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Sotschi - Startschuss für Deutschland beim Confederations Cup: SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum neu formierten DFB-Team und Auftaktgegner Australien.

Joachim Löw rechnet mit Startschwierigkeiten.

"Eine gewisse Anfangsnervosität wird vorhanden sein", vermutete der Bundestrainer vor dem Auftaktspiel des neu formierten DFB-Teams beim FIFA Confederations Cup heute (ab 17 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 23 Uhr im TV auf SPORT1) im russischen Sotschi gegen Asienmeister Australien.

Dann aber soll seine Auswahl im Fisht-Stadion das Zepter in die Hand nehmen: "Wir werden mehr Ballbesitz haben. Dann werden die richtige Raumaufteilung und die passenden Laufwege wichtig."

SPORT1 beantwortet die Fragen zum deutschen Auftaktspiel:

Welche Bedeutung hat der Confed Cup für die DFB-Auswahl?

Löw überraschte am Sonntagabend mit einer interessanten Einschätzung: "Dieses Turnier ist ein Geschenk." Die Begründung lieferte er gleich hinterher: "Ich kann unter Wettbewerbsbedingungen experimentieren." 

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Und zwar nicht zum Selbstzweck, sondern um die nächste Generation an internationales Toplevel heranzuführen. Natürlich ist der Sieg in jedem Spiel das Ziel.

Macht aber eine gute Handvoll seiner Schützlinge einen großen Schritt in ihrer Entwicklung, kann Löw auch damit leben, wenn der große Mannschaftserfolg beim Confed Cup ausbleibt. 

Angst, in Russland mit dem jungen Team krachend zu scheitern, hat er nicht: "Für uns ist es kein Risiko, sondern eine Riesenchance."

Wie stark ist das deutsche Team?

Körperlich, meint der Bundestrainer, sei die Mannschaft trotz der im Vorfeld eingestreuten freien Tage in sehr guter Verfassung. Vom Talent seiner Auserwählten ist Löw ohnehin uneingeschränkt überzeugt.

"Unsere Spieler sind noch nicht am Limit ihres Leistungsvermögens", sagte er. "Manche haben Qualität, an die Weltspitze zu kommen." Aktuell sieht er sie noch nicht da.

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Auch daher findet der Bundestrainer, dass die in diesem Sommer geschonten etablierten Spieler nicht gleich in Angstschweiß ausbrechen müssen, dass ihnen die Confed-Cup-Akteure den Platz im DFB-Team streitig machen.

"Man darf die Mannschaft jetzt nicht mit Erwartungen überfrachten", fordert er. "Aber die Konkurrenzsituation tut uns gut."

Wird das deutsche Perspektivteam unterschätzt?

Ob das DFB-Team nun mit den Weltmeistern oder ohne kommt, spiele keine Rolle, findet Australiens Trainer Ante Postecoglou: "Die Deutschen geben immer ihr Bestes. Also ändert sich für uns nichts."

Es werde ein großes Spiel, erklärt Tim Cahill, Altmeister und Leader der Socceroos, auch für die deutsche Mannschaft. Die sei so schlecht wirklich nicht besetzt: "Emre Can ist ein Weltklassespieler, und Julian Draxler ist jetzt auch kein kleiner Name."

Postecoglou sieht den Asienmeister daher sogar in der Außenseiterrolle: "Der Druck liegt auf Deutschland."

Wie spielt die deutsche Mannschaft?

Selten war vor einem Länderspiel personell so wenig klar wie vor dem ersten Turnierspiel des neuen DFB-Teams. Lediglich Torhüter Bernd Leno, Innenverteidiger Shkodran Mustafi, Rechtsverteidiger Joshua Kimmich und Kapitän Julian Draxler werden sicher auflaufen. 

Jonas Hector auf der linken Seite, Leon Goretzka im Mittelfeld und Angreifer Sandro Wagner haben gute Karten. Über die restliche Besetzung lässt sich nur spekulieren.

Löw führte am Sonntagabend noch einige Einzelgespräche, die übrigen Spieler erfahren die Aufstellung erst am Montag. 

Welche Qualität hat der Gegner?

Als aktueller Asienmeister geht Australien mit einer großen Portion Selbstvertrauen ins Duell mit dem Weltmeister.

"Wir werden uns nicht verstecken oder unser Licht nicht unter den Scheffel stellen und gegen die wahrscheinlich beste Mannschaft der Welt unseren Fußball spielen", sagte Trainer Postecoglou.

Die Socceroos kommen vor allem über die Physis. Das könnte die jungen, weniger robusten Deutschen durchaus vor Probleme stellen. 

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Der größte Name der Mannschaft ist Tim Cahill. Acht Jahre lang kickte er für den FC Everton, inzwischen spielt er wieder in Australien bei Melbourne City - und ist mit seinen 37 Jahren nicht mehr der Jüngste.

Deshalb wird Postecoglou gegen das DFB-Team wohl vorerst auf Tomi Juric setzen, der beim FC Luzern in der Schweiz sein Geld verdient.

Juric kündigte im Vorfeld mutig an: "Wir sind hier, weil wir das Turnier gewinnen wollen."

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