfiffe der Bayern-Fans unter den 70.000 in der Arena.

Überraschungen von Ancelotti

Ancelotti hatte in seiner Startelf durchaus einge Überraschungen zu bieten gehabt. Die Größte: Süle lief von Beginn an auf, Mats Hummels saß zunächst nur auf der Bank.

Neben Hummels nahm auch Thomas Müller Platz - wie schon in der vergangenen Saison scheint Ancelotti in wichtigen Spielen nicht auf den Weltmeister zählen zu wollen.

Müller kam in der Schlussphase, als auch Weltmeister Jerome Boateng nach langer Verletzungspause sein Comeback gab.

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Anderlecht trifft Pfosten

Nach der Halbzeitpause lief es nicht besser für die Bayern, im Gegenteil. Anderlecht spielte plötzlich mutig nach vorne und hätte um Haaresbreite ausgeglichen, doch nach einer feinen Kombination traf Alexandru Chipciu aus kurzer Distanz nur den Pfosten.

Danach wieder dasselbe Bild: Die Bayern drückten die Gäste in die Defensive, blieben aber im Abschluss harmlos.

Doch ein Geistesblitz änderte alles: Kimmich flankte präzise, Thiago vollstreckte frei am langen Pfosten stehend ohne Probleme. Auf Vorlange von Boateng sorgte Kimmich dann selbst für den Endstand.

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