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Fans von Dynamo Dresden 2011 in Dortmund
Fans von Dynamo Dresden sorgten beim Pokalspiel 2011 in Dortmund für schlimme Ausschreitungen © Getty Images

München und Dresden - Nicht nur Jürgen Klopp erinnert sich mit Schrecken an das letzte Pokalduell zwischen Dynamo und BVB. Vor der Revanche sind zwei Dresdner Vereinsikonen bei SPORT1 optimistisch.

An das letzte Duell mit Dynamo Dresden hat Jürgen Klopp keine guten Erinnerungen. "So macht es keinen Spaß", klagte der Coach von Borussia Dortmund nach dem 2:0-Sieg im Oktober 2011 angesichts der schweren Randale der Gästefans im Stadioninnenraum.

Für Dynamo waren die Folgen noch prekärer: Die vom DFB verhängte Geld- und Bewährungsstrafe traf den notorisch klammen Ostklub hart. Am Dienstagabend (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) kommt es jetzt im Pokal-Achtelfinale zum Wiedersehen zwischen den beiden Traditionsvereinen.

"In dem Jahr, in dem wir keinen DFB-Pokal hatten, haben uns diese Spiele ein bisschen gefehlt, sowohl den Spielern als auch dem Verein und den Fans. Es waren letztendlich auch finanzielle Mittel, die da gefehlt haben", erinnert sich Torwart und Fan-Liebling Benjamin Kirsten bei SPORT1.

Sein Klub war in der vergangenen Saison aus dem Pokal verbannt worden, weil Dynamo-Anhänger im Spiel bei Hannover 96 ein Jahr nach dem Match gegen den BVB erneut negativ auffielen. Die Bewährungschance war vertan.

Doch nun soll alles anders werden, hat man sich in Dresden vorgenommen - und die Comeback-Saison im Pokal kann sich durchaus sehen lassen. Gegen Schalke und Bochum feierte Dynamo als Außenseiter in der heimischen Arena wahre Fußballfeste. Justin Eilers und Nils Teixeira avancierten mit ihren Leistungen zu Pokalhelden (Wählen Sie Ihren Pokalhelden – Der DFB-Pokal Walk of Fame bei SPORT1).

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Dörner glaubt an Sieg der Vernunft

"Wir haben Deutschland gezeigt, dass wir in diesen DFB-Pokal hineingehören. Wir hatten wirklich zwei fantastische Spiele in der Hinrunde, bei denen die Stimmung auch richtig geil war und die Europapokal-Feeling hatten", freute sich Kirsten.

Fans von Dynamo Dresden beim Spiel gegen Energie Cottbus  - 3. Liga
Benjamin Kirsten erwartet eine "unfassbare Stimmung" im Dresdner Stadion © Getty Images

Dass es abermals zu Ausschreitungen kommt, befürchtet in Dresden keiner. "Ich glaube, dass beide Fanlager, die nicht so miteinander harmonieren, trotzdem für Ruhe im Stadion sorgen, weil beide Vereine aus der Vergangenheit in diese Richtung schon geschädigt sind", erklärt Vereinslegende Hans-Jürgen "Dixie" Dörner bei SPORT1.

Kirsten setzt auf einen Wandel in der Dresdner Fanszene: "In der Zeit ist viel passiert, viel aufgearbeitet worden. Ich glaube, dass gerade im Hinblick auf so ein Spiel am Dienstag solche Sachen nicht in den Vordergrund rücken. Die letzten zwei Spiele war unfassbar geile Stimmung."

Dynamo auswärts weiter ein Problemklub

Doch aus der Welt sind Dresdner Problemfans längst nicht. Dass es bislang im Pokal ruhig blieb, lag auch am automatischen Heimrecht nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit. Auswärts bleibt der Klub kein gern gesehener Gast.

Beim Ligaspiel in Rostock kam es erneut zu Ausschreitungen, die der DFB mit einem Geisterspiel bestrafte. So blieben im Februar die schwarz-gelben Schalensitze in Dresden leer - ausgerechnet beim Ostderby gegen Rot-Weiß Erfurt.

"Das hat mit Fußball dann überhaupt nichts zu tun, wenn vor leeren Rängen gespielt wird. Das sollten sich die Leute auch mal überlegen, die für solche Strafen sorgen", wendet sich Dörner an die Unruhestifter.

Harte Maßnahmen angedroht

Vor denen will der Verein nun nicht mehr kuschen, und kündigt für weitere Fehltritte harte Kollektivstrafen für Auswärtsfahrer an. So will der Klub nur noch 50 Prozent des Auswärtskontingents in Anspruch nehmen, Kosten für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen auf die eigenen Auswärtsfans umlegen und alle Auswärtsdauerkarten zurückgeben.

Der Euphorie in der sächsischen Landeshauptstadt tut das laut Dörner keinen Abbruch. Für Dynamo ist die erneute Begegnung mit dem BVB vor den Augen der Republik die Möglichkeit, das schwer angeschlagene Vereinsimage aufzupolieren.

"Wir haben jetzt lange genug darauf gewartet. Wir gehen in das Spiel, um es zu genießen", sagt Kirsten. Vielleicht hat dann diesmal auch Jürgen Klopp Spaß an der Partie. 

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